19. März 2008 Auch an den Erfolgsverwöhnten Börsen in Osteuropa hat sich das Bild im Zuge der Kreditkrise deutlich eingetrübt. Das bekam auch der gut 700 Millionen Euro schwere Deka Convergence Aktien Fonds (Isin: LU0133666676, Ausgabeaufschlag 3,75 Prozent, Verwaltungsvergütung 1,5 Prozent p.a., Sonstige Gebühren: 0,100 Prozent p.a.) in den vergangenen Monaten in der Form von deutlichen Kursverlusten zu spüren.
Doch im Dreijahresvergleich sieht die Bilanz noch immer gut aus. In diesem Zeitraum kommt der Fonds auf ein Plus von fast 118 Prozent, was ihm Platz zwei unter 76 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Osteuropafonds beschert. Fondsmanager Alexander Mozer erläutert im Interview, wie er die weiteren Aussichten an den osteuropäischen Börsen beurteilt.
Der Fonds hat in der Vergangenheit gut abgeschnitten. Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren und wie würden Sie die verfolgte Anlagephilosophie beschreiben?
Hinter dem Deka-ConvergenceAktien steht ein junges, hochmotiviertes Team. Wir bewegen uns in einem der weltweit interessantesten Märkte und dieses Gefühl schlägt sich in unserer Arbeit nieder. Dementsprechend legen wir eine hohe Geschwindigkeit an den Tag, wenn es um das Aufspüren neuer Investmentideen geht. Gleichzeitig verfolgen wir jedoch einen sehr disziplinierten und strukturierten Investmentansatz. Das ist der zweite wichtige Erfolgsfaktor neben der Begeisterung für das Thema. Wir legen sehr viel Wert auf den kontinuierlichen Kontakt zu den Unternehmen, in die wir investiert sind. Ein kontrolliertes Risikomanagement ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Von der Anlagephilosophie her setzen wir auf reines Stockpicking wobei das Ergebniswachstum der Unternehmen im Fokus steht.
Wie beurteilen Sie langfristig die weiteren Aussichten für die Ostbörsen. Kann mit ähnlichen Ergebnissen wie in der Vergangenheit gerechnet werden oder liegt das Beste inzwischen nicht bereits hinter uns?
Die Aussichten für die zentral- und osteuropäischen Volkswirtschaften sind unserer Meinung nach weiterhin positiv. Das gilt vor allem für die Länder, die noch einen weiteren Konvergenzweg vor sich haben wie beispielsweise die Türkei und Russland. Die Wachstumsraten der meisten Volkswirtschaften in Zentral- und Osteuropa liegen über dem europäischen Durchschnitt - ebenso die Ergebniswachstumsraten der Unternehmen. Gleichzeitig verbreitert sich unsere Investmentbasis durch die wachsende Zahl an Neuemissionen. Nach dem jüngsten Kursrutsch sind die Bewertungen vieler Unternehmen sehr attraktiv, wir finden derzeit viele interessante Kaufgelegenheiten in Osteuropa.
Die Kreditkrise diktiert derzeit weltweit das Börsengeschehen. Wie stark strahl das Problem direkt und indirekt auf die Ostbörsen aus und in welchen Ländern gibt es deswegen die meisten/wenigsten Probleme? Und müssen deswegen die in der Vergangenheit gut gelaufenen Finanzwerte nicht kritischer gesehen werden?
Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass der Risikoappetit der Investoren zurückgegangen ist. Auch die Fundingkosten der Banken steigen, was zu einer Abschwächung der Gewinndynamik führen könnte. Die meisten Banken in der Region haben allerdings gar kein oder nur ein geringes Exposure im Subprime-Segment.
Welche Märkte und Branchen beurteilen Sie derzeit positiv/negativ und warum? Können Sie auch in der Ukraine und den GUS-Staaten investieren und wenn ja, wo sehen Sie dort Chancen?
Wir beurteilen unter anderem Russland positiv. Nach der Präsidentenwahl ist hier politische Klarheit eingetreten. Viele russische Unternehmen befinden sich auf einem Pfad nachhaltigen Wachstums, auch die Corporate Governance verbessert sich langsam aber stetig.
Auch für die Türkei sind wir positiv gestimmt. Hier sind es vor allem die günstigen Bewertungen vieler Unternehmen bei gleichzeitig dynamischen Wachstumsraten, die das Land aus unserer Sicht attraktiv machen. Wir sehen in der Türkei ebenfalls Fortschritte bei der Corporate Governance. Die langfristige Perspektive einer Aufnahme in die EU wirkt weiterhin stimulierend auf die Wirtschaft. Kurzfristig stehen derzeit allerdings politische Störfeuer im Vordergrund. Daneben ist der hohe Ölpreis bei einer gleichzeitig schwachen Währung Gift für das Staatsdefizit.
In der Ukraine schließlich gefallen uns vor allem die Real Estate-Werte aufgrund der ansteigenden Bodenpreise und einer Vielzahl von anstehenden Infrastrukturprojekten.
Zu den wenigen Bereichen, die noch gut laufen, gehört der Rohstoffsektor? Wie sehen Sie hier die Aussichten und wie spielen Sie den Sektor?
Die Aussichten auf der Rohstoffseite sind mittelfristig weiterhin positiv. Wir sehen auf der einen Seite eine anhaltend hohe Nachfrage und haben gleichzeitig Produktionskapazitäten, die voll ausgeschöpft sind. Bei den Agrarrohstoffen macht sich die Nachfrage nach Biokraftstoffen mittlerweile immer stärker bemerkbar. Wir spielen den Sektor über Rohstoffaktien.
Auch Infrastruktur ist ein Mode- und Megathema. Wie stehen Sie zu dieser Anlageidee?
Infrastruktur ist ein wesentliches Thema im Rahmen der voranschreitenden Konvergenz. In vielen Ländern werden signifikante Investitionen in diesen Bereichen vorgenommen. Wir halten entsprechend Positionen in Unternehmen, die direkt oder indirekt davon profitieren. Zum Beispiel im Bausektor sowie in der Zement- und Stahlindustrie.
Welche Einzelaktien gefallen Ihnen derzeit am besten?
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Einzeltitel kommentieren oder nennen können.
Sie investieren auch in Aktien aus Ländern wie Ägypten und Israel? Was haben diese Märkte mit Osteuropa zu tun und was spricht für Sie? Welche anderen Länder sind noch im Portfolio vertreten, die nicht direkt etwas mit Osteuropa zu tun haben?
Das Anlagespektrum des Deka-ConvergenceAktien ist sehr viel breiter gefasst. Wir investieren in Staaten, die sich im Prozess der politischen und wirtschaftlichen Konvergenz befinden.
Sie sind als Fondsmanager auch verantwortlich für den Deka Middle East. Wenn Sie beide Regionen und beide Fonds vergleichen, wo sehen Sie dann derzeit die besseren Anlagechancen?
Derzeit würde ich den Deka-MiddleEast and Africa übergewichten. Die Hauptgründe dafür sind die noch geringere Korrelation mit den Weltmärkten und die sehr hohe Anzahl unentdeckter und nur wenig analysierter Perlen bei den Unternehmen.
Russische Aktien haben eine hohe Gewichtung. Wie beurteilen Sie dort die jüngsten politischen Entwicklungen?
Hinsichtlich der politischen Situation ist in Russland mit der Ernennung des neuen Präsidenten aus unserer Sicht tendenziell Ruhe eingekehrt, da der Markt sich nicht auf einen unbekannten Neuling einlassen muss. Medwedew wird sicher zu Beginn seiner Amtszeit einige Pflöcke einschlagen die sein Profil schärfen sollen. Ich würde das aber nicht überbewerten.
Die immer wieder angesprochenen negativen Punkte können wir nicht wegdiskutieren. Diese sind auch bei vielen Gesprächen mit Politikern und Vorständen immer wieder Gegenstand von Kritik internationaler Investoren. Wir gehen davon aus, dass die zunehmende Einbindung Russlands in das internationale Wirtschaftsgeschehen zu einer vermehrten Akzeptanz russischer Unternehmen für gängige Corporate Governance-Richtlinien führen wird. Auch die Politik wird nicht darum herum kommen, die Macht auf eine breitere und international akzeptierte Basis zu stellen. In Zukunft wird es sehr wichtig sein, dass der in den vergangenen Jahren geschaffene Wohlstand die breite Bevölkerung erreicht.
Das Gespräch führte Jürgen Büttner
Text: @JüB
Bildmaterial: F.A.Z., FAZ.NET
| Anlage- schwerpunkt | Fond- anzahl | Mon. Performance | |
|---|---|---|---|
| Top % | Flop % | ||
| Aktien | 3.257 | +0,00 | -17,52 |
| Andere | 8.110 | +0,00 | -6,87 |
| Derivative | 51 | +0,69 | -0,26 |
| Geldmarkt-/nahe | 241 | +1,18 | -2,76 |
| Gemischte | 244 | +0,00 | -7,20 |
| Renten | 1.445 | +5,20 | -3,29 |
| Quelle: Morningstar | |||
| Tops & Flops | Prozent |
|---|---|
| Renten CZK | +5,20 |
| Geldmarkt/-nahe Fonds CHF | +1,18 |
| Hedge Aktien | +0,69 |
| Aktien Indien | -17,52 |
| Aktien Portugal | -15,32 |
| Aktien Griechenland | -15,26 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.391,23 | +1,38 |
| TecDax | 739,03 | +0,57 |
| DowJones | 11.384,21 | +1,36 |
| Nasdaq | 2.294,44 | +2,28 |
| STOXX 50 | 3.343,62 | +1,70 |
| Nikkei 225 | 13.052,13 | +0,15 |
| S&P 500 Zert. | 12,69 | +2,26 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,29 |
| Bund Future | 111,78 | -0,33 |
| Gold | 918,52 | +0,17 |
| Öl | 142,31 | -0,93 |
