09. Juni 2007 Richard Rorty gehörte zu den bedeutendsten Denkern der Gegenwart. Ursprünglich vom amerikanischen Pragmatismus und der analytischen Philosophie angelsächsischer Prägung herkommend, öffnete er sich später für die Einflüsse der kontinentalen, also europäischen Philosphie von Heidegger bis Michel Foucault.
Als sein Hauptwerk gilt Der Spiegel der Natur (auf deutsch erschienen 1987). Hier wie auch in seinen späteren Schriften wandte er sich gegen die Idee von Letztbegründungen und plädierte für eine Aufwertung der Ironie, des Vorläufigen. In der universitären amerikanischen Philosophie war für solche Gedanken weniger ein Unterkommen als in den Fakultäten für Vergleichende Literaturwissenschaft, und so kam es, dass Rorty seine Wirkungsstätte seit langen Jahren am Comparative Literature Department der Universität Stanford in Kalifornien fand.
Umstritten wie große Teile seines Werks blieb die Wendung zu einem amerikanischen Patriotismus, die er in der Schrift Achieving our Country der amerikanischen Linken anempfahl. Der Philosoph, am 4. Oktober 1931 geboren, verstarb, wie aus Familienkreisen verlautet, am Freitagvormittag.
Text: L.J., FAZ