Hamburg

Naumann verlässt die Bürgerschaft

23. Mai 2008 Der gescheiterte Spitzenkandidat der Hamburger SPD bei der Bürgerschaftswahl, Michael Naumann, will sein parlamentarisches Mandat am 15. Juni niederlegen. Das erklärte Naumann in einem Brief an die Hamburger SPD, wie der Landesverband am Donnerstagabend mitteilte.

Naumann begründete seinen Schritt demnach damit, dass ein parlamentarisches Mandat nicht mit der Arbeit als politischer Journalist zu vereinbaren sei. Er bittet die SPD-Mitglieder in dem Brief um Verständnis für seinen Schritt. Er werde das Angebot, zur Wochenzeitung „Die Zeit“ zurückzukehren, annehmen.

Der Hamburger SPD-Landesvorsitzende, Ingo Egloff, dankte Naumann „für seinen großartigen Einsatz in den letzten 14 Monaten“ während des Wahlkampfs in der Hansestadt. habe Naumann „sprichwörtlich alles stehen und liegen lassen, um der Hamburger SPD zu helfen“.

Der 66 Jahre alte Naumann hatte sich vor knapp einem Jahr bei der „Zeit“ für die Dauer des Wahlkampfs beurlauben lassen. Bei der Bürgerschaftswahl Ende Februar schnitt die Hamburger SPD jedoch nicht so gut ab wie von Umfragen vorausgesagt, nachdem der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck kurz vor dem Urnengang die Bildung einer SPD-Minderheitsregierung in Hessen mit Hilfe der Linkspartei nicht ausgeschlossen hatte. Naumann machte Beck anschließend für die Wahlniederlage verantwortlich.

Zwar verlor die CDU von Bürgermeister Ole von Beust ihre absolute Mehrheit an der Elbe. SPD und Grüne verpassten jedoch ebenfalls die angestrebte Mehrheit. Christdemokraten und Grün-Alternative Liste (GAL) schmiedeten im April das erste schwarz-grünen Regierungsbündnis auf Landesebene.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP

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