Akademikerinnen und Kinder: „Zeitfenster von wenigen Jahren”

Familie

DIW: Kein „Gebärstreik“ der Akademikerinnen

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat eine Studie neu ausgewertet. Demnach bleiben nur etwa 25 Prozent der Akademikerinnen kinderlos. Entscheidender Grund ist der späte Abschluß des Studiums. Somit liegen einige der in der Debatte genannten Zahlen „deutlich zu hoch“.

Lesermeinungen zum Beitrag

30. Mai 2006 01:45

Gebärmutterdiskussion

A. Ro-Nori (Steuerzahler)


Die Politisierung der deutschen Gebärmütter.

Die deutschen Frauen, insbesondere die Akademikerin, sollen mehr Kinder in die Welt setzen bzw. in Deutschland auf die Welt bringen, um das Renten-, Sozial- und Steuersystem aufrecht zu erhalten. Als Gegenleistung will der Staat mehr eigene Betreuungsmöglichkeiten anbieten.

Parallel dazu gibt es Elterngeld, das den Eindruck erweckt, dass berufstätige Eltern mit gehobenen Einkommen übervorteilt werden und anfallende Kinderbetreuungskosten steuerlich absetzen können. Die Bundeskanzlerin sieht sogar in diesem Familien die neuen Arbeitergeber für Kindermädchen und Hauspersonal.

Studiengebühren sind die neuesten Errungenschaften und andere Schulabschlüsse verlieren immer mehr an Wertigkeit.

Gleichzeitig finden sondierende Elternbefragungen bei den Einschulungsuntersuchungen statt (Gesundheitsamt) - die natürlich anonym, freiwillig und rein statistisch sind - darin werden die Schulbildung der Eltern, Geburtsverlauf, Krankheiten und das soziale Umfeld ect. erfaßt.

Auffällige Kinder können von Erzieherinnen an Logopäden und Ergotherapeuten empfohlen werden; was vorher im Ermessen eines Kinderarztes lag.

Das Rastersieb für unseren Nachwuchs wird immer gröber, die Chancen auf ein erwerbstätiges Leben immer geringer und in diese Welt sollen wir Frauen Kinder gebären?

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29. Mai 2006 09:04

Ausbildungszeitverkürzung

Andreas Seidl (ASeidl)

Die langen Ausbildungszeiten in Deutschland stellen sich in jedem Gebiet als Nachteil heraus, doch was passiert?

Als vor ca. 15 bis 20 Jahren schonmal das achtjährige Gymnasium diskutiert wurde, las ich in den Jahresberichten zweier Münchener Gymnasien zahlreiche Aufsätze von Elternbeirat, Lehrer und "Experten", die sich mit der Feststellung zusammenfassen lassen, daß die ersten 8 Jahre des Gymnasiums überflüssig sind, da die Bildung fast ausschließlich im neuten vermittelt wird.

Nun ist es in Bayern eingeführt worden. Promt ging ein Vater bis vor das Verfassungsgericht und ist prompt unterlegen. - Zum Glück!

Vor kurzem laß ich auf der Homepage einer FH, daß die Einführung der anglikanischen Abschlüße für den Bachelor(Geselle) 7 Semester und für den Master (Meister) 10 Semester Regelstudienzeit vorsieht. Bisher war die Regelstudienzeit 8 Semester für ein Diplom.

Irgendwie tun wir uns schwer mit Veränderungen!

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29. Mai 2006 07:10

Schuldzuweisung

Rainer Mächler (wozu)

Der Begriff "Gebärstreik" hat ja auch etwas mit Schuldzuweisung zu tun. Mal sind die Frauen schuld, dann die Männer. Was ist aber mit einer Familienpolitik, die nicht eigene Ziele formuliert, sondern sich der Arbeitsmarktpolitik unterordnet? Ein Ziel wäre: Strukturen die es möglichst vielen Individuen ermöglicht IHRE PERSÖNLICHEN Lebensentwürfe umzusetzen. Warum hat man nicht mehr Flexibilität und kürzere Ausbildungszeiten geschaffen? So gesehen hat die 2. Republik versagt.

Und wie gehen wir heute mit unseren schon existierenden Kindern um? Wenn wir schon wenig Kinder haben, dann sollten die wenigstens eine gute Ausbildung bekommen, mit der sie sich der Zukunft stellen können. Hier soll es dann die Krabbel- Kindergruppengruppenpflicht retten. Wer glaubt denn wirklich, daß mit 1,5 Erziehungsstellen pro Kindergruppe ein Fundament gebaut werden kann? Wahrscheinlich hofft man auf die Zahnfee.

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28. Mai 2006 13:28

Ehrenwort

Rainer Mächler (wozu)

Ist schon nett, was man aus Zahlen alles machen kann. Großes SORRY, haben uns da leider ohne Hintergedanken verrechnet. Aber jetzt stimmen die Zahlen. Ehrenwort.
Trotzdem stimme ich den zwei Thesen zu. 1. Nicht Egoismus, sondern der späte Abschluß und 2. unflexible Berufe verhindern Kinder. Aber ich widerspreche dem Tenor " alles halb so schlimm".
Persönlich bitter für die, die sich ihre Lebenswünsche nicht erfüllen konnten. Akademikerinnen oder nicht. Bitter wenn das Fenster zu ist. Und es geht um Strukturen oder besser um strukturelle Gewalt. Z.B. in den 90ger Jahren: "Wir brauchen heute keine Ärzte, also sollen doch die Studenten 2 Jahre AIP machen. Die Ausbildung braucht mehr QUALITÄT". (Hohn und Spott). In Dtsh ist man dann mit 28 fertig gewesen, in Belgien mit 23. Echt, die lassen die auf die Menschheit los.

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27. Mai 2006 14:32

Wende kann noch gelingen

Xenia Bergwald (xenia.b)

@Thorsten Plattberg

Ihre Aussagen treffen teilweise sehr genau den Kern des Problems, unter welchem ganz Europa zu leiden hat, lassen aber auch wichtige Aspekte außer Acht.

Alle Zeichen sprechen dafür, dass der asiatische Großraum das neue Zentrum der Welt werden wird. Das Reich der Mitte, China, mit 1,4 Milliarden Menschen einer weitgehend homogenen Volksgruppe der Han sowie Indien mit etwa 1,2 Milliarden Menschen werden künftig in der Welt den Ton angeben. Die USA sind längst im Abstieg begriffen und haben aufgrund der Inhomogenität ihrer Bevölkerung im Vergleich mit China keine Chance.
Daneben streben langfristig islamische Länder aufgrund des starken Geburtenüberschusses in gewichtigere Rollen als bisher.

Innerhalb dieses weltgeschichtlichen Prozesses muss es den alten Völkern Europas und Russland gelingen, die eigene Position zu sichern. Zusammengenommen kommt unser Kontinent mit Rußland auf eine Masse von 550 bis 600 Millionen. Um sich in der Zukunft selbst zu behaupten, muss durch Maßnahmen wie sie Putin vorgeschlagen hat, die Homogenität versucht werden zu sichern. Dies kann mit Konsequenz durchaus gelingen.

Gerade Deutschland war nach dem 30-jährigen Krieg eine menschenleere Wüste und konnte seine Bevölkerung von 5 auf 80 Millionen steigern. Dies muss man im Spiel der Kräfte stets berücksichtigen.

Im Übrigen beginnt auch unsere Kultur nicht erst vor 200 Jahren, sondern mindestens bei Herrmann dem Cherusker vor über 2000 Jahren.

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27. Mai 2006 12:14

Zeit schon abgelaufen!

Thorsten Pattberg (PhillipPaux)

Russland hat 150 Millionen Menschen, Japan hat 130 Millionen, Indonesien 280, und die USA 300. Mit solchen Zahlen wuerden die Voelker Europas sich zwangslaeufig an uns orientieren. Jedoch sind die genannten Laender kleine Fische im Vergleich zu Indien (mit Bangladesch und Pakistan) 1,320 Millionen und China 1,330 Millionen Menschen mit ihren 5000 Jahren alten Kulturen (Deutschland hat 200 Jahre).
Bei einer solchen Perspektive muessten wir Deutschen eine Geburtenquote von 3,1 haben, um auf 80 Millionen zu bleiben, da jede Familie mindestens ein Kind produziert (1,0), welches aus evolutionstechnischen Gruenden auswandern muss (nach Asien oder Amerika), um wertvollere Gene fuer seine Nachfahren zu finden. Es ist heute schon vorteilhafter fuer Europaeer einen asiatischen Partner zu finden als einen europaeischen, und dieser Trend vertieft sich weiter. Sollten die beiden uebrigen Kinder jeder Familie (2,0) in Deutschland bleiben, wird die Tuerkei im Jahre 2050 mit ueber 100 Millionen Einwohner trotzdem noch weit an uns vorbeiziehen! Im Grunde koennen wir nur auf Vereinigtes Europa setzen (mit 450 Millionen), einen Prozess, den der USA, China, und Indien schon vor Jahrzehnten/-hunderten geglueckt war. Aus eigener Kraft koennten wir die Deutschen nicht zahlreicher machen. Die Natur hat laengst Chinesen, Inder und Moslems bevorzugt. In den USA, Russland, China, Indien weiss das jeder und sagt auch jeder (kuerzlich der Botschafter von Dehli in Beijing!), IN DEUTSCHLAND UNDENKBAR!!!

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26. Mai 2006 20:32

Überalterung und Kinderarmut verhindern!

Xenia Bergwald (xenia.b)

Neben der Massenarbeitslosigkeit ist der dramatische Geburtenrückgang das Hauptproblem dieses Landes. Aber gerade das hohe Risko einer drohenden Arbeitslosigkeit und damit Unsicherheit in der Lebensplanung sind Gründe für einen Verzicht auf Nachwuchs. Aber Nachwuchs ist lebenswichtig für die ganze Nation und gerade deshalb nicht ausschließlich Privatsache. Putin hat in Rußland mit den gleichen Problemen zu kämpfen und in seiner Rede zur Lage der Nation dies zur Chefsache gemacht. In Sibirien leben leben weniger Menschen als in China Arbeitslose. In zwanzig Jahren sinkt die Einwohnerzahl um 10 Millionen bei gleichzeitigem Anstieg des Durchschnittsalters auf über 45 Jahre. Dadurch entstehen laut Putin menschenleere Räume, in die fremde Massen stoßen könnten. Deshalb werden jetzt Maßnahmen getroffen, um die Russen zu Zeugung von mehr Kindern zu animieren. Genau vor dem gleichen Problem steht Deutschland. Auch hier ist der Geburtenrückgang eine Frage der nationalen Sicherheit. Nur haben unsere Politiker nicht den Mut, dies wie Putin so direkt anzusprechen. Sinkt die Einwohnerzahl der Deutschen und steigt deren Durchschnittsalter, so müssen zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft noch mehr Immigranten geködert werden. Nicht anders als in Russland wäre das eine "Besetzung durch fremde Massen", wie es Putin ausdrückte. Deshalb muss alles getan werden, um die Geburtenraten massiv zu steigern und so die staatliche Souveranität auch für die Zukunft zu sichern. Hier ist Putin Vorbild.

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26. Mai 2006 18:48

"systematische Fehler"

Torsten Klier (TorstenKlier)

So, so. Die „anderen“ haben also systematische Fehler gemacht.
Dann würden uns schon interessieren, mit welcher Systematik das DIW arbeitet.
Wenn da solche Sätze stehen

„Die Zahl kinderloser Akademikerinnen sei lange überschätzt worden, weil man Geburten nach Vollendung des 35. Lebensjahres nicht ausreichend gezählt habe. Außerdem seien im Mikrozensus jene Kinder, die das Elternhaus schon verlassen haben, nicht hinreichend berücksichtigt worden.“

bleibt der böse Verdacht, dass das DIW mal eben so ein Gefälligkeitsgutachten ausgeliefert hat. Oder wie soll ich das verstehen:
a)
Geburten nach Vollendung des 35. Lebensjahres wurden nicht ausreichend gezählt
b)
Kinder die das Haus (einer 35-Jährigen) schon verlassen haben, seien nicht berücksichtigt worden.
Wie viele Kinder haben denn das Haus der 35-Jährigen verlassen? 3 oder 4? Oder gar 5?

Man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Vielleicht wird uns das DIW irgendwann in die Geheimnisse seiner Systematik einweihen

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