Der SPD-Vorsitzende äußerte in Berlin Zweifel an den Motiven der Abweichler. Aber Franz Müntefering warnte auch vor Unbesonnenheit. Für die gescheiterte Andrea Ypsilanti fand er lobende Worte - und versuchte, nicht noch Öl ins Feuer zu gießen. Von Günter Bannas, Berlin
Moralisch verwerflich, unsolidarisch, entsetzt: Die Weigerung der vier hessischen SPD-Abgeordneten, für Andrea Ypsilanti zu stimmen, stößt in der Partei teils auf harsche Kritik. Der Vorsitzende Müntefering bezeichnet den gescheiterten Machtwechsel als schweren Schlag für die hessische SPD.
Rot-Grün in Hessen steht: Schon am 4. November will sich Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin wählen lassen. Umweltminister wird der Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir. Ypsilantis Widersacher Jürgen Walter wird dem Kabinett nicht angehören.
Seit Monaten hat Kanzlerin Merkel die Bildungsrepublik Deutschland ausgerufen und reist mit dieser Mission durchs Land. Vor dem Qualifizierungsgipfel an diesem Mittag in Dresden sieht sie sich allerdings mit Kritik aus den Ländern konfrontiert. Die Länderchefs wollen mehr Geld, ihre Kulturhoheit aber behalten.
Im Licht der Finanzkrise versuchen die Kanzlerin und ihr Generalsekretär, die CDU noch weiter von den 2003 gefassten marktliberalen Beschlüssen abzubringen. Manche in der Partei warnen, Pofallas Mitte rücke immer mehr nach links. Von Wulf Schmiese
In der Bayern LB ist schon ausgemacht, dass der Bund einsteigt. Andere Banken trauen sich bisher nicht, diesen Schritt bekannt zu machen, deuteten aber an, dass auch sie staatliche Hilfen in Anspruch nehmen werden. Von Hanno Mußler
Der Deutsche Philologenverband hat vor den Auswirkungen des Lehrermangels in Deutschland gewarnt. Die Zahl der Unterrichtsstunden, die pro Woche ausfallen, ist auf 1,1 bis 1,2 Millionen gestiegen. Besonders dramatisch sei der Mangel in den technischen Fächern. Von Cornelia von Wrangel
Bund und Länder haben sich über die Lastenverteilung beim 500-Milliarden-Euro-Rettungspaket für die Finanzbranche geeinigt. Die Länder beteiligen sich mit 35 Prozent an den Kosten, ihr Beitrag soll gedeckelt werden. Heute soll das Paket im Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.
Die wesentlichen Entscheidungen in der Finanzkrise verabredete Angela Merkel mit der SPD, die CSU wurde nur informiert. Im Kanzleramt hieß es, es sei schwer zu erkennen, wer der richtige Ansprechpartner beim Koalitionspartner sei: Huber nähme sich zurück, Seehofer hätte noch anderes zu regeln. Von Günter Bannas und Wulf Schmiese, Berlin
Die Grünen in Baden-Württemberg haben Cem Özdemir einen sicheren Listenplatz zur Bundestagswahl verweigert. Ob er nach diesem Debakel überhaupt noch Bundesvorsitzender werden will, hat er noch nicht entschieden, von Denkprozessen ist die Rede. Von Rüdiger Soldt, Schwäbisch Gmünd
Die Freien Wähler treffen sich in Flensburg, dem Ort ihres bislang größten Erfolges im Norden. Es wird um die Frage gehen, ob sie auch bei der Bundestagswahl antreten sollten. Vorsichtige mahnen, sich erst einmal den kommunalen Aufgaben zu widmen. Von Frank Pergande
Bei einer Razzia hat die Polizei bundesweit mehr als 80 Objekte der rechtsextremen Jugendorganisation Heimattreue Deutsche Jugend durchsucht. Der Verein steht im Verdacht, Jugendliche an nationalsozialistisches Gedankengut heranzuführen.
Der bayerische Wissenschaftsminister Goppel hat sich zum Verzicht auf eine Kandidatur für das Ministerpräsidentenamt bereit erklärt, falls sich auch Innenminister Herrmann zurückziehe. Zunächst wolle er das Stimmungsbild in den anderen Bezirksverbänden abwarten. Oberbayern hatte für Seehofer votiert.
Was Parteichef Erwin Huber schon hinter sich hat, will Günther Beckstein bisher nicht vollziehen - seinen Rücktritt anzukündigen. Doch der bayerische Ministerpräsident ist nicht mehr Herr seiner eigenen politischen Laufbahn, sondern Spielball verschiedener Mächte in der CSU. Von Albert Schäffer, München