
Es geht nicht um die "Zufriedenheit der Massen" - es geht darum, ob jeder Einzelne, jeder Mensch auf seine eigene Art, solange er andere Menschen in ihrer Freiheit nicht beschränkt, sein eigenes, freies Leben führen kann. Ihr Beitrag zeugt von einer tiefen Missachtung der Menschenwürde.
Worauf gründet denn das Recht eines BKA, in die Leben der Menschen notfalls einzugreifen, wenn nicht auf einem Ideal von Recht und Freiheit, vor dem alle Menschen gleich sind? Und dann wurde die Bewahrung dieses Ideals genau jenen übertragen, die es soeben noch mit Füßen getreten hatten!

Als ob es nur um die Namen der Kriminellen ginge, die im BKA untergetaucht sind!
Viel langwieriger und wohl kaum zu bewältigen wird die Analyse der Archive und Datenbanken sein, die unter der Regie einer kriminellen Führungsrige entstanden sind.
Wer ist ein "Gefährder"? Wer ist "auffällig"? Was ist "provokantes Benehmen"? - Das sind doch alles Dinge, die aus der Sicht von Nazis ganz andere Bewertungen ergeben als aus lupenrein demokratischer Sicht. Bei Sintis und Roma wird es noch leichtfallen, zu einer solchen zurückzukehren. Aber was ist mit so dubiosen Kategorien wie Künstlern? Schriftstellern? Oder einfach Alternativen? Was ist über die in den Archiven abgelegt worden? Wird da noch zu verstehen sein, was rechtmäßig eingetragen wurde und was Ergebnis einer kriminellen Weltsicht ist? Kann das BKA eine solche Aufgabe überhaupt bewältigen?
Der Ansatz ist lobenswert - aber ich glaube, er kommt viel, viel zu spät. Der Schaden ist bereits angerichtet und größer hätte er kaum sein können. - Was für eine Schande für diese Republik! Die Ordnungshüter, die "Freunde und Helfer" ... rekrutiert sich aus Verbrechern.
Zum Jammern und Haareausreißen.

Das Thema der NS-Vergangenheit wurde bereits früeher aufgegriffen. Es gibt das Buch von Dieter Schenk: Die braunen Wurzeln des BKA. Ein besonders kurioser Fall wird in einem relativ neuen Buch vorgestellt. Einer der Leiter des BKAs lässt 1944 im NS-Staat einen Judenmörder (!) hinrichten und weist die jüdischen Zeugen des Mordfalls in ein KZ ein. Man glaubt es kaum.

1. Das Ergebnis dieser (m.E. pseudointellektuellen) Untersuchungen war vorherzusehen und würde für keine Behörde, Institution und Firma der Nachkriegszeit anders ausfallen, aber so hatten Historiker wohl wieder eine drittmittelfinanzierte Stelle über Jahre
2. Ziercke hat als Amtsinhaber ab jetzt keinerlei Nachholbedarf an politischer Correctness mehr und gehört ab sofort zu den "Guten", die sich von der sie nicht betreffenden NS-Vergagngenheit sicherheitshalber distanzieren
3. Das BKA ist ab sofort über jede Kritik betr. Menschenrechte, Rassismus u.ä. erhaben
4. Das Modell sei zur Nachahmung für den wissenschaftl. hist. NAchwuchs empfohlen. Kein noch so dämlicher Förderungs-ANtrag zu diesem Thema kann abgelehnt werden ohne das Risiko für die Entscheidungsperson, als Nazi-Sympathisant gebrandmarkt zu werden.
5. Armes Deutschland, das sich noch wundert, wenn solche Themen zur Staatsverdrossenheit und zur Radikalisierung im Osten beitragen

Den Dingen Namen geben, den Vorgängen Namen geben, die verstanden werden und keine Decknamen sind.
Nichts mehr als das wird benötigt um aufzuräumen und das Ergebnis ist, daß dieses Aufräumen nicht aufhört, nur immer mehr befreit zum Eigentlichen, was zu tun ist. Da wird plötzlich keine Lebensenergie mehr benötigt um zuzudecken.
Ich nenne es den Rumpelstilzcheneffekt, der Urplötzlich im Bruchteil einer Sekunde dem schweren Zauber die Macht nimmt.
Mehr gereicht es mir nicht, dazu zu sagen. Weder Urteilen noch Verurteilen, nur Begrüßen will ich es, wie die Morgensonne...

Seit seiner Gründung ist Tätigkeit und Auftrag des Bundeskriminalamtes Aufklärung.
Nachdem nun die überwältigende Zahl der Deutschen zu "Widerstandskämpfern" geworden sind (zumindestens im Geiste) möchte man also eine angeblich eigene "düstere Vergangenheit" aufdecken.
An dieser Stelle möchte ich mich einmal für die hervorragende Arbeit der an der Gründung und dem Aufbau des BKA beteiligten Menschen bedanken. Sie haben wertvolles fü die Gesellschaft geleistet.

Dem BKA ist zu seinem Glasnost zu gratulieren und ihm eine gelingende Perestroika zu wünschen. Man wundert sich immer wieder, wie offensichtlich Adenauer ausgerechnet Taliban mit hochbrisanten Ämtern betraute, freut sich, dass seine verschiedenen Integrationen von Erfolg gekrönt waren, und lernt, dass Rigorismus zwar schön, aber wenig hilfreich ist.

......eine schöne und lohnende Beschäftigung für Historiker, im Chaos der Geschichte fündig zu werden. Wenn das Werk vorliegt, wird es vielleicht von Historikern gelesen. Das wars dann.
Glaubt man im Ernst, dass die heutige Jugend sich damit befasst?
Zu Lebzeiten der evtl."Mittäter oder gar Täter" wäre es eine mutige Sache gewesen, aber so nicht.
Spart das Geld für Bildung u.u. und für arme Kinder...........

So! Jetzt ist es raus. Das BKA ist also tatsächlich auch von Angehörigen seiner Vorgängerorganisationen im 3. Reich aufgebaut worden. Ein schrecklicher Skandal? Eher ein Umstand wie man ihn auch ohne großartige wissenschaftliche Untersuchung vorraussagen konnte. Auf welche Spezialisten hätte man denn sonst auch zurückgreifen sollen?
Heute wird im Nachkriegsirak die genau gegenteilige Verfahrensweise als ursächlich für den Ausbruch der massiven Konflikte im Land angesehen und als schwerster Fehler der US-Aufbauführung. Auch derartige Erkenntnisse müssen für eine Beurteilung mit herangezogen werden.
Zu einem kleinen Skandal hätte erst dann gereicht wenn nachzuweisen wäre, das die alten NS-Kader auch in der Nachkriegszeit massiven Einfluß auf die politischen Leitlinien im Sinne der NS-Ideologie nehmen konnten und dies auch taten. Die bloße Nutzung irgendwelcher "Zigeunerlisten", oder die Erkenntnis das Sinti und Roma überdurchschnittlich häufig die Schule abbrechen oder in Kriminalität verwickelt sind, ist meiner Ansicht nach dafür nicht ausreichend. Anstatt bewiesene Fakten zu skandaliseren hätte eine Beleutung der dafür maßgeblichen Hintergründe einen konstruktiveren Beitrag geleistet.

Das BKA setzt als Behörde damit jenes Zeichen, das der Republik einiges erspart hätte, wäre es 35 Jahre früher erfolgt. Waren nicht 1968 und die Wirren der Folgejahre jenseits von Mao und Che Guevara in Wirklichkeit das große Fragezeichen einer ganzen Generation an die vorhergehende?

Ich hatte es schon Mal auf einer anderen Web-unter-Seite der FAZ gefordert: Eigentlich müßte man die Anfänge der GEZ untersuchen, ob nicht auch bei ihr diverse Elemente aus der Nazizeit ihr Auskommen gefunden haben - vielleicht die, die woanders (BfV, BND, BKA) aufgrund ihrer zu braunen Vergangengeit hinausgeflogen sind.