22. Juli 2008 Nach dem Überfall auf ein Zeltlager linker Jugendlicher am Sonntag hat der mutmaßliche Haupttäter die Gewalttat zugegeben. Er habe eingeräumt, ein 13 Jahre altes Mädchen schwer verletzt zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Kassel mit. Zudem habe sich der Neunzehnjährige zu einer rechtsextremen Gesinnung bekannt. Die drei mutmaßlichen Mittäter sind wieder auf freiem Fuß. Nach derzeitigem Ermittlungsstand waren zwei Männer am Sonntagmorgen am Neuenhainer See 40 Kilometer südlich von Kassel über den Zaun eines Camps gestiegen, in dem die Jugendorganisation der Partei Die Linke zeltete. Der Neunzehnjährige drang in ein Zelt ein, schlug mit herumliegenden Gegenständen auf das schlafende Mädchen ein und verletzte es lebensgefährlich.
Die Grünen im Hessischen Landtag verlangten gestern eine intensive Schulung der Polizisten und eine zentrale Stelle zur Bekämpfung des Rechtsextremismus in der Staatskanzlei. Die CDU, so Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir, müsse mit der Dämonisierung der Linkspartei aufhören und sich sachlich mit deren Positionen auseinandersetzen.
Die hessischen Christdemokraten nannten den Angriff auf die Jugendlichen verabscheuungswürdig und nicht hinnehmbar, seine Instrumentalisierung durch die Linkspartei sei aber unwürdig und verwerflich. Am Vortag hatte die Linke Ministerpräsident Roland Koch (CDU) vorgeworfen, er trage eine indirekte Mitverantwortung für den Überfall, weil er die Linkspartei mit demagogischen Argumenten angreife.
Text: F.A.Z.