26. September 2007 Die Schlagzeilen der Medienbranche der letzten beiden Tage sind ein Déjà-vu erster Ordnung: Leo Kirch ist wieder da, der Mann, von dem viele dachten, man werde nach dem Zusammenbruch seines Pro-Sieben-Sat.1-Premiere-Imperiums nie mehr von ihm hören. Im Gegenteil. Kaum wird bekannt, dass er mit seiner Firma "KF 15" bei der EM.Sport Media eingestiegen ist, zu der das Deutsche Sportfernsehen gehört, haben die Konkurrenten Grund, nervös zu werden: Kirch ist wieder da! Und es geht ihm um Sportrechte! Und die härteste Verhandlerin hat er auch schon eingekauft - Dagmar Brandenstein, die als Chefin der Rechteagentur SportA ARD und ZDF alle Rechte geholt hat, die die Sender nur wollten. Und dann will auch noch Springer Pro Sieben Sat.1 wiederhaben. Das zumindest sei der Plan, hieß es nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs, dank der Springer nun dagegen vorgehen kann, dass das Bundeskartellamt dem Konzern Ende 2005 die Übernahme der Sendergruppe verbot. Bis es soweit ist, den gescheiterten Plan ein zweites Mal in Angriff zu nehmen, dürften allerdings Jahre ins Land gehen. Da wäre zunächst das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, das für solche Kartellrechtsfälle zuständig ist. Und dann müsste ein Verkaufsprozess beginnen, mit allen Schikanen, bei dem die jetzigen Besitzer von Pro Sieben Sat.1 mitmachten, die Finanzinvestoren KKR und Permira. Die aber haben die Sendergruppe gerade für den strategisch hohen Preis von 3,3 Milliarden Euro übernommen und müssen diese mit den Sendern der skandinavischen SBS erst einmal fusionieren. Doch wie es auch sei: Für Springer ist es grundsätzlich wichtig, den Kartellamtsspruch vor Gericht zu prüfen - um zu wissen, welches Wachstum man sich in Deutschland überhaupt noch leisten kann. Leo Kirch ist einen Schritt weiter. Er fängt ganz klein an und könnte schnell wieder zur bestimmenden Figur in der Medienbranche erwachsen. miha.
Text: F.A.Z., 27.09.2007, Nr. 225 / Seite 38
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