Zahlen um zu hören: Studiengebühren sind nach wie vor alles andere als beliebt

Studiengebühren

Gut und teuer?

Inzwischen zahlen siebzig Prozent der deutschen Studenten Studiengebühren. Für die Befürworter hat sich die Abgabe bewährt. Doch die Regelungen sind kompliziert. Und bei den Betroffenen weiterhin alles andere als beliebt. Von Cornelia von Wrangel

Lesermeinungen zum Beitrag

22. April 2008 20:26

Es gibt auch andere Wege

Felix Henniges (chaplins77)

Ich denke das Problem liegt nicht grundsätzlich in den Studiengebühren. Die muss man auch an vielen anderen Hochschulen im nationalen oder internationalen Ausland zahlen. Allerdings sollte man sich vielleicht überlegen, wie man den Student in seiner Ausbildung Unterstützung zukommen lassen könnte. Da gibt es ein einfaches Mittel und das heißt Stipendium! Nur wird diese Möglichkeit in Deutschland viel zu selten genutzt. Warum verwährt man der Industrie und Wirtschaft den Zugang zu den Hochschulen? Warum lässt man nicht die Wirtschaft und Unternehmen die Hochschulen finanziell unterstützen und somit auch die Studenten? Warum wird dies von der Politik abgelehnt? Ich habe es selbst an der FH-Kiel erlebt, wo die Stadtwerke eine dringend benötigte Professorenstelle gesponsort hätte, das Bildungsministerium dies aber nicht gestattet hat. Warum nicht? Jeden Tag hört man es in den Nachrichten oder liest es in der Zeitung, dass wir einen Fachkräftemangel in Deutschland haben. Diese Firmen würden die Hochschulen nur zu gerne finanziell unterstützen und auch die Studenten, um die Studienzeiten zu verkürzen, den Studenten bestmögliche Ausbildungsmöglichkeiten zu gewähren und letztendlich um für sich selbst neue Fachleute zu gewinnen!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. April 2008 22:38

@ Lars G.

Johanna Geisel (Jea.nne)

1. Ich habe von 2002 bis 2007 studiert.
Mit Anspruch meine ich Anspruch auf Geld. Wie Sie vielleicht wissen wird bei Ehepaaren erstmal der Ehepartner unterhaltspflichtig, wenn der andere Sozialhilfebedarf hat. Das heißt, mein Vater hat einfach gar kein Geld bekommen.

2. Es ist eine gesellschaftliche Verantwortung, möglichst vielen Menschen eine möglichst hohe Bildung zukommen zu lassen. Nur so können wir als Staat konkurrenzfähig bleiben UND unsere gesellschaftliche Entwicklung kontrollieren. Wie schön man eine ungebildete Masse aufhetzen kann, haben wir 1930 gesehen und sehen wir heute noch in anderen Ländern.
Da reicht es nicht, wenn alle nur BWL oder Medizin oder Elektrotechnik studieren, damit sie später ihren Bildungskredit auch ganz sicher zurückzahlen können.

Übrigens mache ich mittlerweile eine Ausbildung zur Mechatronikerin und ich habe bisher keinen Pfennig für mein Unternehmen erwirtschaftet, weil wir gar nicht richtig arbeiten, sondern nur lernen.
Man müsste hier erstmal prüfen, wieviel ein Lehrling (statistisch gesehen) wirklich erarbeitet.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. April 2008 20:49

@ Judit Richter

Falk Meyer (Falk_M)

Du bezahlst 500€ pro Semester für einen USB-Stick(mit Daten die sowiso direkt bei der Einführungsveranstaltung verlesen werden sollten, also: Quellen für die wichtigen Informationen und Kontaktdaten), ein Namenskärtchen und Auslei-Literatur und fühlst Dich nichtmal über den Tisch gezogen? Dir ist schon klar, dass Du Dir für 500€ pro Semester die meisten (wenn nicht alle) Bücher selber kaufen kannst (USB-Sticks kosten im prinzip nichts und Namenskärtchen kann man notfalls selber basteln ;))?

Die anderen Sachen, die Du genannt hast(Studienberatung, Professoren konsultieren, gemütliche LV-Atmosphäre mit nur ca. 50 Teilnehmern), bekommst Du an genügend anderen Hochschulen umsonst! Und selbst wenn der Prof. nicht jeden Tag für einen Zeit hat, oder die Studienberatung nicht so ausführlich ausfällt: Wir sind nicht mehr in der Schule, wo einem noch der -- Verzeihung bitte -- Arsch hinterher getragen wurde! Ich dachte, dass vor allem Selbstständigkeit eine Eigenschaft ist, die man an der Hochschule erwerben sollte!

Und wie es die Lehre verbessert, wenn mich der Prof. ab der ersten Veranstaltung mit dem Namen kennt, ist mir auch nicht klar. Zumal er/sie sich eh schnell den Namen merkt, wenn man sich nur genügend einbringt (meine Erfah.)!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. April 2008 11:13

Studienbeiträge

Stephan Goldstein (Napez)

Die Alternative lautet mitnichten "schlecht und billig" oder "gut und teuer". Die Hochschulausbildung muss gebührenfrei UND gut sein und bleiben. Abgesehen von der Verfassungswidrigkeit der hessischen Stuudienbeiträge (es sind hier nicht die Langzeitgebühren gemeint) ist es ein Undingt, die finanzielle Aufgabe des Steuerzahlers, hochqualifizierte Ausbildung zu garantieren, an die Studierenden zu delegieren und das Studium dadurch zum Privileg der Besserverdienenden (Eltern) zu machen. Natürlich kann man nebenbei arbeiten. Genau das tun sehr viele Studenten bereits. Denn ohne zusätzlich Einkünfte ist auch schon so ein Studium kaum zu stämmen. Eine zusätzliche Belastung mit 1.000,- € pro Jahr ist nicht verkraftbar. Aus diesen Zusatzeinnahmen Selbstverständlichkeiten zu finanzieren und dann auf die Wohltaten der Studienbeiträge zu verwiesen, ist an Zynismuss nicht zu überbieten.

Zum Glück wird der neue hessische Landtag das von seiner Herrlichkeit Roland K. erfundene Gesetz bald kasssieren. Bevor dies der Staatsgerichtshof tut.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. April 2008 07:01

Überlastung Studium

Johanna Geisel (Jea.nne)

@ Judith: Also, ich hätte 500 Euro im Semester nicht aufbringen können. Die BAföG-Regelung hat mir die meiste Zeit kein Geld zugesprochen und meine Mutter musste mich und meinem Vater (ALGII-Empfänger mit 0,00 Euro Anspruch) alleine durchfüttern.
Und ein Bildungskredit ist viel zu riskant. An anderer Stelle werden junge Leute davor gewarnt, sich in Schulden zu stürzen, und hier soll man es tun? Die meisten Studenten können nicht mal sicher sein, dass sie danach Arbeit bekommen.

Ich finde es auch ungerecht, dass die, die sich höhere Bildung verschaffen wollen, dafür blechen sollen, während die, die eine Ausbildung machen, dafür etwas bekommen. Und das mit dem ach so höheren Verdienst der Studenten im späteren Leben gilt auch nur in bestimmten Berufen.
Der Staat fördert die wirtschaftsorientierte Volksverdummung - wer kein Trendfach studiert, wird selektiert.

Ich stimme ebenfalls Marcel zu, dass mehr Zeit zum Lernen eine wesentliche Verbesserung der Lehre darstellen würde. Es sollte für Studenten unnötig sein, zu jobben, um über die Runden zu kommen, denn darunter leidet immer das Studium. (Wenn man nicht gerade Schwafelkunde studiert. Es gibt sicher Fächer, in denen man die Zeit zum Jobben durchaus hat.)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. April 2008 15:44

es kommt drauf an was man draus macht

Judith Richter (JuRichter)

früher war ich ein gegner von studiengebühren, heute bin ich dafür.
ich studiere bwl an der fh bonn- rhein-sieg. eine fh, die aus dem bonn-berlin-ausgleich heraus entstand.
ich finde traumhafte studienbedingungen vor.
am ersten tag erhielten alle erstsemester des bwl studiengangs einen usb-stick mit allen relevanten informationen über das studium und kontaktdaten.
als hochschulwechsler konnte ich mich schnell und unbürokratisch einschreiben. direkt am ersten tag setzte sich eine mitarbeiterin des fachbereichs mit mir zusammen um mit mir meinen stundenplan zu erstellen. sie nahm sich ausführlich zeit und beantwortete alle meine fragen.

es sind 109 studierende eingeschrieben, die sich in zwei gruppen aufteilen, so dass pro veranstaltung ~50 studenten im raum sind. in vielen veranstaltungen werden wir per tischkarten mir unserem nachnamen angeredet.
direkt in der ersten woche wurden in zwei veranstaltungen referate verteilt, die nun selbstständig in gruppen ausgearbeitet werden, rücksprachen dazu mit den professoren sind täglich möglich.
die bibliothek beinhaltet von der empfohlenen literatur meist 30 exemplare.

ich komme aus keiner reichen familie, aber 500 euro kann man finanzieren, notfalls mit bildungskredit.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. April 2008 10:02

Gut und teuer -na ja

C. Sperl (casper22)

Hier wird leider verkannt, dass der Uni-Beamten-Apparat sehr langsam funktioniert. Für viele Professoren steht immer noch die Forschung im Mittelpunkt -und nicht der Student. Auf die Rückgabe von Klausuren u. Hausarbeiten (z.B. Jura) wartet der Student immer noch bis fast zum Ende des folgenden Semesters. Leider ist ein Studienortwechsel im Hauptstudium (fast) nicht mehr möglich -und auch das wissen die Universitäten. Der Student ist immer noch das größte Übel.
Ja, Studenten sind bereit für die Leistungen zu zahlen, aber hier sind sie auch gezwungen für "schlechte Leistungen" zu bezahlen. Es ist sehr erfreulich, dass nun z.B. die Uni Frankfurt viel mehr Literatur etc. den Studenten zur Verfügung stellen kann. Aber auch hier wird verkannt, dass der fortgeschrittene Student sich schon sämtliche Literatur hat kaufen müssen. Die Einführung der Studiengebühren hätte entsprechend der Leistungen der Universitäten "peu à peu" eingeführt werden können und sollen.
Genauso wie vor der Einführung von Studiengebühren gibt es einige wenige engagierte Professoren, die die Nähe zum Studenten suchen und gerne hilfsbereit einem zu Seite stehen. Ein Bewertungsbogen für Professoren wäre hier eine sinnvolle Idee - nach dem Vorbild der U.S.A.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. April 2008 07:33

S ist schon

heinz peter (pitiplatsch)

traurig wie die Weichen gestellt werden. Junge begabte Menschen dürfen nicht studieren, oder müssen auf den Strich gehen, damit sie studieren können, und reiche Schnösel die nichts im Hirn, aber die Väter oder Mütter Kohle in der Tasche dürfen studieren. Dies ist die Christlich Soziale Politik. Diese Politiker sollten sich schämen dass sie die Intelligenz nicht studieren lassen, sondern nur die Reichen, und somit den Staat an die Wand fahren, was zur Zeit ja passiert.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. April 2008 03:56

Was läuft an den Unis eigentlich schief...

Falk Meyer (Falk_M)

..., dass sie es nicht schaffen ohne zahlende Studenten vernünftige Lehrbedingungen zu schaffen?

Ich höre immer wieder von den Misständen an deutschen Universitäten. Die Hörsäähle sollen in einem miserablen Zustand sein, kaputte Bänke usw. Man kommt nicht in den Seminaren unter, die man braucht und in den Vorlesungen muss man auf der Treppe sitzen, weil die so überfüllt sind.
Weiterhin wahr hier im Artikel die Rede von Bibliotheks-Öffnungszeiten und Rechner-Poolausstattungen.

Ich studiere an einer FH in Leipzig, zahle keine Studiengebühren und all diese Probleme sind mir fremd. Die Rechnerausstattung ist top. Die Bibliothek hat eigentlich immer offen, wenn ich hin gehe. Ich konnte bisher jedes Seminar besuchen und musste noch nie auf der Treppe sitzen. Da ich in einem akkreditierten Bakkalaureus-Studiengang bin, sollte die Qualität der Lehre ebenfalls gesichert sein.

Ok, ein eigener Menthor wäre sicherlich nicht schlecht, hätte vor allem in den ersten Semestern vieles erleichtert. Aber das, was ich mir darunter vorstelle, ist wohl kaum mit 500€ im Semester zu finanzieren.

Warum sollte ich jetzt also an eine Universität gehen und 500€(oder auch nur 300€) für das bezahlen, was ich im Moment für Umme bekomme?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. April 2008 01:04

Realitätsferner Artikel!

Marcel Münch (osterhas85)

Der Artikel kratzt nur an der Oberfläche der Thematik!

Ich studiere in Konstanz, unsere Fakultät (Wirtschaftswissenschaften) weiß jetzt bereits nach 3 Semestern Studiengebühren nicht mehr was sie mit dem großen Zufluss an Geldmitteln tun soll - das Geld bleibt bereits jetzt auf der hohen Kante. Da die Einrichtung der Hörsäle mit Beamer, Multimedia etc. bereits vor den Gebühren top war, konnte hierfür nicht besonders viel Geld ausgegeben werden. Dass mit dem Geld etwas angefangen werden kann ist ja gar nicht zu bestreiten - nur schade, dass in der Vergangenheit der Staat nicht fähig war diese Aufgabe zu erfüllen.

Stattdessen halten nun die ohnehin einkommensschwachen Studenten her. Die wenigsten meiner Kommilitonen erhalten Bafög (übrigends: auch Bafögempfänger zahlen SGebühren) und müssen nun umso mehr jobben um noch die Gebühren zu den (gestiegenen) Lebenskosten zu erarbeiten. Ich habe nun für 3 Semester schon 1500 EUR bezahlt und hätte mir damit weißgottwieviele Bücher selbst kaufen oder einen Sprachkurs finanzieren können! Mehr Zeit zum Lernen statt Arbeit und Geld in der Tasche wäre für viele Studenten eine Verbesserung der Lehre, nicht diese Gebührenabzocke! Nichtmal im Auslandsjahr bin ich von den Gebühren befreit!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
19. April 2008 23:24

Ausbildungsvergütung

Andreas Müller (abumachuf)

Die einen erhalten für ihre berufsbefähigende Ausbildung eine Ausbildungsvergütung, die anderen müssen Studiengebühren bezahlen. Man könnte gerade meinen, man wolle die universitären Ausbildungen aus dem Land ekeln und die jungen Leute zur Lehrlingsausbildung bewegen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
19. April 2008 22:19

Wenn die Popularklage vor dem Staatsgerichtshof durchkommt...

Ulrich Hinderer (tiger_78)

... heißt es für die Unis sehr wohl zurückzahlen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 12 von 12 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche