Skeptisch, was die Linkspartei angeht: Cem Özdemir

Gespräch mit Cem Özdemir

„Wir sind keine Versuchskaninchen“

So unterschiedlich wie Tag und Nacht: das seien die Grünen und die Linkspartei in Fragen der Ökologie und Nachhaltigkeit für künftige Generationen. Das sagte der Grünen-Europapolitiker Cem Özdemir der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Doch auch für Schwarz-Grün sieht er die Chancen schwinden.

Lesermeinungen zum Beitrag

17. August 2008 19:20

Cem Özdemir - ein verbohrter Anti-Kernkraft-Fanatiker

Armin Quentmeier (thiotrix)

„Im Kern geht es bei der jüngsten Debatte doch ohnehin nur um den Versuch der Atomindustrie, mit abgeschriebenen Meilern noch einmal richtig Geld zu verdienen“ Diese Aussage zeigt wieder einmal, daß Herr Özdemir nicht gerade die pralle Ahnung hat, wie unser Land mit Strom versorgt wird. Die Kernenergie sichert 27% der deutschen Stromversorgung, im Grundlastbereich sogar 50%. Die vielgepriesene, aber für die Grundlast völlig untaugliche Windenergie trägt gerade einmal 6% und die Sonnenenergie 0,4% zur Stromversorgung bei, trotz milliardenschwerer Subvention und der Verschandelung weiter Landstriche durch z.Z. 20.000 Windmühlen. Im Binnenland ist der Anteil der Windenergie kaum zu steigern, will man nicht auch noch die letzten unberührten Mittelgebirge mit über 100 m hohen Windkraft-Monstern zubauen, die bestenfalls zu 10% ihrer Standzeit ihre maximale Leistung abgeben- meist liegt die Stromabgabe zwischen 0 und <50%. Und selbst bis zu Herrn Özdemir sollte sich herumgesprochen haben, daß die Sonne nachts nun einmal nicht scheint und Solarzellen auch zu den Belastungsspitzen morgens und abends fast nichts beitragen können. Hat sich unser grüner Experte eigentlich mal überlegt, daß ein Unternehmen Gewinnen machen muß, und warum?

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17. August 2008 17:20

Mit den Grünen in die Sackgasse

Ralf Kowollik (InterNETkobold)

Natürlich hätte Cem Özdemir im Prinzip nichts gegen eine schwarz-grüne Koalition einzuwenden, jedoch nur unter der Bedingung, dass die CDU den Grünen weitreichende Zugeständnisse in der Energiepolitik, der Ausländerpolitik, der Gesellschaftspolitik sowie der Sozialpolitik macht. Allein dies dürfte einem Großteil der Unions-Wähler schon im Vorfeld die Lust auf Schwarz-Grün verderben. Die Grünen tragen die Hauptschuld daran, dass Deutschland heute beim Atomausstieg unter den führenden Industrienationen ganz allein dasteht. Das scheint Özdemir jedoch völlig ungerührt zu lassen, stattdessen verbreitet er weiterhin das rot-grüne Märchen, dass ein großes Industrieland wie Deutschland - die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt! - sein Energiebedarf ganz aus regenerativen Quellen decken kann. Die CDU sei davor gewarnt, in der Atomfrage den Grünen nachzugeben, denn das energiepolitische Konzept der Grünen führt in die Sackgasse und käme diesem Land sowie seinen Bürgern teuer zu stehen.

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17. August 2008 09:31

Versuchskaninchen oder Suchkaninchen

Benedikt Gresser (Benediktus)

Von den Grünen hört man jetzt wieder. Aber was? Hat jetzt die grassierende Profilierungssucht unserer politischen Landschaft auch bei einer Partei Einzug gehalten, die sich früher mal mit innovativen Strategien einen Namen gemacht hat? Wäre schade. Noch ist es Zeit. Sie kann genutzt werden.

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