Kommentar

Jahrhundertbaustelle Hartz IV

Von Stefan Dietrich

Pause auf der Baustelle? Nicht bei “Hartz IV“

Pause auf der Baustelle? Nicht bei "Hartz IV"

30. Mai 2006 Die „Jahrhundertreform“ der Regierung Schröder, der Umbau des arbeitsmarktpolitischen Instrumentariums, hat das Zeug, zu einer Jahrhundertbaustelle der Sozialpolitik zu werden.

Eineinhalb Jahre nach seiner Vollendung wird das Gesetzeswerk in dieser Woche einer zweiten Überholung in siebzig Punkten unterzogen. Die dritte Inspektion ist schon für den Herbst angesetzt. Dann sollen weitere Unwuchten wie die Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaften von Bundesagentur und Kommunen sowie die Zuverdienstmöglichkeiten repariert werden.

Die Ineffizienz ist noch teurer geworden

Aber eine „Generalrevision“ der Hartz-Gesetze - dann auch gleich unter einem neuen Namen, wenn es nach CSU-Generalsekretär Söder geht - darf es schon deshalb nicht geben, weil sie für die SPD mit dem Eingeständnis eines großen Scheiterns verbunden wäre.

Indes: Die Situation des Jahres 2006 ähnelt fatal der Ausgangslage, in der Schröder einst seinen Wundermann Hartz herbeirief - mit dem Unterschied, daß die Ineffizienz der Nürnberger Mammutbehörde inzwischen noch teurer geworden ist. Wer wird dort nach dem nächsten Eingriff der Politik in dieses Räderwerk überhaupt noch durchblicken?

Text: F.A.Z., 30.05.2006, Nr. 124 / Seite 10
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Sie möchten Zuschuss zur Ihrer neuen Brille? Vergleichen Sie jetzt online einfach und bequem verschiedene Krankenzusatzversicherungen und sparen Sie bares Geld!

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche