18. Dezember 2009

Musik-Tips

Unsere Musikempfehlungen für September



Richard Thompson: Front Parlour Ballads
Cooking Vinyl / Indigo
Mit Richard Thompsons Akustik-Gitarre und seiner sonoren Stimme ist feine englische Pub-Atmosphäre garantiert: Sein neues Album „Front Parlour Ballads“ ist tief in der Folk-Tradition Großbritanniens verwurzelt und präsentiert eine Schatzkiste voll bittersüßer Geschichten und Charaktere. Der Mitgründer von Englands berühmtester Folk-Rock-Band Fairport Convention nahm die Platte allein in seiner Garage in Los Angeles auf, Klang-Puristen mag der rauhe Sound vielleicht abschrecken. Mit 55 Jahren ist Richard Thompson so viel beschäftigt wie kaum zuvor: Anfang 2005 erschien ein Livemitschnitt auf DVD, demnächst folgt der Soundtrack zu Werner Herzogs auf dem Sundance-Festival gefeierten Dokumentarfilm „Grizzly Man".
http://www.indigo.de/

FINN: The Ayes Will Have It
Sunday Service / Indigo
Der Hamburger Patrick Zimmer mit dem Künstlernamen FINN macht melancholische Popmusik voller Wärme und mit atmosphärischem Gespür. Sein Debüt „Expose Yourself To Lower Education" war 2003 ein Achtungserfolg. Auf seinem zweiten Album schafft FINN erneut ein ganz eigenes Klanguniversum aus sanft pulsierenden Beats und düster vibrierenden Synthesizern, getragen von einer zerbrechlich sanften Stimme. Kritiker feiern FINN schon jetzt als einen der Großen von morgen.
http://www.indigo.de/

Leela James: A Change Is Gonna Come
Warner
Ganz bewußt hat Leele James ihrem Debüt-Album den Namen des Sam Cook-Klassikers „A Change Is Gonna Come“ gegeben, den sie auf dem Album auch interpretiert. Denn ihre musikalischen Wurzeln liegen tief im Soul der klassischen Prägung. „Ich will zurück zum echten Gesang, der die Menschen berührt, und zu Melodien, die ins Blut gehen“, sagt das neue Talent. Und das beweist sie mit einer leidenschaftlichen Stimme und einer erfrischenden Platte voller mitreißender Melodien - die übrigens größtenteils aus eigener Feder stammen.
http://www.warnermusic.de/start.jsp?noflash=false

Various Artists: Def Jazz
GRP / Universal
Früher bediente sich der HipHop beim Jazz, heute ist es umgekehrt. Nach Jamie Cullums akustischer „Frontin'"-Version und dem Outkast-Cover "Hey Ya" von Pianistin Maria Kannegaard kommt hier mit „Def Jazz" gleich ein ganzes Album mit zehn verjazzten Klassikern des HipHop und Rhythm'n'Blues. Beispiel: Das Stück „All I Need", gespielt von Trompeter Roy Hargrove und Hammond-Organist Joey DeFrancesco, stammt eigentlich von Mary J Blige und erschien auf Method Mans Solo-Debüt „Tical". Vorlage war dabei der Motown-Oldie „You're All I Need To Get By" von Marvin Gaye und Tammy Terrell, erschienen 1968. Dieses Aufeinandertreffen der Antipoden HipHop und Jazz wirkt auf den ersten Blick zwar paradox, funktioniert aber erstaunlich gut.
http://www.universalmusic.de

Simon Rattle & Berliner Philharmoniker: Claude Débussy „La Mer“ u.a.
EMI Classics
Schon im vergangenen Herbst, als Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern dieses Débussy-Programm aufführte, jubilierten die Kritiker. Der jetzt veröffentlichte Live-Mitschnitt bietet noch einmal den digitalen Klangbeweis: Selten wurden diese Hauptwerke des musikalischen Impressionismus derart feinfühlig und mitreißend gespielt. Neben der berühmten Meeresskizze und dem nicht minder bekannten „Prélude à l'après midi d'un faune“ enthält das Programm das selten gespielte Ballett „La Boîte à joujoux“ und drei von Colin Matthews instrumentierte Klavier-Préludes.
http://www.emimusic.de/de/cms/index.html