Europa

Europäische Aktienfonds mit starken Zuwächsen

02. Juli 2003 Aktienfonds, die für europäische Investoren offen sind, bescherten ihren Anlegern im zweiten Quartal den größten Wertzuwachs seit dreieinhalb Jahren. Am besten schnitten die Fonds ab, die in Schwellenländer, Biotechnologie und Technologiewerte investierten. Der durchschnittliche Aktienfonds, den europäische Investoren kaufen können, gewann knapp 16 Prozent an Wert. Dies zeigen die Daten von Standard & Poor's. Hingegen kam der durchschnittliche Anleihefonds nur auf ein Plus von drei Prozent.

"Das sind gute Nachrichten für Kunden und gute Nachrichten für unsere Rentabilität", sagt Andrew November, mit zuständig für die Investments bei Scottish Widows Investment Partnership in Edinburgh.
Die europäischen Börsen verzeichneten im zweiten Quartal den größten Zuwachs seit Ende 1999, nachdem der Irakkrieg vorbei war und die Marktteilnehmer mit dynamischerem Wachstum in Amerika rechnen.

UBS mit Countries Fund erst Schlußlicht, dann Spitze

Sowohl der europäische Leitindex Dow Jones Stoxx 50 als auch der Standard & Poor's 500-Index legten mehr als 14 Prozent zu.
Acht der zehn größten Aktienfonds in Europa schlugen den Stoxx 50-Index. Am besten schnitt der 4,6 Milliarden Euro schwere Euro Countries Fund von UBS ab. Er bescherte seinen Anlegern ein Plus von 23 Prozent. Im ersten Quartal hingegen war er laut S&P das Schlußlicht bei der Performance. "Nach dem Irakkrieg hatten wir eine hübsche Aufwärtsbewegung, insbesondere im Finanzsektor," berichtet Volker Koester, der den UBS-Fonds verwaltet.

Die Vermögensverwaltungsgesellschaften hoffen nun, daß die gute Performance der Fonds zu einem neuen Zustrom an Anlagekapital führt. Aber bisher sind das nur fromme Wünsche. Die Zuflüsse in Aktienfonds in Großbritannien, dem viertgrößten Fondsmarkt Europas, sanken im Mai um 55 Prozent auf 191,8 Millionen Pfund (276,26 Millionen Euro) gegenüber de entsprechenden Vorjahreszeitraum, berichtet die Branchenvereinigung Investment Management Association.

Fondsmanager uneins über Privatanleger-Sicht auf Aktien

"Die Leute haben von Aktien immer noch die Nase voll", konstatiert November. "Wir brauchen erst noch ein paar Quartale Stabilität, bevor die Anleger wieder Mut fassen." Henri Reiter, geschäftsführender Direktor bei dem in Luxemburg angesiedelten Fund Invest berichtet, daß einige seiner wohlhabenderen Kunden wieder investieren. "Vermögende Privatinvestoren kehren zu den Aktien zurück," beobachtet er. "Sie sind der Ansicht, daß das Schlimmste vorbei ist." Unter anderem setzte sie auf den Fidelity European Growth Fund, der von Graham Clapp verwaltet wird und mit einem Fondsvolumen von etwa 8,6 Milliarden Dollar der größte europäische Aktienfonds ist. Zwischen April und Juni legte er 21 Prozent zu.

Drei der vier Performance-Spitzenreiter in dem Quartal konzentrierten sich auf indonesische Aktien. Der New Tiger Indonesia Fund von Allianz Dresdner Asset Management war der Klassenbeste mit einem Wertzuwachs von 54 Prozent. Der Jakarta Composite Index fuhr im zweiten Quartal die siebtbeste Performance ein und kletterte 37 Prozent. Zu den größten Gewinnern in Indonesien zählt PT Bank Pan Indonesia. Der Kurs der Bankaktie hat sich im zweiten Quartal fast verdoppelt.

Hauck & Aufhäuser top mit Biotechs - Flop mit deutschen Techs

Der zweitbeste Fonds war der Finex Fonds Bio Spezial, der von Hauck & Aufhäuser in Luxemburg vertrieben wird und von 3A Fund Management in München verwaltet wird. Er investiert 95 Prozent des Kapitals in Biotechnologiegesellschaften, die in Amerika angesiedelt sind. "Wir sind ein reiner Biotech-Fonds und Biotechnologie ist gut gelaufen," erklärt Andreas Loibl, der den eine Million Euro schweren Fonds verwaltet.

Hauck & Aufhäuser hatten aber auch den Fonds mit der schlechtesten Wertentwicklung, den H&A Lux Dac Trends Fund, der in deutsche Technologiewerte investiert. Er büßte 23 Prozent ein, nachdem die Fondsgesellschaft darauf setzte, daß die Aktienkurse sinken würden. Indes gewann der deutsche TecDax Performance-Index 29 Prozent. "Die Strategie hat sich komplett geändert," versichert Georg Schraudner, der den 400.000 Euro schweren Fonds vor drei Wochen übernahm. "Ich halte Ausschau nach unterbewerteten Unternehmen."

Text: Bloomberg

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