
Erst vergangene Woche habe ich die Lektüre seines Buches "Ironie, Kontingenz und Solidarität" beendet. In der Nachbetrachtung der Lektüre kann ich nur sagen, dass mich seine Schrift sehr berührt hat. Zum einen ist sie ein Überblick über einen ganzen Schwung moderner Philosophen, die oftmals ausführlich zitiert und kritisiert werden. Zum anderen habe ich durch die Lektüre ganz interessante Aspekte des postmodernen Menschen erfahren, auf die man sicherlich nur kommt, wenn man sehr in der Materie des postmodernen Seins steckt, wie es Rortry war. Seine ironische Zynikerin ist mir zwar eine nach wie vor nicht symphatische Person, sie ist aber wohl eine realistische Subsumption stringenter Logik, die auf neuesten Erkenntnissen der Zeit vor der politischen Wende('89/'90) herrührt. Da es seither keine Paradigmenwechsel gegeben hat, muss Rortrys Werk nach wie vor als sehr aktuell gelten. Ebenso, wie vor einigen Jahren Rawls Tod, berührt auch dieses Dahinscheiden eines großen Philosophen, da die Welt dadurch sicherlich nicht reicher geworden ist. Vielleicht kann aber sein Tod sich verstärkt auf den Verbreitungsgrad seines Werks wirken, was zu wünschen wäre. An dieser Stelle mein Beileid an alle, die auch mit mir trauern.