Fondsbericht

Verlustvermeidung ist für Mischfonds fast unmöglich

07. April 2008 Mischfonds, die in Aktien wie auch in Anleihen investieren können, finden sich derzeit zwischen allen Stühlen wieder. Aktien, in den vergangenen fünf Kalenderjahren der wesentliche Werttreiber, sind inzwischen komplett als solcher ausgefallen. Denn selten zuvor starteten die Aktienmärkte so schlecht in ein neues Jahr wie zuletzt.

Staatsanleihen sind gleichzeitig kaum mehr als ein Inflationsausgleich - zudem gilt ihr Gewinnpotential kurz- und mittelfristig angesichts des ohnehin schon niedrigen Zinsniveaus als begrenzt. So lassen sich Verluste eigentlich fast nur vermeiden, indem Aktien komplett gemieden werden. Allerdings vergrößert sich dadurch die Gefahr, bei einem Stimmungsumschwung an den Aktienbörsen auf dem falschen Fuß erwischt zu werden und dann der Konkurrenz nur hinterher zu schauen.

Konservativ fuhr besser

Angesichts des aktuellen Marktumfelds verwundert es nicht, dass unter den Mischfonds die Anbieter mit einer besonders konservativen Strategieausrichtung derzeit noch am glimpflichsten davonkommen. In unserer Rangliste mit Mischfonds, die in den vergangenen drei Jahren die wenigsten Verlustmonate bei einer gleichzeitig überdurchschnittlichen Wertentwicklung verzeichneten, geben sie inzwischen den Ton an.

Zwar konnte unter den besten 30 Fonds über die vergangenen sechs Monate nur ein Laufzeitenfonds der Deka einen Wertzuwachs verzeichnen, was auf den ersten Blick enttäuschend ist. Bei näherem Hinsehen relativiert sich das Ergebnis jedoch angesichts der überwiegend zweistelligen Kursverluste am Aktienmarkt, wodurch ein Minus im unteren einstelligen Prozentbereich schon als Erfolg gelten kann.

Zum Börsenkurs

Verlustvermeidung ist derzeit so gut wie unmöglich. Folglich schalten die defensiven Fondsmanager auf Verlustbegrenzung um. Dem Fondsmanagement des Jyske Invest Stable Strategy gelang dies zuletzt besonders gut. Normalerweise ist dieser Fonds zu 80 Prozent in Anleihen und zu 20 Prozent in Aktien investiert. Der Anleiheanteil kann aber auch bis auf 100 Prozent erhöht werden, während die Vorgabe an das Fondsmanagement lautet, höchstens 30 Prozent in Aktien zu investieren.

Vorsichtige Dänen

Die Portfoliokonstrukteure waren schon mit zurückhaltenden Erwartungen in das neue Jahr gestartet. „Im Allgemeinen dürften sowohl Anleihen als auch Aktien mäßige Renditen abwerfen“, hieß es im Ausblick von Jyske-Invest-Geschäftsführer Hans Jorgen Larsen. Die kurzfristige Wertentwicklung mit einem überschaubaren Verlust von 2,2 Prozent seit Jahresbeginn lässt darauf schließen, dass sich die Mitarbeiter die Markteinschätzung ihres Chefs zu Herzen genommen haben.

Seit einer Strategieumstellung im Jahr 2005 hat der Fonds kontinuierlich besser als sein Vergleichsindex abgeschnitten. Die dahinterstehende Fondsgesellschaft Jyske Invest ist in Dänemark beheimatet. Einige ihrer Produkte sind in Deutschland inzwischen zum Vertrieb zugelassen. Der Verkauf wird aber noch vom Stammsitz in Silkeborg aus gesteuert.

Wie vorsichtig Portfoliokonstrukteure inzwischen vorgehen, die nicht auf eine Anlageklasse festgelegt sind, zeigte die jüngste Fondsmanagerumfrage der Investmentbank Merrill Lynch. Sowohl zu Aktien- wie auch zu Anleiheengagements äußerten sie sich darin ausgesprochen zurückhaltend. 47 Prozent der Befragten hielten Aktien im Verhältnis zu ihren Vergleichsindizes untergewichtet, und 44 Prozent hielten Anleihen untergewichtet.

Im Gegenzug schraubten die Fondsmanager in der Krise vor allem ihre Bargeldpositionen nach oben. Zum einen verringert das in einem gemischten Portfolio den Verlust im Vergleich zur Marktentwicklung. Zum anderen können die Fonds sofort reagieren, wenn der Kurstrend an den Börsen wieder drehen sollte.



Text: sfu. / F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.

 

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