Neues beim Elterngeld

Von der Leyen will Vätern den Rücken stärken

Muss noch die eigene Partei überzeugen: Ursula von der Leyen

Muss noch die eigene Partei überzeugen: Ursula von der Leyen

26. April 2008 Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will Väter dazu bewegen, länger ihren Beruf auszusetzen. Das Elterngeld solle nur noch dann voll ausgezahlt werden, wenn die Väter länger als zwei Monate zu Hause bleiben, sagte die CDU-Politikerin dem Spiegel nach einem Vorabbericht vom Samstag. „In der nächsten Legislatur wird die Zeit reif sein, die Väterkomponente auszuweiten.“

Wie viele Vätermonate es dann geben soll, ließ sie offen. Von der Leyen hatte schon die bisherige Regelung gegen heftige Kritik aus den eigenen Reihen durchsetzen müssen. Danach wird das Elterngeld 14 Monate lang gezahlt - aber nur, wenn auch der andere Elternteil, meist der Vater, zwei Monate um das Kind kümmert.

Erzieher statt Ernährer

Mit ihrer Initiative wolle sie den Vätern den Rücken stärken, sagte die Ministerin. Zwei Drittel von ihnen wünschten sich, der Erzieher und nicht nur der Ernährer ihres Kindes zu sein. „Aber 80 Prozent fürchten, dass sie mit Hohn und Spott übergossen werden, wenn sie für ein paar Monate zu Hause bleiben wollen“, erklärte von der Leyen.

Die SPD zeigte sich gesprächsbereit. Generalsekretär Hubertus Heil äußerte sich aber skeptisch, ob auch die Union mitzieht. „Zuvor müsste Frau von der Leyen aber mit ihren eigenen Kollegen in CDU und CSU reden, die schon die bisherige Regelung als Wickelvolontariat diffamieren“, sagte er dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

Im vergangenen Jahr haben die Geburten in Deutschland nach Berechnungen ihres Ministeriums stark zugenommen. Erstmals seit Jahren sei kein Geburtenrückgang, sondern stattdessen die höchste Geburtenrate seit der Wiedervereinigung zu verzeichnen. Dies zeige, dass der Weg der Bundesregierung richtig sei.

Text: FAZ.NET mit Reuters
Bildmaterial: AP

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