21. April 2008 Der Goldpreis liegt zwar immer noch deutlich unter dem im März erreichten Hoch von 1.033 Dollar je Feinunze. Von der jüngsten Korrektur hat sich das Edelmetall aber bereits wieder etwas erholt und es scheint, als ob mittelfristig die Marke von 1.000 Dollar je Feinunze zurückerobert werden würde.
Neben dem schwachen Dollar, der steigenden Inflation und der vom Wunsch nach einer sicheren Anlage in turbulenten Zeiten gestiegenen physischen Nachfrage von Anlegerseite spricht dafür auch eine unverändert vorteilhafte Angebots-Nachfrage-Situation.
Goldpreis strebt schon wieder nach oben
So hat Evy Hambro, Fondsmanager des sehr erfolgreichen MLIIF World Mining Fund und MLIIF World Gold Fund von BlackRock in einem Marktkommentar darauf hingewiesen, dass der Gold-Bullenmarkt durch positive Fundamentaldaten fest verankert ist. Demnach stammt die Nachfrage nicht nur von Anlegern, sondern auch von Schmuckkäufern und Zentralbanken aus Asien und dem Nahen und Mittleren Osten, die Gold zunehmend als Alternative zum Dollar betrachten. Nach seiner Einschätzungen werden Einschränkungen auf der Angebotsseite den Goldpreis weiterhin unterstützen.
Der Wunsch der Chinesen, sich in den Minensektor allgemein einzukaufen, der allgemein anhaltende Bullenmarkt und die Aussicht auf weitere Konsolidierungen unter Minengesellschaften lassen Hambro einen optimistischen Ausblick für den Minensektor in den kommenden Monaten abgeben.
Handelsbeginn am 16. Mai
So gesehen scheint der Zeitpunkt gut gewählt für das eben von der WestLB noch bis zum 09. Mai zur Zeichnung aufgelegte Open-End Gold-Mining-Active-Basket-Zertifikat (Isin: DE000WLB7RG2). Mit diesem neuen Produkt können Anleger an der Kursentwicklung von zehn zunächst gleich gewichteten Goldminen-Betreibern teilhaben, die sich überwiegend oder ausschließlich mit der Goldförderung bzw. der Erschließung neuer Vorkommen beschäftigen.
Die Emittentin wirbt außerdem für ihr ab dem 16. Mai gehandeltes Zertifikat mit dem Hinweis darauf, dass laut Experten in spätestens 40 Jahren die letzte Mine erschöpft sein wird. Untermauert wird diese These damit, dass im ehemals wichtigsten Förderland Südafrika die Produktion seit 1970 bereits von 1.000 Tonnen auf 272 Tonnen in 2007 gesunken ist.
Als ein Pluspunkt des Papiers könnte es sich erweisen, dass die WestLB verstärkt auf attraktiv bewertete Goldaktien aus der zweiten Reihe setzt, welche von steigenden Preisen des Edelmetalls oftmals stärker profitieren können als die so genannten Standardwerten unter den Goldwerten. Der Korb, der etwa die kanadische Yamana Gold Inc. und die australische Sino Gold Mining Ltd. enthält, wird dabei vierteljährlich überprüft. Allerdings müssen die WestLB-Experten auch erst noch beweisen, dass sie bei der Auswahl tatsächlich ein glückliches Händchen beweisen. Das ist aber von entscheidender Bedeutung, denn in den vergangenen Jahren sind längst nicht alle Goldminenaktien gut gelaufen.
Goldminenaktien zuletzt nicht gut gelaufen
Ablesen lässt sich das auch an dem von ABN Amro aufgelegten AMEX Gold Bugs Open End Zertifikat (ISIN: DE0006874803). Denn während der Kurs dieses Goldminen-Zertifikat in den vergangenen beiden Jahren per saldo auf der Stelle tritt, hat der Goldpreis gleichzeitig um 50 Prozent zugelegt. Das zeigt, dass Goldminen selbst bei steigenden Goldpreisen nicht immer zwangsläufig eine lukrative Geldanlage sein müssen.
Außerdem ist zu bedenken, dass die meisten Goldminenaktien in Dollar gehandelt werden. Damit geht man ein Währungswette ein, die sich aus Sicht europäischer Anleger mit Blick auf den Dollar zuletzt als Risiko entpuppt hat. Wenigstens werden bei dem WestLB-Zertifikat aber drei Viertel der anfallenden Dividenden angerechnet. Dafür wird aber auch eine Strukturierungsgebühr von einem Prozent des Korbwertes pro Jahr erhoben.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider.
Text: @JüB
Bildmaterial: FAZ.NET
| Anlage- schwerpunkt | Fond- anzahl | Mon. Performance | |
|---|---|---|---|
| Top % | Flop % | ||
| Aktien | 3.150 | +0,00 | -24,38 |
| Andere | 5.688 | +0,00 | -8,10 |
| Derivative | 49 | +0,00 | -5,06 |
| Geldmarkt-/nahe | 229 | +3,38 | -3,81 |
| Gemischte | 265 | +0,00 | -13,66 |
| Renten | 1.366 | +2,88 | -5,57 |
| Quelle: Morningstar | |||
| Tops & Flops | Prozent |
|---|---|
| Geldmarkt/-nahe Fonds CAD | +3,38 |
| Renten Kurzläufer CAD | +2,88 |
| Renten JPY | +2,50 |
| Aktien Norwegen | -24,38 |
| Aktien Russland & CIS | -21,43 |
| Aktien Brasilien | -19,70 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.387,01 | -7,07 |
| TecDax | 604,17 | -11,27 |
| DowJones | 9.955,50 | -3,58 |
| Nasdaq | 1.862,96 | -4,34 |
| STOXX 50 | 2.872,38 | -7,75 |
| Nikkei 225 | 10.473,09 | -4,25 |
| S&P 500 Zert. | 10,69 | -5,15 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,37 |
| Bund Future | 116,98 | +0,66 |
| Gold | 863,55 | +0,21 |
| Öl | 86,68 | -6,11 |
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