Glosse Feuilleton

Mission der Worte

In der Bibel stehen klare Worte. Aber für den arg mitgenommenen evangelischen Glauben in Deutschland reichen die klaren Worte offenbar nicht mehr aus. Das Deutsch der evangelischen Kirche tönt wie aus völlig seelenlosen Strategiepapieren.

Lesermeinungen zum Beitrag

22. Januar 2007 19:52

Mission der Worte

Bernd Krebs (B.Krebs)

Danke für die klaren Worte. Schon das EKD-Papier „Kirche der Freiheit“ war bzw. ist mit seinem Marketing – und Zeitgeistjargon unerträglich wie der Evaluierungs- und Messbarkeitswahn, der seit einiger Zeit die kirchlichen Analysepapiere durchwabert. Sterbebegleitung lässt sich nicht messen, Seelsorge ebensowenig, Ermutigung zum Glauben auch nicht. Die protestantische Lehre von der Rechtfertigung allein aus Gnade scheint vergessen. Stattdessen wird gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Droh- und Druckkulisse aufgebaut. Man erkennt das Vorbild. Die gegenwärtige Leitung der EKD steckt in der McKinzey Falle. Wer befreit sie daraus?

Dr. Bernd Krebs - Berlin

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