Wenn sich das It-Girl unter dem Heizpilz der Raucherkneipe für die Clutch ihrer Nachbarin fremdschämt, dann ist es Zeit für eine neue Ausgabe des Duden. Wir stellen 16 neu aufgenommene Wörter vor. Von Kathrin Meyer und Jana Sinram
Wer sich von Evolutionsbiologen Auskunft über die Gesetze des Sprachwandels erhofft, darf nicht bei Darwin nachfragen. Wer es mit dem aus der Mode gekommenen des Evolutionstheoretiker Lamarck versucht, könnte mehr Erfolg haben. Von Wolfgang Krischke
Der letzte Schrei der Forschung heißt Neuroleadership. Einblicke der Hirnforschung in die Arbeitsweise unseres Denkorgans sollen für Führungskräfte nutzbar sein. Wie die Erkenntnisse in konkretes Handeln übersetzt werden sollen, ist aber alles andere als klar. Von Reinhardt Wandtner
Der problematische Parlamentarismus in Iran begann nicht erst mit der Islamischen Republik und dem Wächterrat. Immer wieder versuchte sich die iranische Bevölkerung im vergangenen Jahrhundert von Herscherwillkür zu befreien. Ein starkes Parlament ging daraus nie hervor. Von Joseph Croitoru
Ein Neuer Philosoph, aber kein Multikulturalist: Alain Finkielkrauts störrisch-brillantes Denken sticht in die verhärteten Stellen unserer Zeitmeinung. An diesem Dienstag wird der französische Philosoph sechzig Jahre alt. Von Joseph Hanimann
Was kann man aus der Finanzkrise lernen? Dass man es besser hätte wissen können? Dass die Eliten versagt haben? Es spricht einiges dafür, dass eine ästhetische Erziehung unserer Manager die Finanzkrise zumindest eingedämmt hätte. Ein naiver Vorschlag zur Rettung der Welt. Von Armin Nassehi
Er lebt, denkt und schreibt aus der Erfahrung einer Generation, der es nicht möglich war, zur Zäsur von 1945 nicht Stellung zu nehmen: Eine Oxforder Rede zum achtzigsten Geburtstag von Ralf Dahrendorf. Von Jürgen Habermas
Ein Fall großer philosophischer Pädagogik: Jürgen Habermas, der in den Seminaren der Welt meistgelesene Repräsentant der Generation des Wissenschaftswunders, wird heute achtzig Jahre alt. Von Jürgen Kaube
Wie fing der Mensch zu sprechen an? Und warum sollte man die Lautäußerungen von Tieren nicht als Sprache bezeichnen? Eine Berliner Tagung öffnet den Blick für die evolutionsgeschichtliche Betrachtung der Sprachentstehung - und für bleibende Aporien. Von Thomas Thiel
Das Nibelungenlied ist zu einem vagen Klischee geworden, weil der Stoff in der Schule nur noch mangelhaft vermittelt wird, sagt der Germanistenverband. Dort ist er zu einem bloßen Kreativitätsstimulus verkommen. Von Oliver Jungen
In Afrika werden den Körperteilen von Albinos magische Kräfte nachgesagt. In Tansania sollen daher im vergangenen Jahr rund dreißig von ihnen getötet oder verstümmelt worden sein, mit ihren Körperteilen wird reger Handel betrieben. Der neue Hexenwahn ist eine Reaktion auf den sozialen Wandel. Von Andreas Eckert
Gab Adorno seine intellektuelle Integrität preis, als er sich entschloss, nach der Machtergreifung im Jahr 1933 in Deutschland Musikkritiken zu veröffentlichen? Hartmut Scheible über Adornos Taktik, den politischen Jargon zu unterlaufen. Von Hartmut Scheible
Wie wird man zum Wissenschaftler? Der Leibniz-Preisträgers Detering über die entscheidende, nicht durchgeplante Zeit seines Studiums, die ihn zum Forscherleben hinführte und die heutigen Studenten nicht mehr vergönnt ist. Von Jürgen Kaube
Wenn die Wirtschaft boomt, dann boomen auch die Geisteswissenschaften, kommt die Rezession, wollen die Studenten von brotlosen Künsten nichts mehr wissen, so eine bekannte These. Doch stimmt sie wirklich? Welche Rolle spielt die Art der Lehre? Von Jürgen Kaube