17. Dezember 2009
Business-Knigge 

Musik-Tipps

Unsere Musikempfehlungen für Februar




Moke: Shorland
Universal Music, 1 CD, ca. 15 Euro
Holland war bislang ein weißer Fleck auf der popmusikalischen Landkarte. Mit der aus Amsterdam stammenden Band Moke wird sich das jetzt wohl ändern: Das Quintett veröffentlicht mit „Shorland“ eine Platte, die randvoll mit eingängigen, lässig gespielten Rocksongs ist, die allesamt das Zeug zu Hits haben. Selbst Karl Lagerfeld ist Fan der Truppe: Er stattet Moke mittlerweile für ihre Tour mit seiner Kollektion aus, worauf die Zeitschrift „Esquire“ Moke immerhin zu „Hollands bestangezogener Band“ erklärte.

Der Bandname stammt übrigens von „Mokum“, eine Art Kosename der Einheimischen für ihre Stadt Amsterdam.
www.mokemusic.de


Aloha from hell: No more days to waste
Columbia, 1 CD, ca. 15 Euro
In ihrem Opener singen „Aloha from hell“ vom allerletzten Schultag, und das es jetzt darauf ankomme, auf die Kacke zu hauen und keine Zeit mehr zu verschwenden: „We're gonna break some rules!“ Dieser jugendlich gereizte Geist prägt die Debütplatte von vorne bis hinten.

Und obwohl „Aloha from hell“ nur eine weitere Teenieband ist, die im Zuge der Tokio Hotel-Manie von mit allen Wassern gewaschenen Marketing-Profis nach vorne gepusht wird, haben die blutjungen Aschaffenburger doch eine außergewöhnlich große Portion Talent und Ausstrahlungskraft vorzuweisen: „No more days to waste“ ist eine Sammlung fetziger Rocksongs, die erstaunlich versiert gespielt und ambitioniert produziert sind.www.alohafromhell.de




Johannes Oerding: Erste Wahl
Cruiser Records, 1 CD, ca. 15 Euro
Es gehört Mut dazu, die Pose des sensiblen Denkers einzunehmen und mit deutschsprachigen Liedern den Bullenritt durch die Popszene zu wagen: Johannes Oerding beweist diesen Mut - allein schon durch den Verzicht auf einen Künstlernamen.

Der gebürtige Rheinländer, der mittlerweile in Hamburg lebt und arbeitet, präsentiert auf seiner Erstlingsplatte 13 sehr schöne, angesoulte Popsongs, deren Texte die behauptete Tiefe zwar manchmal nicht ausfüllen, aber dennoch sehr für sich einnehmen. Es bleibt, Johannes Oerding Glück für seinen Ritt zu wünschen. Schließlich ist man froh, dass es solche Ausnahmeerscheinungen noch gibt.
www.johannesoerding.de


Silvia Dias: Love is Paramount
Themes of Music / Groove Attack, 1 CD, ca. 15 Euro
Wer beim Musikhören gern in regenbogenfarbenen Gedanken schwelgt und sich wohlig-süße Schauer über den Rücken jagen lässt, der ist mit dem Debütalbum der Newcomerin Silvia Dias bestens bedient.

Die aus Portugal stammende Sängerin hat eine glockenhelle Stimme, für die der Komponist Tom Hapke zwölf stromlinienförmige Songs geschrieben hat, die saftige Streicher und effektheischende Sounds größer machen als sie eigentlich sind. Für Fans des Bonbon-Pop aber durchaus zu empfehlen.
www.silviadias.de


Klez.e: Vom Feuer der Gaben
Loob Musik, 1 CD, ca. 15 Euro
Als die Berliner Band Klez.e vor drei Jahren ihre erste Platte „Flimmern“ veröffentlichte, horchte man auf in der deutschen Musikszene: Da gab es plötzlich ein Indie-Album, das einerseits noch in den Grenzen des Gewohnten funktionierte, aber dennoch über zahlreiche Widerhaken und Sprünge verfügte, die stets auch andere Musikmöglichkeiten aufblitzen ließen.

Mit ihrem zweiten Album sind Klez.e nun einen Schritt weitergegangen und haben ein Popplatte mit Kunstanspruch vorgelegt: Bizarre Vokalarrangements, schleppende Orgeln, Anleihen bei Elektro, Jazz und moderner Klassik machen „Vom Feuer der Gaben“ zu einer hörenswerten, keinesfalls anstrengenden Musikerfahrung. Doch der Vergleich zu Radiohead, den das Plattenlabel vornimmt, geht eindeutig zu weit.
www.klez-e.de

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Bildmaterial: Columbia, Cruiser Records, Loob Musik, Themes of Music / Groove Attack, Universal Music