Verlage

Exotenchance

Der Name Hinstorff hat immer noch einen guten Klang, seit 2002 vor allem für Kinderbücher. Davon ermutigt, geht Hinstorff den nächsten Schritt und will auch wieder als Belletristik-Verlag Fuß fassen. Das geplante Programm ist überraschend. Von Frank Pergande

Bücherkauf

Frech

So sieht intelligente Leserführung aus: Ein Frankfurter Warenhaus teilt den Kunden mit kleinen Schildchen mit, ob die feilgebotenen Bücher „Spannend“ sind oder eher „Mitreißend“ - oder auch „Frech“. Vom Versuch, dieses System zu durchschauen. Von Jörg Thomann

Botanik

Unser Krüppel

Der taugt nichts. Schauen Sie ihn sich an, das ist ein verdammter Krüppel: Kein Geld wollte der Herr Landschaftsgärtner für das unscheinbare, verschrumpelte Aprikosenbaumstämmchen. Und was ist aus ihm geworden? Von Gerhard Stadelmaier

Stardirigent ohne Visionen: Riccardo Muti

Riccardo Muti geht nach Chicago

Altersliebe statt visionäre Kraft

Er hatte sich den außermusikalischen Zumutungen eigentlich nicht mehr aussetzen wollen, die der Leiter eines amerikanischen Sinfonieorchesters notgedrungen zu meistern hat. Jetzt will Riccardo Muti die Leitung des legendären Chicago Symphony Orchestras übernehmen. Von Jordan Mejias

Video in voller Größe

Neues von Houellebecq

Elementarweilchen

Am Sonntag traf der Schriftsteller Michel Houellebecq zu einem Blitzbesuch in der Frankfurter Schirn ein, wo er im Rahmen der Ausstellung „All Inclusive“ mit dem Soziologen Rachid Amirou über Tourismus diskutieren sollte. Das Gespräch implodierte sogleich. Von Oliver Jungen

Hollywood an der Ruhr: Kevin Spacey (l.) und Jeff Goldblum in “Speed-the-Plow“

Glosse Feuilleton

Kunst der Stunde

„Kunst für Kohle, Kohle für Kunst“. Dass Theater einmal ein Lebensmittel war, war ein Grundgedanke der Ruhrfestspiele. Heute holt man Hollywoodstars nach Recklinghausen - und verabschiedet sich von der Lebenswirklichkeit des Publikums. Von Andreas Rossmann

Rom

Der Plattmacher

Roms neugewählter Bürgermeister Giorgio Alemanno erwägt die Beseitigung umstrittener Baumaßnahmen. Offenbar ist Mussolini ein Vorbild für Alemanno, wenn er nun gar über den Abriss von Richard Meiers Museumsgebäude für den augustäischen Friedensaltar „Ara Pacis“ sinniert. Von Dirk Schümer

Einst schrieb er für ihn, dann folgte er ihm im Amt: Georges Pompidou (r.) mi...

Ghostwriter französischer Politiker

Schwarzarbeiter schockieren die Grande Nation

Nur wer schreiben kann, ist des Regierens würdig. Mit einem Scherz hat sich Nicolas Sarkozy über diese hartnäckige politische Überzeugung Frankreichs hinweggesetzt. Jetzt haben Ghostwriter anderer Politiker ausgepackt: Ein schwerer Schock für die Republik des Geistes. Von Jürg Altwegg

Die Behörden konnten nichts dafür. Jedenfalls tun sie viel für diesen Eindruc...

Wie die Polizei über den Inzest-Fall spricht

Legendenbildung eines perfekten Verbrechens

Eventuelle Versäumnisse der Polizei? Nachlässigkeiten der Jugendwohlfahrt? Um derlei Fragen im Inzest-Fall von Amstetten gleich gar nicht aufkommen zu lassen, sprachen Behörden und Polizei von Anfang an vom „perfekten Verbrechen“. Da war wohl nichts zu machen gewesen. Von Erna Lackner

Kommentar

Vorladung für alle

Literatur und Kino brachten dem Londoner Strafgericht „Old Bailey“ nahezu mythischen Ruhm. Einige der berühmtesten Prozesse der britischen Rechtsgeschichte wurden hier abgewickelt. Jetzt hat das Gericht historische Protokolle von mehr als hunderttausend Verfahren kostenlos im Netz veröffentlicht. Von Gina Thomas

Kulturpolitik

Münster in Moll

Münster sollte eine neue Musikhalle bekommen. Doch eine Bürgerbegehren fegte die Pläne vom Tisch. Es war kein Votum gegen Kunst und Kultur, sondern gegen eine Kommunalpolitik, die Münster zu einem strengen Sparkurs verpflichtet hatte und die Konzerthalle wie ein Luxusprojekt aussehen ließ. Von Andreas Rossmann

Bildungspolitik

Schulpflicht

Andrea Nahles hat mitgeteilt, die SPD wolle einen Rechtsanspruch auf den Hauptschulabschluss durchsetzen. Würde das die Prüfung nicht wertlos und zum bloßen Ritual machen? Doch gemeint ist etwas anderes. Von Jürgen Kaube

Der Schauspieler Josef Bierbichler

Kommentar

Nicht Bierbichler

Der Schauspieler Josef Bierbichler ist im Grunde ein Anti-Schauspieler, einer der sich nicht um Würde und große Rollen schert, der dialektknarzend und ungeschlacht auf die Bühne tappt und sich in dieser Rolle bis heute, dem Tag seines sechszigsten Geburtstags, treugeblieben ist. Von Gerhard Stadelmaier

Alleinvertreter des Gemeinwohls? Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff und ZDF-Inten...

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Allein auf der Insel

Die Steuerzahler versorgen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach Willen der Politik jährlich großzügig mit über sieben Milliarden Euro. Das ist den Verantwortlichen nicht genug. Jetzt wollen sie auch im Internet Einzug halten - entgegen den europäischen Richtlinien und mit brachialer Rhetorik. Von Michael Hanfeld

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