Interview

„Die Kurse nehmen viele negative Entwicklungen vorweg“

25. April 2008 In den vergangenen Monaten ist auch die Schweizer Börse außer Tritt geraten. Angesichts der Probleme, welche die Schweizer Banken aufgrund der Kreditkrise haben, überrascht das nicht.

Das bekam auch der DWS ZI Aktien Schweiz-Fonds (Isin: DE0008490145) zu spüren, steht zum Stichtag Ende März doch ein Zwölfmonatsminus von 8,4 Prozent zu Buche. Das mag zunächst schlecht aussehen. Doch damit schneidet der Fonds in diesem Zeitraum besser als der Vergleichsmaßstab ab. Auch über längere Zeiträume hat der Fonds im Performance-Wettstreit die Nase vorne. So hat er in drei Jahren ein Plus von 58,6 Prozent aufzuweisen, während die Benchmark nur auf ein Plus von 32,1 Prozent kommt.

Unter den hierzulande zugelassenen Schweiz-Fonds hat das DWS-Produkt damit den Spitzenplatz inne. Im folgenden Interview verrät Fondsmanager Ralf Rybarczyk, wie er die weiteren Aussichten an seiner Zielbörse beurteilt.

Wie lässt sich die im DWS ZI Aktien Schweiz-Fonds verfolgte Anlagepolitik beschreiben?

Wie der Name schon sagt, investieren wir selektiv in schweizerische Unternehmen. Dabei stellen wir hohe Anforderungen an Management, Produktangebot und Bilanzqualität der Unternehmen. Das derzeitige Portfolio umfasst 27 handverlesene Werte.

Der Fonds hat 2006 sehr viel besser und 2007 besser als der Vergleichsmaßstab abgeschnitten. Was waren dafür die Erfolgsfaktoren?

Die Outperformance des DWS ZI Aktien Schweiz entspringt der beschriebenen strengen Einzelaktienauswahl. Viele Werte im DWS ZI Aktien Schweiz können darüber hinaus von den aktuellen Megatrends wie der anhaltenden Nachfrage nach Rohstoffen oder dem weltweiten Ausbau der Infrastruktur profitieren, weil sie global tätig sind.

Wie gehen Sie mit den Wechselkursschwankungen um? Werden Absicherungsgeschäfte betrieben?

Auch wenn die Fondswährung auf Euro lautet, so ist der Fonds fast ausschließlich in Schweizer Franken investiert. Eine Absicherung des Schweizer Franken ist prinzipiell möglich, wurde bis dato aber noch nicht durchgeführt. Zum einen sehen wir den Franken zum Euro tendenziell unterbewertet, zum anderen hat die Vergangenheit gezeigt, dass in Zeiten von Unsicherheit der Schweizer Franken zu den anderen Währungen aufwertet und sich die damit Stabilität des Fonds sogar noch verbessert.

Was lässt sich zur Bewertung am Schweizer Aktienmarkt sagen und wie sieht es mit den Gewinnaussichten der Unternehmen aus?

Trotz der guten Performance der vergangenen Jahre liegt die durchschnittliche Bewertung schweizerischer Aktien gemessen am Kurs/Gewinn-Verhältnis zum Teil deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Für 2008 erwarten wir insgesamt neue Rekordstände bei den Unternehmensgewinnen. Das stärkste Gewinnwachstum sollte hierbei im Small und Mid Cap Segment liegen.

Der SMI notiert derzeit auf dem Niveau vom Herbst 2005. Was sind Ihre Erwartungen für den Index auf Sicht von ein und drei Jahren? Und was müsste passieren, dabei die Kurse wieder in den Vorwärtsgang schalten können?

Die aktuellen Kursniveaus nehmen bereits einen Großteil negativer Entwicklungen vorweg, so dass ich durchaus konstruktiv auf mittlerer Sicht für den Gesamtmarkt bin. Zudem haben die vornehmlich betroffenen Unternehmen bereits eine Reihe an Maßnahmen zur Verbesserung der Situation implementiert oder aber man ist im Begriff, dies zu tun.

Schweizer Banken sind von der Kreditkrise besonders stark negativ betroffen worden. Was sind die Gründe dafür und sehen Sie hier schon wieder Einstiegschancen?

Insbesondere die UBS gehörte zu den Banken, die die größten Abschreibungen in ihrem Kredit- und Handelsbuch vornehmen mussten. Die anstehende Kapitalerhöhung sollte zusammen mit neuen Kosten- und Risikokontrollen das verloren gegangene Vertrauen wiederherstellen.

Auch die Performance der Schweizer Pharmaaktien lässt sehr zu wünschen übrig. Was drückt hier die Notierungen und wie beurteilen Sie die Chancen auf eine Renaissance dieser Titel?

Die Pharmaunternehmen haben zunehmen mit Patentabläufen und dem Aufkommen von Generika zu kämpfen. Einige Unternehmen haben inzwischen die Problembereiche erkannt und gehen zum Teil verstärkt durch neue Entwicklungs- und Kostensenkungsprogramme an.

Auf welche Branchen setzen Sie momentan und welche meiden Sie eher?

Wie schon in der Vergangenheit setzen wir weiter auf ausgewählte Industrieunternehmen, die nicht nur durch ein hervorragendes Management überzeugen, sondern ebenfalls aufgrund struktureller globaler Entwicklungen eine hohe Visibilität in ihren Gewinnen aufweisen können. Vorsichtig sind wir nach wie vor bei Unternehmen, die stark vom amerikanischen Konsum abhängig sind.

Zu den größeren Positionen zählt Burckhardt Compression Holding. Wie lautet hier die Investmentstory?

Der Maschinenbauer liefert weltweit Kompressoren für die Gasindustrie, in der die Verflüssigung von Gas eine zunehmende Bedeutung für die Lagerung und den Transport erlangt.

Wie lauten Ihre Topargumente für ein Investment im DWS ZI Aktien Schweiz-Fonds?

Der Anleger hat mit dem DWS ZI Aktien Schweiz die einzigartige Möglichkeit, die Solidität und Qualität schweizerischen Unternehmen mit der Möglichkeit zu kombinieren, von den globalen Themen wie Gesundheit, Rohstoffe, Infrastruktur und Luxus zu profitieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @JüB
Bildmaterial: DWS Zürich, FAZ.NET

 
Überblick Wertentwicklung
Anlage-
schwerpunkt
Fond-
anzahl
Mon. Performance
Top %Flop %
Aktien 3.142 +0,00 -25,02
Andere 5.674 +0,00 -9,43
Derivative 51 +0,00 -5,84
Geldmarkt-/nahe 227 +3,68 -3,41
Gemischte 264 +1,03 -15,20
Renten 1.363 +4,61 -8,80
Quelle: Morningstar
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NamePunkteProzent
Dax 4.544,31 -7,01
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STOXX 50 2.421,87 -7,86
Nikkei 225 8.276,43 -9,62
S&P 500 Zert. 8,83 -10,45
Euro/Dollar 1,34 +0,00
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