Jason Mraz: We Sing, We Dance, We Steal Things
Warner Music, 1 CD, ca. 13 Euro
Eigentlich wollte Jason Mraz ein akustisches Album aufnehmen. Doch der plötzliche Erfolg seiner Songs in Internet-Foren mag den 1977 geborenen Singer-Songwriter dazu bewogen haben, den Produktionsmaßstab höher anzulegen und eine ausgereifte Platte mit großem Publikumsappeal zu produzieren. Die Entscheidung war richtig.
Denn Mraz bietet mit seinen herrlich melodieverliebten, abwechslungsreichen und nicht zuletzt hervorragend gesungenen Songs genau jene Lebenslust und Verspieltheit, die der alltäglichen Popmaschinerie abgehen. Jason Mraz' erquickende Mischung aus Folk, Funk und Reggae ist der ideale Sound für den restlichen Sommer.
www.jason-mraz.de
Kaki King: Dreaming of Revenge
Cooking Vinyl, 1 CD, ca. 17 Euro
Am surrealen, hypnotischen Ende des Indierock-Spektrums sind die bisherigen Alben der New Yorker Gitarristin und Komponistin Kaki King anzusiedeln. Mit ihrer neuen Platte Dreaming of Revenge wollte die für ihren unvergleichlichen Finger-Picking-Stil bekannte Musikerin etwas Neues wagen: Schöne, einfache Melodien zum Mitsummen sowie Texte, die Geschichten erzählen. Das Ergebnis ist eine wunderschöne, schillernde Popplatte.
Das zarte Ergebnis steht ganz im Kontrast zur Anweisung des Produzenten Malcolm Burn, mit dem Kaki King erstmals zusammenarbeitete: Lieder, zu denen man nicht ein Holzscheit zersägen und dabei mitpfeifen kann, will ich nicht auf dem Album haben!
www.cookingvinyl.com
Morten Harket: Letter from Egypt
Universal, 1 CD, ca. 17 Euro
Wenn Morten Harket in den Achtzigern Hits wie Take on me anstimmte, klang das wie ein Wolf, der mal inbrünstig, mal klagend den Mond anheulte. Auch auf seinem zweiten Soloalbum springt der Gesangsstil des a-ha-Sängers wohlig ins Ohr. Harket hatte seit seiner ersten Platte Seed im Jahr 1995 eine beträchtliche Anzahl von Songprojekten gesammelt, diese jedoch in der Schublade verstaut, als sich die Kultband a-ha vor neun Jahren überraschend wiedervereinigte.
Jetzt bietet Morten Harket auf dem Album Letter from Egypt - das so heißt, da einige Songs in Ägypten geschrieben wurden - eine Reihe von schönen Songperlen, deren Stil und Harmonien an den Pop der Achtziger erinnern. Trost wolle er mit seiner Musik spenden, sagt Harket. Heule los, Wolf.
www.letterfromegypt.de
The Rain: Involver
Manta Ray, 1 CD, ca. 14 Euro
Wer die forsche Mischung aus Brit-Pop und Alternative auf dem Debütalbum von The Rain hört, mag kaum glauben, dass die Band aus Köln stammt. Erst wenn man die mit dem Weltschmerz flirtenden Texte verstanden hat und erfährt, dass das Plattencover die Kernspin-Aufnahme eines Hirns zeigt, erkennt man auch die deutschen Verwurzelungen dieser Neuerscheinung auf dem hiesigen Indie-Markt. Kopf und Sänger von The Rain ist der in Berlin lebende Lorenz Theuer, und mit Involver ist ihm eine wuchtige, mitreißende Platte gelungen.
Er spricht sowohl den tanzwilligen Partygänger als auch den nach Tiefe suchenden Individualisten an, heißt es im Pressematerial des Labels. Dies ist einer der seltenen Fälle, in denen die Floskeln des Marketings den Nagel auf den Kopf treffen.
www.therain.de
Patrice: Free-Patri-Ation
Universal, 1 CD, ca. 13 Euro
Der Musik-Mix, den Patrice - Sohn eines Schriftstellers aus Sierre Leone und einer deutschen Mutter - auf seinem vierten Album präsentiert, ist eine ziemlich wilde, aber harmonieträchtige Mischung aus jamaikanischem Traditional, afrikanischen Rhythmen, Funk und leichtem Pop. Eine Art Weltmusik, könnte man fast sagen.
Der Komponist und Musiker selbst sagt dazu: Ich glaube, ich habe noch sie so gut die Stile gemischt und es dabei so scheinen lassen, als wäre es keine Mischung - als wäre es etwas, was einfach ein Stil für sich ist. Recht hat er, der Patrice. Und der breite Erfolg sei ihm gegönnt.
www.patriceonline.net