Herta Müller

Spezial Die Entscheidung der Stockholmer Akademie für Herta Müller ist ein Bekenntnis zu Artistik und Ethik als zwei Seiten einer Medaille und nicht zuletzt auch zu einer zerstörten Diasporakultur und ihrer wortmächtigsten Bewahrerin. Es ist ein großer Tag für die deutsche Literatur. Von Tilman Spreckelsen

Lesermeinungen zum Beitrag

09. Oktober 2009 20:35
Verdrängung aus der Geschichte  
heide Roscherh (heiro17)

Rumänien ist über diese Preisverleihung nicht erfreut. Es ist in allen Vertreiberstaaten so, dass die Erinnerung an die Deutschen verdrängt werden soll. Warum werden historische Gebäude nicht zweisprachig beschildert? Deutsche Kultur und Geschichte werden zur originär eigenen erklärt.
Die ostdeutsche Merkel interessiert das nicht!

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08. Oktober 2009 18:56
Nach dem Danziger Landser war die Talsohle wohl erreicht...  
Harry LeRoy (Cimon)

Wie es scheint, so geht es mit der deutschen Literatur wieder ein wenig bergauf: Nachdem mit dem Nobelpreis für den Landser aus Danzig, der es im II. Weltkrieg leider unterlassen hat den Heldentod für seinen damals geliebten und später verleugneten überaus autobahnbauenden Tyrannen zu sterben und so die Welt als Schriftsteller peinigte, scheint nun die Kunst wieder ein wenig mehr gepflegt zu werden; zumal die Unsitte, den Literaturnobelpreis nicht nach der künstlerischen Qualität, sondern nach der politischen Haltung zu vergeben in den letzten Jahren sehr dominant war.

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08. Oktober 2009 18:33
ein großer Tag für die deutsche Literatur?  
Wilhelm Westerkamp (Ralf128)

Tatsächlich gewinnt eine Frau, eben Herta Müller, die höchste Auszeichnung für
Literatur, den Literaturnobelpreis. Auch berechtigt? Nicht dazu äußern wollte sich Marcel Reich-Ranicki: "Ich will nicht über die Herta Müller reden," meinte er kurz und knapp. Also doch kein großer Tag für die deutsche Literatur? Nach den Worten des Literatur-Papstes anscheindend nicht, der ohnehin den Schriftsteller Roth favori-
sierte. Nun ist es eine Frau geworden. Die Jury in Stockholm hat entschieden.

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