Von Gerd Hübner
05. Mai 2008 Das Ziel der Fondsmanager ist klar: Geld verdienen, in jeder Börsenzeit, und zwar mehr, als es auf dem Geldmarkt gibt. So steht es beispielsweise für den UBS Absolute Return Bond geschrieben. Doch von diesem Ziel ist der Fonds derzeit weit entfernt. Er hat sogar an Wert verloren, und zwar 12,9 Prozent seit Jahresbeginn, in den vergangenen drei Jahren 23 Prozent.
Dabei richten sich nach dem Auf und Ab der vergangenen Monate die Blicke vieler Anleger auf Absolute-Return-Fonds. Denn sie wurden als vergleichsweise sichere Investition ins Leben gerufen. Und zwar in Zeiten einer ähnlichen Verunsicherung: zu Beginn dieses Jahrzehnts, als die Anleger gerade erlebt hatten, wie die New-Economy-Blase geplatzt war.
Keine Überrendite ohne Risiko
Damals waren auch noch die Zinsen niedrig, und viele Anleger suchten nach sicheren Produkten, die ein paar Prozentpunkte mehr Rendite versprachen als der Geldmarkt, also als Tagesgeld oder Geldmarkt-Fonds. Damals kamen die Absolute-Return-Fonds auf. Ihre Manager wollen mit verschiedenen Anlageklassen so ausgefeilt umgehen, dass unterm Strich nie ein Minus steht.
Doch ohne Risiko geht es nicht, wie die Ergebnisse vieler dieser Fonds jetzt beweisen. Wer eine risikolose Anlage sucht, findet diese am Geldmarkt, erläutert Werner Hedrich, Leiter des Fondsresearch bei Morningstar. Wem das nicht reicht, der muss Risiken eingehen. Das gelte auch für Absolute-Return-Fonds.
Kunterbunte Klasse
Bestenfalls können sie Risiken begrenzen. Das ist den meisten zuletzt zwar gelungen: Der Deutsche Aktienindex Dax hat seit Jahresanfang 13 Prozent eingebüßt, Absolute-Return-Fonds haben in diesem Zeitraum im Durchschnitt nur rund drei Prozent verloren. Doch das heißt auch, dass Anleger auf Gewinnmöglichkeiten verzichten. Auch dies beweisen die Ergebnisse. In den hervorragenden vergangenen drei Börsenjahren legten die Fonds dieser Kategorie durchschnittlich nur 5,5 Prozent zu.
Doch hinter diesem Durchschnitt stehen große Unterschiede in der Leistung der einzelnen Fonds. Kein Wunder, schließlich verbergen sich hinter dem Schlagwort Absolute Return ganz unterschiedliche Fondsarten: Einige Aktienfonds sind dabei, die meisten Absolute-Return-Fonds setzen aber auf Anleihen. Und selbst darunter gibt es gute und schlechte, wie die jüngsten Ergebnisse zeigen.
Unterschiedlichste Strategien
Während einige dieser Körbe seit Jahresbeginn heftige Verluste hinnehmen mussten, legte der Deka-Euro Renten Absolute Return rund drei Prozent zu. Der Fonds eignet sich für sehr defensiv eingestellte Anleger, sagt Fondsmanager Thorsten Rühl. Er investiert überwiegend in sichere Staatsanleihen aus dem Euroraum sowie in Pfandbriefe und sichert die Gewinne, die er gemacht hat, gleich für das laufende Jahr ab. Dabei orientiere er sich nicht einmal an Prognosen über den Rentenmarkt, sagt er. Für uns geht es allein darum, Risiken zu vermeiden. Und damit einen Ertrag zu erwirtschaften, der über dem Geldmarkt-Zins liegt.
Andere Ansprüche hat Wilhelm Schäfer, der den Europe Return Fund verwaltet. Er will jedes Jahr sechs bis sieben Prozent Rendite machen. Dazu legt er das Geld in Aktien an sowie in Wertpapiere, die auf Aktien aufbauen.
In den vergangenen drei Jahren hat Schäfer mit seinem Fonds dieses Ziel erreicht. Dazu arbeitet er mit festen Regeln. Fällt zum Beispiel der Kurs einer Aktie unter ein bestimmtes Limit, dann verkaufen wir sie automatisch, sagt der Fondsmanager. Grundsätzlich kann Schäfer die Aktienquote im Portfolio je nach Marktlage zwischen null und 100 Prozent variieren. Und er kann auch auf fallende Kurse wetten.
Überraschungen lauern
Wo es in der gleichen Kategorie so unterschiedliche Anlagestile gibt, da können Anleger kaum abschätzen, welche Risiken sie eingehen. Anleger investieren mehr oder weniger in eine Black Box, urteilt Fondsanalyst Hedrich.
Bestes Beispiel ist der Absolute-Return-Fonds der UBS. Der hat sich lange Zeit solide entwickelt, dann aber brach der Kurs plötzlich ein. Die Bank begründete das mit der Finanzkrise. Der Fonds habe Geld in verschiedenen Wertpapieren gehabt, die unter der Krise früh gelitten haben - zum Beispiel in sogenannten Collateralized Debt Obligations und in Krediten aus dem amerikanischen Hypothekenmarkt, der die Finanzkrise erst verursacht hatte. Vielen Fonds gelang es zwar, solche Kreditrisiken zuletzt zu meiden. Es ist aber möglich, dass sie andere Risiken beinhalten, sagt Fondsanalyst Hedrich.
Darum sollten Anleger vorsichtig sein. Auch wenn der eine oder andere Fonds bisher akzeptable Ergebnisse geliefert hat, bleibt immer eine gewisse Unsicherheit. Wer absolute Sicherheit sucht, findet diese dann doch eher in Geldmarkt-Fonds oder auf Festgeld- und Tagesgeldkonten.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: F.A.Z.
| Anlage- schwerpunkt | Fond- anzahl | Mon. Performance | |
|---|---|---|---|
| Top % | Flop % | ||
| Aktien | 2.966 | +2,53 | -15,25 |
| Andere | 5.364 | +0,00 | -7,22 |
| Derivative | 46 | +0,00 | -1,19 |
| Geldmarkt-/nahe | 225 | +0,99 | -1,28 |
| Gemischte | 229 | +3,24 | -6,41 |
| Renten | 1.321 | +6,05 | -4,26 |
| Quelle: Morningstar | |||
| Tops & Flops | Prozent |
|---|---|
| Renten CZK | +6,05 |
| Renten Europa Emerging Market | +3,49 |
| Gemischte Fonds Türkei (neut) | +3,24 |
| Aktien Norwegen | -15,25 |
| Aktien Thailand | -15,19 |
| Aktien Indonesien | -14,50 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.447,55 | -1,35 |
| TecDax | 730,95 | -2,11 |
| DowJones | 11.632,38 | +0,26 |
| Nasdaq | 2.325,88 | +0,95 |
| STOXX 50 | 3.355,44 | -0,95 |
| Nikkei 225 | 13.603,31 | +2,18 |
| S&P 500 Zert. | 12,75 | -0,39 |
| Euro/Dollar | 1,57 | -0,10 |
| Bund Future | 110,61 | +0,45 |
| Gold | 924,22 | +0,27 |
| Öl | 126,52 | -4,27 |
