Klaus Bartl pflegt einen selektiven Umgang mit Unterlagen

Das Bordell „Jasmin“ und der Prozess gegen dessen Betreiber W. spielen in dem Korruptionsskandal von sächsischen Staatsbediensteten eine wichtige Rolle. Frühere Stasi-Kader strickten maßgeblich an der Geschichte vom „Sachsen-Sumpf“ mit. Von Reiner Burger.

Lesermeinungen zum Beitrag

01. Oktober 2007 23:48
FAZ spielt Skandal herunter  
Andreas C. Werner (acwerner)

Sehr sonderbar, daß die FAZ die zahlreichen Hinweise, daß in Sachsen gerade einmal die Spitze des Eisbergs ans Licht gekommen ist nicht beachtet, nicht auswertet, nicht nachgeht, sonder diesen verharmlosenden Artikel veröffentlicht und Verdächtigungen und Unterstellungen an die völlig falsche Seite richtet. Denjenigen, die ernsthaft an einer Aufklärung der Vorfälle interessiert sind, wird dadurch das Leben noch schwerer gemacht - selbst Aktenvernichtung wird als Kavaliersdelikt kommentiert, und Skandala wie Paunsdorf ziehen keinerlei Konsequenzen nach sich. Ganz schwache Leistung, FAZ.

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28. September 2007 15:59
Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich  
Torsten Klier (TorstenKlier)

Am Mittwoch wurde in Sachsen ein ehemaliger Volkspolizeimajor zum Landespolizeichef ernannt. Der ist schon mal aufgefallen mit dem Spruch:
„Ich bin überzeugt, dass die Umstellung auf den neuen Staat Leuten wie mir leichter fällt als den Menschen, die im Herbst die Revolution gemacht haben. Diese Menschen werden auch in Zukunft nur Außenseiter bleiben.“

Der Vorsitzende des Hauptpersonalrates der Bundespolizei war 1985-1989 Politoffizier bei den Grenztruppen der DDR, Regiment 33 (Berlin-Treptow). In seinem Abschnitt wurde am 6. Februar 1989 Chris Gueffroy erschossen, das letzte Opfer, das durch Waffeneinsatz an der innerdeutschen Grenze ums Leben kam.

Das nehmen wir hin, wir Demokraten. Tolerant sind wir schon. Und wenn die Leute aus der Geschichte gelernt haben, wenn die der organisierten Kriminalität nicht in die Quere kommen, wenn die immer schön machen was der Chef sagt, dann ist´s gut.

Aber wenn einer aus der Reihe tanzt, wenn der nicht so ganz zufrieden ist mit der organisierten Kriminalität, wenn der sogar so frech ist und Aufklärung verlangt; dann Kameraden ist Pumpe!
Dann knallen wir dem seine DDR-Vergangenheit rechts und links um die Ohren, dem Bartl!

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28. September 2007 14:38
Was nicht passt, wird weggelassen  
Torsten Klier (TorstenKlier)

Diese Überschrift passt perfekt - - zum
„Sachsen ist kein Sumpf“-Journalismus.
Alles, was als Beleg/Hinweis für das Vorhandensein von kriminellen/korruptiven Netzwerken gelten könnte, wird einfach nicht erwähnt. Z.B. die Namen (nur Beispielhaft) Heribert Kempen, Ulrich Ingenlath, Matthias von Hermanni oder die Vorgänge Paunsdorf-Center oder Arzberg-Beilnrode.

Oder, noch schlimmer, es wird versucht die Hinweise in das Gegenteil zu verkehren.
Wenn im Verfahren gegen den Betreiber eines Bordells, in dem Minderjährige zur Prostitution gezwungen wurden, kein einziges Mal nach den Namen der „Kunden“ gefragt wird (also Personen, die sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schwerer Straftaten schuldig gemacht haben) dann ist das nach jedem normalen Dafürhalten ein Beleg dafür, dass da von oben jemand an der Aufklärung nicht interessiert ist (mal vorsichtig ausgedrückt).
Und man wundert sich schon, warum die Justiz den Zöllner Matthias Haufe wegen angeblicher Dienstvergehen 33 Monate in U-Haft hat schmoren lassen (am Ende Freispruch vom Schleuservorwurf) gleichzeitig für die „Kunden“ des Kinderbordells ein derartiges Desinteresse zeigt.

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28. September 2007 13:44
Es ist einfach unglaublich ...  
Stephan Weber (YtFirestorm)

wie man in diesem Staat nach Strich und Faden verarscht wird... Diese Korruption die hier ans Tageslicht tritt ist sicherlich keine Einzelheit in Deutschland wenn man sich auf manchen Ämtern umsieht oder wenn man sich das gerede "mancher" Politiker zu Gemüte führt. Was aber noch viel schlimmer ist dass nun wo einer der vielen Fälle ans Tageslicht kommt von seiten der Medien wie FAZ und anderen seiten das dennoch "heruntergespielt" wird anstatt wie es die eigentliche Pflicht der Medien ist für 100% Aufklärung gesorgt wird. Aber eine Warnung an dieser Stelle an die betroffenen/angesprochenen ..... auch das größte Dornröschen wacht irgendwanneinmal auf ... und dann knallts richtig

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28. September 2007 12:13
Welche Rolle spielen die Medien?  
Herold Binsack (Devin08)

Die FAZ spielt diesen Skandal herunter.
Stasi-Zuträger – klingt fast wie Zuhälter, auch der BND hatte dort nicht wenige IMs, wie wir kürzlich erst hörten!).

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28. September 2007 09:45
Böse Ossis  
Horst Dettweiler (dettw)

Da bedient Herr Burger mal wieder sein Lieblings-Klischee: alles ehemalige DDR- / Stasi- / SED- Grössen, die der unschuldigen Westjustiz am Kittel flicken wollen.

Sex mit Minderjährigen ? - war ja nur ein Mädchen und das war fast 14 und gewollt hat es es auch.

Was eine Rechtsanwältin in einem Strafprozess ihrem Mandanten gesagt hat oder gesagt haben will und wie der das verstanden hat oder verstanden haben will - das ist wirklich völlig belanglos. Die Tatsachen sprechen für sich.

Ansonsten die saubere Trennung in unverantwortliche Medien, die über den Skandalsumpf berichten und die publizistische Elite, die im Besitz der alleinigen Wahrheit ist.

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27. September 2007 22:26
Wir vergleichen  
Torsten Klier (TorstenKlier)

Mario Mederake hatte die 13jährige Stephanie R. am 11. Januar auf dem Weg zur Schule entführt und hielt sie 35 Tage in seiner Gewalt.
Obwohl voll geständig, wurde Mederake zur Höchststrafe verurteilt: 15 Jahre.

Die, oh Verzeihung, wir müssen ja ganz rechtsstaatlich vorsichtig sein, nicht die sondern nur einige Mitglieder der Leipziger High Society vergnügten sich 1993 im Bordell „Jasmin“, wo minderjährige Tschechinnen zur Prostitution gezwungen, äh, nein, wo denen (wie wir jetzt verwundert lesen) die Prostitution erlaubt wurde. Irgendwann musste die Polizei zugreifen - so ein Etablissement lässt sich nun mal nicht im Geheimen betreiben.
Der Betreiber, obwohl wenig kooperativ (die Namen der „Kunden“ hat er nicht preisgegeben, weder dem Gericht noch der Staatsanwaltschaft) kam mit 4 Jahren davon, von denen er 2 Jahre 11 Monate absitzen musste.

Ach so, „Die Gesamtstrafe liegt im vom Strafgesetzbuch vorgegebenen Rahmen“?
Natürlich, was anderes hat niemand behauptet. Jeder kann sich das StGB aus dem Netz besorgen; und nachlesen, dass für alles außer Mord der Rahmen immer bei Geldstrafe beginnt und (je nach dem) bei 15 Jahren endet.
Aber warum bekommt der eine 4, der andere 15 Jahre aufgebrummt?

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