Wohnungsbau

Im freien Fall

Nur noch etwas mehr als 200.000 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gebaut

Nur noch etwas mehr als 200.000 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gebaut

16. August 2008 Der Wohnungsneubau befindet sich weiterhin im freien Fall. Die Baufertigstellungszahlen haben im vergangenen Jahr mit 211.000 Wohnungen einen Nachkriegstiefststand erreicht. Da die Genehmigungen ebenfalls auf einen Tiefststand von 182.000 gefallen sind, werden für dieses Jahr weniger als 200.000 Wohnungsfertigstellungen erwartet. Das teilt das ifs Städtebauinstitut in Berlin mit.

Mittlerweile entfallen annähernd 70 Prozent des gesamten Wohnungsbauvolumens auf bestehende Objekte. Vor zehn Jahren habe dieser Anteil noch deutlich unter 50 Prozent gelegen, berichtet Stefan Jokl, Leiter des Instituts. Fast 30 Prozent des Bestandes von fast 40 Millionen Wohnungen - in Ostdeutschland sogar 45 Prozent - sind mehr als 60 Jahre alt - in jeder siebten Wohnung fehlt auch heute noch eine Zentral- oder Fernheizung, das heißt, die Wohnungen werden über Einzelöfen oder Etagenheizung beheizt.

8 Millionen Wohnungen müssen saniert werden

Von den vor 1948 errichteten Wohnungen sind fast 8 Millionen sanierungsbedürftig. Dabei handele es sich nicht nur um Mehrfamilienhäuser, sondern auch um Einfamilienhäuser. Nach einer Untersuchung von Dekra sei fast jedes dritte Einfamilienhaus in Deutschland renovierungsbedürftig. Obwohl hier der Bestand noch relativ jung sei, wiesen die Eigenheime einen hohen Instandsetzungsbedarf auf.

Zusätzlich bestehe ein erheblicher Modernisierungsbedarf in energetischer Hinsicht. Die Hälfte der zwischen 1949 und 1960 errichteten Einfamilienhäuser seien bislang nicht umfassend saniert worden und entsprechen damit nicht den heutigen Anforderungen der Technik. Besonders hoch sei der Investitionsbedarf bei der Heizungstechnik und der Wärmedämmung.

Dieser Bedarf wird nach Ansicht des Städtebauinstituts erheblich steigen, wenn die Vorgaben der Bundesregierung zur künftigen Energieeinsparung und zum Klimaschutz umgesetzt werden müssten. Dabei müssten die Investitionen finanziell tragbar sein. Aufwand und Ertrag müssten deutlich gemacht werden, das heißt, es müssten Energiebilanzen aufgestellt werden.

Text: jfr./F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z./Dieter Rüchel

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