27. März 2008 Der deutsche Technologieindex Tec-Dax wird immer mehr zu einem Index für Solar- und Windkraftunternehmen. Fünf Jahre nach seiner Umbenennung von Nemax in Tec-Dax ist von dem ehemaligen Index für Start-up-Unternehmen nur wenig übrig geblieben. Seit Dienstag sind nach dem Aufstieg von Phoenix Solar und Repower mittlerweile neun Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien im 30 Werte umfassenden Index. Ihr Gewicht im Tec-Dax beträgt trotz des jüngsten Kurssturzes der Solaraktien nunmehr rund ein Drittel.
Die Aktienkurse von Solarworld, Q-Cells, Nordex und den anderen Erneuerbare-Energien-Aktien haben sich seit Herbst rundweg halbiert. Die Bewertungen der Papiere sind daher mittlerweile viel günstiger geworden. Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2009 liegen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse nun zwischen 10 und 15. Anleger, die mit einer gedeihlichen Entwicklung der Branche rechnen, können daher etwas günstiger einsteigen.
Nur ein ETF
Wer keine Engagements in Einzelaktien wagt, findet im TecDax einen Index, der alle großen deutschen Anbieter umfasst und durch die Beimischung anderer Technologieunternehmen breiter gestreut ist. An der Indexentwicklung können Anleger mit einem Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF) günstig partizipieren. Der einzige ETF auf den TecDax kommt von I-Shares, bildet den Tec-Dax eins zu eins nach, kann an der Börse ohne Ausgabeaufschlag gekauft werden und kostet im Jahr eine Verwaltungsgebühr von 0,5 Prozent.
ETFs sind auch bei vielen anderen Indizes eine günstige Möglichkeit, um an der Entwicklung teilzuhaben. Mittlerweile werden 317 ETF im Computerhandel Xetra gehandelt. Es gibt die Indexfonds auf zahlreiche Länderindizes, aber auch auf Branchenindizes und unterschiedliche Themen. Im Vergleich zu aktiv gemanagten Aktienfonds ist die Rendite im Durchschnitt nicht schlechter, und die Anleger brauchen keine hohen Ausgabeaufschläge und viel niedrigere Verwaltungsgebühren zu zahlen.
Index-Zertifikate sind Standardprodukte
Noch etwas günstiger ist die Partizipation an der Entwicklung vieler Indizes mit Indexzertifikaten. Bei den Produkten auf den TecDax wird in aller Regel nicht einmal eine Verwaltungsgebühr fällig. Dies gilt auch für die meisten Indexprodukte auf große Aktienindizes. Im Gegensatz zu vielen anderen Zertifikaten ist hier die Gewinnmarge für die Anbieter sehr gering. Diese Produkte sind Standard, die müssen wir einfach anbieten, heißt es bei den Emittenten. Gegenüber den ETFs haben sie dennoch einen Nachteil: Zertifikate sind Schuldverschreibungen und daher im Insolvenzfall des Emittenten nicht geschützt. Die Indexfonds hingegen genießen als Sondervermögen besonderen Schutz.
Alle 20 Indexzertifikate sind auf den Tec-Dax-Performance-Index - der Anleger profitiert somit von den - im TecDax allerdings meist nicht sehr üppigen - Dividendenzahlungen der Unternehmen. Darauf sollte der Anleger beim Kauf von Indexprodukten immer achten. Beim Performance-Index werden die Dividenden wieder angelegt, bei einem Kursindex hingegen nicht. Der Euro Stoxx 50 weist derzeit eine Dividendenrendite von gut 4 Prozent aus - es entsteht also ein nicht unerheblicher Renditeunterschied.
Von Bonus- zu Index-Zertifikaten
Über die reinen Indexzertifikate auf den TecDax hinaus bietet die Zertifikatebranche zudem einige strukturierte Produkte an. So kann der Anleger mit Bonuszertifikaten bis zu gewissen Grenzen einen Schutz vor Kursverlusten erfahren. Dafür sind seine Gewinne oft begrenzt, oder ihm entgehen die Dividenden.
Dass dies kein garantierter Schutz vor Kursverlusten ist, mussten die Anleger in den vergangenen Wochen erfahren. Von 100 Bonuszertifikaten auf den Tec-Dax haben 36 Produkte mittlerweile ihre Sicherheitsschwelle unterschritten und damit den Anspruch auf die Bonuszahlung verloren. Sie entwickeln sich jetzt parallel zum TecDax - können also an Wert gewinnen, aber eben auch weiter verlieren.
Neu: der ÖkoDax
Wer rein auf deutsche Erneuerbare-Energien-Aktien setzen will, dem bietet sich mit der Partizipation am Öko-Dax eine Möglichkeit. Darin ist neben den neun im Tec-Dax gelisteten Unternehmen aus dem Solar- und Windbereich noch Aleo Solar vertreten. Der Index ist bis zum Sommer 2007 jahrelang weit stärker gestiegen als alle anderen deutschen Auswahlindizes. Seither ist er jedoch auch stärker gefallen. Die Deutsche Bank, HSBC Trinkaus und die Hypo-Vereinsbank bieten Indexzertifikate auf den Öko-Dax.
Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Investmentfonds, die - teilweise international ausgerichtet - auf Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien setzen. Der Anleger hat dafür höhere Gebühren zu entrichten, bekommt aber im Idealfall auch eine bessere Rendite.
Text: dmoh. / F.A.Z., 27.03.2008, Nr. 72 / Seite 23
Bildmaterial: F.A.Z.
| Anlage- schwerpunkt | Fond- anzahl | Mon. Performance | |
|---|---|---|---|
| Top % | Flop % | ||
| Aktien | 3.340 | +13,99 | -7,56 |
| Andere | 7.987 | +4,77 | +0,00 |
| Derivative | 53 | +0,01 | -1,87 |
| Geldmarkt-/nahe | 247 | +4,56 | -3,16 |
| Gemischte | 224 | +5,99 | -0,13 |
| Renten | 1.463 | +5,04 | -3,08 |
| Quelle: Morningstar | |||
| Tops & Flops | Prozent |
|---|---|
| Aktien Indien | +13,99 |
| Aktien Brasilien | +11,97 |
| Aktien Norwegen | +11,63 |
| Branche: Gold & Edelmetalle | -7,56 |
| Geldmarkt/-nahe Fonds CHF | -3,16 |
| Renten CHF | -3,08 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 7.003,17 | -0,97 |
| TecDax | 835,29 | -1,32 |
| DowJones | 12.745,88 | -0,94 |
| Nasdaq | 2.445,52 | -0,23 |
| STOXX 50 | 3.801,59 | -1,41 |
| Nikkei 225 | 13.655,34 | -2,06 |
| S&P 500 Zert. | 13,80 | -1,08 |
| Euro/Dollar | 1,55 | +0,16 |
| Bund Future | 115,07 | +0,37 |
| Gold | 884,25 | -0,09 |
| Öl | 122,46 | +1,63 |
