Ypsilantis Abweichlerin

Dagmar Metzger bleibt bei ihrem Nein

Sie ist erst im Januar in die Landespolitik eingetreten - und sorgte nun für einen Paukenschlag: Dagmar Metzger und ihre Entscheidung, Andrea Ypsilanti nicht zur hessischen Ministerpräsidentin zu wählen. In Darmstadt ist die SPD-Frau keine Unbekannte.

Lesermeinungen zum Beitrag

09. März 2008 10:30

Lassen Sie sch nicht "unterkriegen"!!

Christian Bloth (BlothFFM)

Frau Metzgers Mut ist bewundernswert. Auch in der Berliner SPD gab es wenige Nein-Stimme m Abgeordnetenhaus, als sich K. Wowereit das erste Mal mit Hilfe der PDS - damaliger Name - zum Reg. Bürgermeister wählen ließ. Auch diese beriefen sich auf die unheilvollen Efahrungen in Berlin, als die KPD die SPD zur SED verschmolz, unzählige Sozialdemokraten eingesperrt wurden, ein Aufstand niedergeschlagen wurde und schließlich die Mauer gebaut wurde. Auch mich - im Westteil Berlins aufgewachsen - hat diese Mauer und die Erfahrung mit denen, diedafür verantwortlich sind,so geprägt, dass sich einem der MAgen umdreht,wenn man die heutigen Machtspieleder hessischen SPD, getrieben vom persönlichen Ehrgeiz der Frau Ypsilanti, verfolgt. Frau Metzger hat uns aus der Seele gesprochen. Ich hoffe inständig, dass sie jetzt den Mut hat, dem Druck der Partei nicht nachzugeben, ihr Mandat aufzugeben oder doch noch zuzustimmen. Dies wäre fatal für die Unabhängigkeit des Mandats. Es würde auch heißen, dass es mit der angeblichen Toleranz der Frau Ypsilanti nicht weit her ist.

Eine Frage noch: Warum ist es eigentlich nicht mehr möglich,überdie homepage der SPD Fraktion bzw. der SPD Darmstadt das Porträt von Frau Metzger anzuklicken? Techn. Fehler?

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08. März 2008 14:59

Dagmar Metzger

Peter Clajus (petercl)

Frau Metzger hat ihrer Partei gesagt, von wem sie sich tolerieren lassen will: Von einer Partei, die Menschen in ihrem Herrschaftsbereich eingesperrt hat, auf sie schießen ließ, wenn sie das Land verlassen wollten, zahllose Menschen bespitzelt, geschurigelt und eingesperrt hat und schließlich eine ihr anvertraute Volkswirtschaft in den Ruin getrieben hat. Mit solchen Leuten kann man nicht koalieren oder sich dulden lassen. Bravo, Frau Metzger! Unsere Abgeordneten sind ihrem Gewissen verantwortlich und nicht irgend einer Parteimeinung. Politiker, die das anders sehen, sollten mal einen Blick in die Verfassung werfen.

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07. März 2008 15:28

Bravo, Frau Metzger!

Joachim Noack (j.noack)

Im "letzten Moment" erfahren wir doch noch von einer charakterfesten Frau, die sich von einer über alles machtbesessenen "Frau XY" nicht umstimmen läßt. Hoffentlich macht das Eindruck auf andere Politiker (Männer)!
Ein schon nicht mehr erwarteter Lichtblick.

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07. März 2008 15:17

Dagmar Metzger

Franz Maute (281246)

Respekt! Solche Frauen braucht das Land!
Franz Maute

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07. März 2008 15:12

Eilige Taktik?

Kim Norman Thiebus (Teuton1c)

Ich frage mich gerade, ob Frau Metzger womöglich die letzte Chance der SPD war, einigermaßen unbeschadet aus dieser ganzen Wortbruch-Geschichte zu kommen. So plötzlich, wie diese Geschichte aufgetaucht ist und so hilflos und angegriffen die SPD dieser Tage dasteht, könnte es doch sein, dass dieser "Einsatz" von Frau Metzger reines Kalkül der Parteiführung ist. So wird niemand der SPD vor der Bundestagswahl vorwerfen können, sie habe tatsächlich Wortbruch begangen, noch kann man behaupten es hätte kopfloses hin und her in der Parteispitze gegeben.

Die SPD wahrt letzte Reste ihres Gesichts und Frau Metzger hat den Auftritt - könnte doch ein schöner Deal gewesen sein. Beck verbrennt sich ein bisschen die Finger an diesem Versuch, die Akzeptanz im Volk für ein solches Linksbündnis abzustecken und kann sich in Zukunft darauf konzentrieren, die FDP zu bearbeiten. Darüber hinaus wird Koch als Geschäftsführender sicher eine Menge Angriffsfläche bieten.

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07. März 2008 14:50

Was bleibt?

Thomas Reimers (astrovoyager)

Frau Ypsilanti wird durch den Widerstand einer Parteigenossin daran gehindert, Ministerpräsidentin zu werden. Soweit so gut. Das eine Parteigenossin ihr aus Gewissensgründen die Gefolgschaft verweigert, ist zu akzeptieren, wenn auch die Gründe von Frau Metzger auf den Prüfstand gehören.
Gleichwohl hat eine Mehrheit der Wähler Herrn Koch und der CDU das Misstrauen ausgesprochen – er hat nicht mehr die Mehrheit im hessischen Landtag. Das jetzt versucht wird die Jamaika-Koalition als hoffähig darzustellen ist aber ebenso verlogen wie inkonsequent. Denn sowohl CDU als auch FDP haben den Grünen immer wieder die Regierungsfähigkeit aberkannt und nicht umsonst von der Rot-Grünen Gefahr gesprochen und auch im Wahlkampf ausgiebig davon Gebrauch gemacht. Jetzt also die Jamaika-Version als das Non-Plus-Ultra zu deklarieren ist ebenso verlogen und unanständig und dient nur dem eigenen Machterhalt.
Das einzige, was aus der politischen Klemme für alle führen könnte, ist ein Scheitern der Koalitionsverhandlungen zu erklären und dem Wähler den Auftrag zu erteilen, für klare Verhältnisse im hessischen Landtag zu sorgen – also baldmöglichst Neuwahlen anzusetzen.

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07. März 2008 14:35

Chapeau Frau Metzger!

Steve Lutzmann (TomderAffe)

Herzlichen Dank Frau Metzger! Endlich eine Politikerin, die sich als Volksvertreterin versteht. Nicht als Vertreterin einer Ideologie oder Unterstützerin der Machtgeilheit einer Frau Y.

Vorbildlich demokratisches Verhalten, vorbildlicher Umgang mit dem Willen der Wähler. Man möge sich ein Beispiel an dieser Frau nehmen!

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07. März 2008 14:34

Rückgrat ? ? ? ?

helmut goebel (ischameyer)

Wie viel Rückgrat diese Frau hat kann am
einfachsten an ihr selbst gemessen werden,
oder erinnert sie sich nicht mehr an das
Kuppelgeschäft mit der Punker-Partei?
Macht doch nichts, ging doch nur um Macht-er-halt!

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07. März 2008 14:30

Großes Können

Mona Vogelsang (Aghapi)

Schade, dass Frau Metzger die Mauer (auch ich habe in Berlin gelebt) weiter in sich trägt. Sie hätte zur Integration beitragen können.
Schade, dass Frau Metzger der durch die Protesthaltung nach oben geschwemmten Gruppierung so viel Gewicht verleiht. Sie hätte nach einiger Zeit in der Nähe der Verantwortung sich verändern oder versinken können.
Schade, dass Frau Metzger die SPD wieder als nicht politikfähig dastehen läßt. Sie unterschätzt die Auswirkungen auf die Stammwähler, die sich nun noch mehr in eine andere Richtung wenden müssen.
Schade, dass statt der LINKEN nicht eine der rechten Splitterparteien in den Landtag gewählt worden ist: da hätte es keine Ausrede gegeben.
Schön, dass die Presse so funktioniert: Chance erkannt und Chance genutzt: Jeder im Land kennt jetzt Namen und Gesicht. Welche eine Möglichkeit hat sich der Genosse im fernen Kiel entgehen lassen!
Ich stelle mir vor, wie bei Metzgers zu Hause im gepflegten Kreis bei einem Gläschen nebst Fingerfood ein Toast nach dem anderen auf diesen Coup ausgebracht wird.
Ich wünschte, ich wäre je in meinem Leben darauf gekommen! So viel zum Thema Lügen und Zynismus.

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07. März 2008 14:05

RESPEKT

Uwe Leopold (leouwe)

Ein kleiner Funken Hoffnung gibt es wohl doch noch für die deutsche bzw. hessische Politik. Und das ausgerechnet von einem "Neuling" in der Landespolitik. Die Vorsitzende Ypsilanti kann sich hier durchaus ein Beispiel in Sachen Moral und Glaubwürdigkeit nehmen. Nur Schade, daß Frau Metzger eine Ausnahme ist und bleiben wird. Für Posten und Macht verraten unsere Politiker zur Not auch ihre Großmutter - normalerweise.

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07. März 2008 13:50

Heil, Beck & Co.

Eberhard Wedekind (wedekind3)

Es tut der SPD gut, dass es noch bodenständige, selbstbewusste und der Geschichte der ältesten Partei Deutschlands verpflichtete Mitglieder gibt, wie z.B Frau Metzger oder Herrn Clement. Aber Wahrheit und Gewissen ist in der SPD schon immer ein Problem gewesen. Die Strategie wurde immer in der Bundes-
zentrale festgelegt, so auch dieses Mal nach den Wahlen in Hessen, Niedersachsen
und Hamburg. Heil, Beck und Struck ( letzterer als "armseliger Fraktionschef", so hat ihn Altbundeskanzler Kohl einmal genannt ) übten Druck auf die sowieso, machtbesessene Stewardess Y. aus, die anfänglich nicht genügend überlegt und Rat eingeholt hat, was das Zusammengehen mit den ehemaligen SED Genossen bedeutet. Frau Metzger hat ihr vielleicht die Augen geöffnet. Hier zeigt sich deutlich, das die Aufarbeitung des DDR Unrechts, durch die SED Partei verursacht, im wiedervereintem Deutschland sträflich vernachlässigt wurde.
Frau Metzger hat es ausgesprochen, ihre Familie hat durch DDR Unrecht gelitten.
Das die Linke von der SPD hoffähig gemacht wird, dagegen müssen alle aufrechten Bundesbürger sein. Schumacher, Erler, Wehner, Brandt, würden es nicht verstehen
SPD am Scheideweg, ist Umkehr noch möglich? wedekind3

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07. März 2008 13:40

Rückgrat

Joachim Deiß (Jo1980)

Diese Frau zeigt Rückgrat und lässt sich nicht von der Parteiraison beeinflussen. Hoch anzurechnen ist ihr Mut - anders als in Schleswig-Holstein bei der Nicht-Wahl von Frau Simonis geschehen - vor der Wahl von Frau Ypsilanti ihre Position öffentlich zu machen, auch wenn sie evtl. dadurch negative Konsequenzen von ihren Parteifreunden befürchten muss. Indem sie sich öffentlich zu ihrer Entscheidung bekennt, übernimmt sie auch Verantwortung für ihr Tun.

Unabhängig von der Parteizugehörigkeit finde ich, dass es in den Parlamenten mehr Abgeordnete von Schlage einer Frau Metzger geben müsste.

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07. März 2008 13:15

Danke und Hut ab...

Andreas Rammelmeyer (aramm)

... vor der Abgeordneten Frau Metzger!

Nach den entsetzlich vielen machtversessenen, geschichtsvergessenen,
wankelmütigen Genossen unterschiedlichen Gewichts, die den Intellekt der
"Menschen draußen im Lande" in den vergangenen Wochen malträtierten und
sehenden oder blinden Auges ohne Rücksicht auf Verluste die
Politikverdrossenheit weiter förderten - nun endlich dieser fast
unglaubliche Lichtblick, für den ich richtig dankbar bin. Es ist, als ob
eine politische Last abfiele.

Endlich wieder eine Politikerin, die gradlinig zu dem steht, was sie für
richtig hält. Und die genauso offen sagt, was sie für falsch hält und
deshalb auch eindeutig ablehnt. Ohne Wenn und Aber. Und trotz wiederholten starken Drucks dabei bleibt. Es ist fast nicht zu fassen. Danke und Hut ab!

Und daß diese Abgeordnete aus "meiner" Stadt kommt, freut mich natürlich
noch zusätzlich :-).

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07. März 2008 13:14

Dagmar Metzger ist durch ihr Trauma befangen

Ingo Hertrich (hertrich)

Im Prinzip sollten Abgeordnete ihrem Gewissen verpflichtet sein. Wenn aber jetzt Dagmar Metzger eine Regierungs-Chance ihrer Partei vermasselt, dann sollte sie konsequenterweise aus der Partei austreten oder sogar ausgeschlossen werden. Ihre Gewissensentscheidung scheint auf persönliche Traumata im Zusammenhang mit der früheren DDR zurückzugehen. Wir sollten lieber in die Zukunft blicken als uns durch die Vergangenheit verblenden zu lassen. Wer traumatisiert ist, hat blinde Flecken in seiner Psyche, und die können vernünftigen Entscheidungen im Weg stehen. Viellecht kommt sie ja noch zur Vernunft.

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07. März 2008 13:13

Rückgrat

lothar kempf (wilkem)

Was allenthalben in Berlin und in den Landtagen fehlt: an der Basis findet man sie erfreulicherweise noch - überzeugte Politiker/innen mit Rückgrat.

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