Amerika

Fondsskandal: Ein Jahr später laufen noch Ermittlungen

03. September 2004 Vor einem Jahr hat der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer die mißbräuchlichen Handelspraktiken bei amerikanischen Investmentfonds publik gemacht. Seitdem haben Aufsichtsbehörden Strafen in Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden Dollar gegen zwölf Gesellschaften sowie zahlreiche Manager verhängt. Gegen einige Fondsgesellschaften, darunter die Amvescap-Tochter Invesco Funds Group und Federated Investors, wird immer noch ermittelt.

"Es gibt noch eine beträchtliche Anzahl Verfahren, die nicht abgeschlossen sind, aber inzwischen sind es eher Routinesachen geworden", sagte Spitzer in einem Telefoninterview mit Bloomberg News. Er kündigte an, daß sein Büro weiter ermitteln werde. "Es wird weitere Strafverfahren geben."

Die Gesellschaft Invesco wurde im vergangenen Jahr von Spitzer beschuldigt, sie sei an einem "umfangreichen Betrugsschema bei Investmentfonds" beteiligt gewesen, indem sie einigen Hedgefonds und Brokern kurzfristige Transaktionen gestattete, die die Erträge für langfristige Fondsanleger schmälerten. Am Dienstag willigten drei ehemalige Invesco-Führungskräfte ein, in einem Vergleich 340.000 Dollar zu zahlen, um die Anschuldigungen beizulegen, berichtete die Wertpapieraufsicht SEC. Das Verfahren gegen Invesco läuft noch. Gegen Federated, die mehrere Fälle mißbräuchlicher Handelspraktiken einräumte, ermitteln mehrere Aufsichtsbehörden auf Bundes- und Bundesstaatenebene.

Neue Vorschriften von Aufsichtsbehörde erlassen

Im Zusammenhang mit dem Skandal hat die Börsenaufsichtsbehörde SEC zehn neue Vorschriften erlassen. Diese regeln unter anderem die Unternehmensführung bei den Fonds, sehen eine erhöhte Transparenz bei den Fondsgebühren vor und verpflichten die Fonds, Mitarbeiter einzustellen, die sicherstellen, daß die Fonds nicht gegen das Wertpapierrecht verstoßen.
"Es wird immer Leute geben, die versuchen, Investoren zu betrügen, aber die Branche an sich ist dadurch gestärkt worden", erklärte Cynthia Fornelli, stellvertretende Direktorin des Bereichs Investment Management bei der SEC. "Für die Fondsanleger ist es besser."

Am 3. September 2003 gab Spitzer bekannt, seine Ermittlungen hätten ergeben, daß der Hedge Fonds Canary Capital Partners LLC mit Managern bei vier Investmentfonds, darunter Bank of America und Janus Capital Group , Vereinbarungen über missbräuchliche Handelspraktiken getroffen hatte.
Nach der Bekanntgabe fanden die Ermittler noch weitere Gesellschaften, die ähnliche Vereinbarungen getroffen hatten. Sie erlaubten einigen Kunden das sogenannte "Market Timing", häufige Käufe und Verkäufe von Fondsanteilen, und den späten Handel, bei dem Investoren nach Marktschluß illegal Fondsanteile erwarben oder abstießen.

Text: Bloomber/Bearbeitung: @thwi

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