Kein Smog, freie Berichterstattung und humanistische Spiele: Das waren Versprechen, die Chinas Führung vor Olympia gemacht hat. Je näher die Spiele rücken, desto offensichtlicher wird, dass sie diese Versprechen nicht wird einhalten können. Von Petra Kolonko, Peking
Um Chinas Rang als Sportnation braucht sich die Parteiführung keine Sorgen zu machen - um ihr Image im Ausland hingegen schon. Von humanistischen oder grünen Spielen ist nicht mehr die Rede, zuletzt stand nur noch die Sicherheit im Vordergrund. Von Petra Kolonko
Sie wollten schnell verdienen, doch nun kommen weniger Gäste als erwartet. Hoteliers und private Zimmervermieter forderten überzogene Preise und sitzen auf freien Zimmern. Nach Olympia erwarten viele eine Immobilienkrise in Peking. Von Christoph Hein, Peking
Über Wohl und Wehe der Olympiagäste wachen 80.000 Sicherheitskräfte und 300.000 Kameras. Nichts Unvorhergesehenes soll passieren. Das ungute Gefühl, dass vielen Besuchern vermittelt wird, nimmt die Führung hin: Für die Sicherheit bietet sie alle Kräfte auf. Von Petra Kolonko, Peking
Was die Sicherheitskräfte mit aller Macht verhindern wollten, passierte doch: Tibet-Unterstützer entfalteten mitten in Peking Transparente. Allerdings wirkt die Anwesenheit ausländischer Journalisten offenbar mäßigend: Gegen die Demonstranten wurde keine Gewalt angewendet. Von Peter Sturm
Ort der Klage: Madrid. Die Angeklagten: zwei chinesische Minister, zwei Armeegeneräle und drei für Tibet zuständige Funktionäre. Möglich wird das nun zugelassene Verfahren durch ein Gesetz, das Klagen wegen Völkermordes auch dann gestattet, wenn keine spanischen Staatsangehörigen betroffen sind. Von Leo Wieland, Madrid
Genau solche Aktionen wollte die chinesische Polizei verhindern: Ausländische Studenten haben am ersten Tag des olympischen Fackellaufes durch Peking am Olympia-Park demonstriert. Daraufhin wurde die Route für den Lauf geändert.
Olympische Harmonie sollte nicht darüber täuschen, dass China militärisch aufrüstet. Wie kann das von außen beschränkt werden? Von den drei Optionen - Sanktionspolitik, Präventivkrieg und Rüstungskontrollabkommen - ist nur eine realistisch. Von Lothar Rühl
Wenige Tage vor den pompös inszenierten Olympischen Spielen sorgt der Streit über Pressefreiheit und Zensur für neue Verstimmung zwischen China und dem Westen. Wird sich das Land nun öffnen oder bleibt doch alles beim Alten? Freuen Sie sich trotz allem auf das Sportereignis? Diskutieren Sie mit Redakteuren und Korrespondenten der F.A.Z.
Die Athleten fliegen ein, die Hauptstadt ist gesäubert - und die Gastgeber sind so nervös wie nie zuvor. Nichts, aber auch gar nichts darf aus chinesischer Sicht schiefgehen während der Olympischen Spiele in Peking. Sie könnten ein Signal für Chinas Öffnung sein. Von Christoph Hein
Peking steht vor Olympia – und die deutsche Chinapolitik vor der Frage, ob sie aus mehr besteht als aus frommen Wünschen. Die erhoffte gesellschaftliche Öffnung Chinas wird nicht durch Schweigen gegenüber Fehlentwicklungen befördert. Eine Replik auf den Außenminister. Von Karl-Theodor zu Guttenberg
Zensur, Tibet, Menschenrechte, Doping - und an fast jeder Ecke ein Soldat: Dass Olympia nach Peking nicht mehr dasselbe sein wird wie vorher, schwant manchem Olympier vor der Eröffnung dieser politischen Spiele. Der Fackellauf ist schon entzaubert, jetzt will China auch im Sport seine Stärke beweisen. Von Michael Horeni, Peking
Hat IOC-Präsident Rogge allen Ernstes geglaubt, dass er China schon zu einem entspannten Umgang mit der Pressefreiheit bewegen werde? Über den Charakter dieses Herrschaftssystems kann niemand im Unklaren gewesen sein. Von Klaus-Dieter Frankenberger
Schon kurz vor den Olympischen Spielen sind sich Peking und der Westen uneins über das Thema Zensur. Westliche Vorstellungen von freiem Meinungs- und Informationsfluss treffen auf das chinesische Konzept kontrollierter Öffentlichkeit. Dabei ist der Kampf um Pressefreiheit in China seit Jahren ein zentrales Thema. Von Mark Siemons