Sieg des Abstrakten
noch schlimmer als die Zustände an einigen Schulen sind die Geisteszustände derjenigen, die öffentlich Erklärungen für das finden, was für die meisten Unbeteiligten ganz einfach scheint: Verantwortungslosigkeit, Passivität und Autoritätsverlust führen dazu, dass Jugendliche Grenzen überschreiten und es dafür keine Sanktionen gibt.
Wenn Eltern ganz einfach ihre Kinder erziehen und Lehrer als Autoritäten Orientierungshilfe bieten, wäre diese Diskussion überflüssig.
Lehrer fordern mehr Sozialpädagogen und Polizeischutz, weil sie in den letzen 40 Jahren freiwillig jedes bisschen Autorität als Personen und als Institutionen abgegeben haben. Alles nicht notwendig, nur Ballast, wir können auch anders...
Eltern, häufig Leistungsempfänger eines überheblichen Sozialstaats, der Missverhalten und Nachlässigkeit durch stärkere Zuwendung belohnt, haben genau deshalb oft kein Verhältnis mehr zu den Konsequenzen, in denen Menschen üblicherweise leben müssen, wie auch!
Politiker sprechen nebulös von "Integrationspolitik" und "bildungspolitischem Versagen", weil sie nicht zugeben wollen, dass es konkrete Menschen sind, die dieses Land bevölkern und darüber entscheiden, wie unsere Gesellschaft sich entwickelt. Sollte sich tatsächlich eines Tages die Erkenntnis durchsetzen, dass der Einzelne Verantwortung übernehmen muss, könnte man nicht mehr Zuflucht in den abstrakten und entlastenden Begriffen der Politik suchen, aber was sollen die dann sagen?
Nach den neuesten Äußerungen der Herren Schäuble und Schönbohm muß man fragen: "Wieso haben Sie diese Erkenntnisse erst jetzt, meine Herren???" Aber besser spät als nie! Hoffentlich handeln Sie jetzt auch, oder zwingen die, die zu handeln haben, endlich dazu!