
Mehmet D. (21.09./21:42) wünscht sich kundigere Islamkritiker und sieht den Propheten als Friedensbringer, wozu er Zitate bietet. Der Koran widerspricht sich oft im selben Vers, hier wird man also immer für alles etwas finden. Da bleibe ich lieber Historiker und bewerte, was wir über die Taten des Propheten wissen. Das sind viele Kriegstaten und Schlachten. Von Siddharta Gautama (Buddha) kennen wir derlei nicht, auch nicht von Jesus. Das sind die anderen großen Weltreligionen. Unter diesen ist der Islam die kriegerischste.
Dabei bleibt es.
Ich ändere meine Meinung: ehe solche Stimmen wie genannt den Islam vertreten und verbiegen, folge ich lieber Köhlers Idee und befürworte jetzt Islamunterricht für Orientalen in der BRD, der korrekte Informationen bietet und nichts gegen die Fakten schönbiegt.

Mit Kopfschütteln habe ich gestern abend in den Nachrichten gehört, dass Köhler in der Hauptschule vor einem ausgewählten Publikum gesprochen hat, nachdem man die meisten Schüler dieser Schule nach der 2. Stunde - offenbar als nicht präsentierbar und nicht präsidiabel - nach Hause geschickt hatte! Und so wurde die Rede vor Lehrern und wenigen Schülern gehalten, die sich geehrt fühlten, die aber letztlich nicht betroffen waren. Die, die es anging, wurden dagegen wiederum ausgegrenzt, so wie in der Rede Köhlers (als schlechtes Beispiel) beschrieben! Danach gab es ein schönes kaltes Buffet. Allen schmeckte es. Aber die, die im Dunkeln saßen, sah man nicht; denn hatte man nach der 2. Stunde schon nach Hause geschickt.

Die Fassung des Artikels von gestern entspricht nicht der heutigen Fassung. Auch die Überschrift wurde geändert. Der URL-Link ist aber geblieben. Dies sollte bei einer Bewertung der vorstehenden Leserkommentare berücksichtigt werden.

Ich las den Artikel in der heutigen FAZ und komme zu ganz anderen Schlüssen als die vor mir Kommentierenden und der Faz-Net Kommentator:
Auch wenn die Vorschläge nicht neu sind - aber Herr Köhler hat sie gemacht und damit nochmals ins Bewußtsein gebracht:
1. Pflichtjahr Kindergarten
2. Sprachprüfung vor Einschulung (und falls nicht bestanden, wohl Nachschulung)
3. Religionsunterricht in allen Religionen, auch Islam - in deutscher Sprache
4. Sport, Musik und Kunstunterricht nicht vernachlässigen
5. Mehr Lehrer, mehr Geld, um die Kinder besser zu schulen - dafür sollten wir auch bereit sein, Opfer zu bringen.
6. Soziales Jahr für alle, um die Integration zu fördern.
Wahrscheinlich waren es sogar ein paar mehr - ich habe den Artikel nicht vorliegen...
Ich finde es unmöglich, dass in Deutschland destruktive Kritik so gebräuchlich ist - wenn wir es nicht lernen, endlich auch das Gute und Positive zu sehen und dieses zu fördern, dann werden wir unsere Probleme zwar intellektuell sehr schön zerreden - aber aus ihnen heraus werden wir nicht kommen.
Dieter K. Veitengruber

Die Idee des Bundespräsidenten zum Islamunterricht in staatlichen Schulen ist interessant. Es wäre einen Versuch wert. Denn tiefer sinken können Muslime und ihre Kinder in dieser Gesellschaft kaum noch.
Ich bin eher pessimistisch, was den Erfolg eines solchen Unterrichts angeht, weil ich an das Scheitern des Türkisch-Unterrichts, das an manchen Schulen durchgeführt wird, denken muß, der oft auch mit Islam-Inhalten ergänzt wird.Von Ausnahmen abgesehen, wird dieser Unterricht von zweifach inkompetenten Lehrern durchgeführt: Inkompetent in der Türkischen Sprache und Literatur und dessen Didaktik, und inkompetent in ihren Islam-Kenntnissen. Was oft dabei herausgekommen ist, ist eine für die Schüler todlangweilige Kemalismus-Indoktrination durch türkische Lehrer. Weder die türkischen noch in der Folge die deutschen Sprachfertigkeiten wurden verbessert, geschweige denn für einen gläubigen Muslim akzeptable Islamkenntnisse vermittelt.
Islamunterricht kann nicht wie evangelischer oder katholischer Religionsunterricht, von Ungläubigen unterrichtet werden. Eine bloße Info-Veranstaltung zum Islam, ohne die Empfehlung zum Praktizieren, würden muslimische Eltern nicht annehmen.Da erfüllt ein allgemeiner Ethik-Unterricht den gleichen Zweck.

Eine qualifizierte Ausbildung, wie der Bundespräsident sie fordert, braucht vor Allem Eines: Anstrengung bzw. die Bereitschaft, etwas zu leisten.
Aber das wollen die Festredner dem Volk nicht zumuten, denn dann müssten sie gerade von denjenigen, die von ihren Elternhäusern nicht mit Ehrgeiz ausgestattet und unterstützt werden, also von den so genannten Benachteiligten mehr Anstrengung fordern, damit Sie es zu etwas bringen, und das gilt allgemein als unsozial.
Kürzlich hörte ich in einer Diskussion unter Pädagogen über Disziplin, dass das ja bestenfalls in die Fabrik gehöre, aber nicht mehr in die Schule!
Nur wer in der Schule nicht die (Selbst-)Disziplin aufbringt, etwas zu lernen, wird es später im Arbeitsleben auch nicht können und entgegen den Träumen der Weltverbesserer wird nämlich über die Zukunft und den Wohlstand dieses Landes in der Fabrik entschieden!
Wer dort die Zeichen der Zeit liest und bemerkt, dass die hoch qualifizierte Arbeit, von der in derlei Sonntagsreden gerne gesprochen wird, demnächst nicht mehr in Deutschland stattfindet, weil woanders nicht nur billiger, sondern auch besser! gearbeitet wird, der kann sich über den Realitätsverlust, der unsere politische Klasse erfasst hat, nur noch wundern.

Unsere Politik sucht nach neuen Wortkreationen um immer und immer wieder die gleichen Szenerien zu beschwören und als positiv zu verkaufen.
Die Hauptschulen sind gemäß politischem Willen zu Auffangschulen verkommen und dienen der pädagogischen Betreuung von Kindern. Die Politik sieht Hauptschüler als LOOSER - habe ich mehrfach gehört, wird natürlich nicht schriftlich manifestiert.
Wissen zu vermitteln soll an diesen Schulen nicht mehr oberste Priorität sein.
Auf der anderen Seite ist es wirtschaftlich, politisch notwendig einen großen Teil der Jugendlichen "auszugliedern", da nicht genügend Arbeit für alle da ist. In der Zukunft wird dies natürlich die Sozialkassen belasten und muß deshalb reduziert und "privatisiert" werden. Die Politik ist nicht bereit, die Multikonzerne wieder in die soziale Verantwortung zurück zu holen.
Das ist die Vorplanung für die Unterschicht, zur Sicherung billigster Arbeitskräfte und soll gleichzeitig gewährleisten, dass der Rückstand zur "wissenden" Schicht nicht mehr aufgeholt werden kann.
Das sind die demokratischen Aussichten unserer Kinder. Als zukünftige Wähler sollen sie und ihre Eltern mit Hoffnung erfüllt bleiben: "Es wird besser, wenn wir nur daran glauben und wählen".

will ich auch mal meinen Senf dazugeben. Das Soziale Pflichtjahr ist eine gute Sache. Ich war 9 Monate bei der Bundeswehr. Ich würde für Mädels das Soziale Jahr und für Jungs die Bundeswehr zur Pflicht machen und auf Wunsch Wechsel in das andere Jahr. Es gib viele Gegner der Wehrpflicht, ich war mal einer von diesen - bis zu der zeit vor Ort. Hier lernt man nicht wie man andere menschen tötet. In erster Linie lernt man Pünktlichkeit und ja da haben die meisten Deutschen extremen Nachholebedarf, Nähen (welcher Mann kann das denn?), Ordnung und Sauberkeit, da jeder seine Sch... selbst weg machen muss. Es gibt dort keine Putzfrauen wie in der Schue. Der Soldat ist die Putzfrau. Und genau sowas wird niemanden in der Schule beigebracht.
Den Religionsunterricht würde ich komplett abschaffen. Ethik ist ein allgemeinbildendes Fach für alle Religionen und Weißheiten. Man kann dann Religionsunterrich aller Religionen in den Anschlußstunden anbieten (freiwillig). Und wegen der Sprache, wir leben in Deutschland.Wer nicht bereit ist die Sprache zu lernen hat hier nichts verloren. Wenn ich in die Türkei ziehe lerne ich auch Türkisch. Nur Urlauber haben das "Recht" sprachlos zu Reisen. Das wäre bei mir "DIE" Bedingung der Staatsbürgerschaft.

Man kann nicht an den Wirkungen herumdoktern, Herr Köhler, wenn die Ursachen nicht klar gesagt werden.
Jeder, egal ob Zugezogen oder Einheimisch, leidet an der Ver-, Be- und Entfremdung seiner Umwelt. Ständige Änderungen der Rahmenbedingungen vor allem seitens politischem Chaos und der Zulassung ungehemmten Zuzugs, schaffen für jedes Kind enorme Unsicherheiten. Nichts, woran Kind sich orientieren könnte, und wo klare Gesetzmäßigkeiten herrschen. Niemand kann erwarten, daß diese Kinder sich lernwillig in die Gesellschaft integrieren lassen. Da ist ja auch kein Wertesystem, in das Kind sich integrieren lassen kann! Nichts, aber auch gar nichts könnte mich heute dazu bringen eine Schule zu besuchen, an der alles fremd ist.
Niemand versucht auch nur ansatzweise sich in die Lage der Kinder zu versetzen. Raub, Erpressung, Unterdrückung, Vergewaltigung an den Schulen werden nicht durch einen Islamunterricht abgeschafft und der Islamunterricht macht die Schule zu keinem Hort, an dem ein Großteil der Kinder sich auch lernwillig wohlfühlen. Die sogenannte Demokratie hat offenbar kein Interesse an gebildeten und erzogenen Menschen, sonst wären schon längst Maßnahmen ergriffen worden.

Die Kommentar einiger Leser zeigen nur, wie dringend notwendig einige dieser hier vorgschlagenen Massnahmen wären.
Danke Martin Weisse, man denkt ja schon ganz Deutschland ist intellektuell und sozial total versumpft. Eigentlich gehört es uns dann auch nicht anders, als mit den Misständen leben zu müssen. Warum sich um Leute bemühen, die sich nur für sich selbst und ihre Ideen interessieren.

Ich muss mich doch schon sehr über einige Äußerungen wundern.
"Was ist dagegen einzuwenden, wenn junge Menschen mal was für die Gesellschaft tun, anstatt nur zu schmarozen? Ich lese hier immer von Abiturienten und Studenten. Das sind genau die, die sich auf meine Kosten einen Vorteil verschaffen."
Nur weil jemand den Intellekt und Willen hat einen bestimmten Lebensweg zu gehen kann man ihn wohl kaum als Schmarotzer bezeichnen. Und wenn dies sich z.B. entsprechend auswirkt, zahlt er langfristig effektiv gesehen mehr Steuern als jemand mit kürzerem Bildungsweg und Lehre, der sich danach nicht mehr großartig weiterentwickeln möchte (was ich nicht, so wie du, verurteile sondern jedem als Entscheidung selbst überlasse.
Ich persönlich habe sowohl Abitur, abgeschlossene Lehre und abgeschlossenes Studium und fühle mich nicht als Schmarotzer.
Und bezüglich "…habe ich meinen Wehrdienst im Gegenzug auch gerne getan." bin ich mir nicht sicher in wie fern du deine Wehrdienstzeit als Dienst and der Gesellschaft siehst (abgesehen vom Oderbruch o.ä.).
NICHT nichts für ungut!

Wozu diese Aufregung. Köhler's Ratschläge sind doch so ermutigend. Zumindest hat sein Auftritt Hauptschülern die Zuversicht gegeben, auch Bundespräsident werden zu können. Ich hätte von ihm fast den genialen Vorschlag erwartet, den Deutschen Kindern in islamischer Sprache Muslimunterricht anzubieten.

Da hat sich der nette Herr Köhler, unser aller Vorbild und ein Symbol für unser äußeres Deutschland, aber was tolles ausgedacht.
Das man die Rede in einer Hauptschule stattfinden lässt, ist ja noch nett. Auch als Schachzug.
Mir raufen sich aber die Haare wenn ich höre, dass an den Schulen bald "Islamunterricht" in deutscher Sprache stattfinden soll.
Religiosunterricht
Holger Dannat (Holger1502)
"(...)Sie steht auf Kriegsfuß mit unserer, das darf man
nicht übersehen. Der Koran gehört höchstens ins
Familienleben. Der Staat sollte die Finger davon
lassen.(...)"
Mit welchem Recht spricht man davon, dass der, der einem bestimmten Staat angehört, auch automatisch mit der mehrheitlich verbeiteten Religion "gesegnet" ist?
Die Leute müssen endlich begreifen, dass es eine individuelle Entscheidung ist, welcher Religion (wenn überhaupt!) man angehören möchte. Und genau deswegen ist der Staat und die Kirche auch einvereinbar. Egal, um welche Kriche es sich hier handeln sollte...
Ethische Fragen lassen sich auch mit dem Menschenverstand, und nicht nur mit der Kirche beantworten. Deswegen halte ich einen Werte und Normen Unterricht für viel wichtiger als jegliche Form von Relgionsunterricht.

[So soll eine der kriegerischsten Religionen umgebogen werden zur Friedensbotschaft, obwohl ihr Stifter sein Prophetenleben vornehmlich mit Schlachten verbracht].
Ich finde das ungeniert, wie Sie versuchen den Islam und das Leben des Propheten (s.a.v.) auf kriegerische Auseinandersetzungen zu beschränken! Der Prophet, der Friede sei auf Ihm, wurde in Seiner Zeit in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt, welche lediglich der Selbstverteidigung dienten.
Ich wünsche mir Islamkritiker, die sich nicht nur oberflächlich mit dem Islam und seinem Propheten(s.a.v.) beschäftigen.
Der Prophet Muhammad- der Segen Allahs und Sein Friede seien auf ihm- war besonders fürsorglich im Umgang mit Kriegsgefangenen. Er sagte zu seinen Gefährten:
" Sie sind eure Brüder, gebt ihnen von dem Gleichen, was ihr eßt und trinkt" (Muslim, Ayman 36-38)
Als er einmal aufgefordert wurde, für die Verdammung der Feinde zu beten, sagte er:
" Ich bin nicht in diese Welt gesandt worden, um zu verdammen, sondern als Prophet der Barmherzigkeit."
(Muslim, Fadail 126; Tirmidhi, Da'wat 118)

jedenfalls nicht durch diese Rede!
Und von den übrigen politischen Akteure ist ohnehin nichts zu erwarten.
Mittlerweile glaube ich, dass die gesamte politische Haute Volée in Berlin erst dann wach wird, wenn das unzufriedene Volk - wie derzeit in Budapest - die Regierenden für die acht verlorenen Jahre und ihre Wahlkampflügen handgreiflich verantwortlich machen wird. Zu wünschen ist das nicht, aber es wird so kommen, wenn nicht endlich wieder politische Perspektiven in diesem Land aufgezeigt werden. Das politische Nullsummenspiel, dass CDU/CSU und SPD derzeit bieten, ist einfach unerträglich! Darüber können auch die wohlgesetzten Worte Köhlers nicht hinwegtäuschen.

Jeder weiß schon, was hier gemeint ist: präparierte Indoktrinatoren sollen orientalischen Kindern einen Spezial-Islam "vermitteln", der westl. Bedürfnissen gerecht wird. So soll eine der kriegerischsten Religionen umgebogen werden zur Friedensbotschaft, obwohl ihr Stifter sein Prophetenleben vornehmlich mit Schlachten verbracht hat und per Koran auch darüber anregend zu berichten und seine Anhänger darauf einzuschwören weiß.
Um das umzubiegen muß man so viel entstellen und verschweigen, daß es eine Art Erweckungseffekt würde, wenn die Schüler später die Wahrheit erfahren. Für wie dumm sollen die Leute verkauft werden und wem nützt das etwas? Würde man das nicht ganz zurecht als einen Angriff des Westens auf die orientalische Kultur verstehen? Was hilft es dann, mit viel Geld auch noch ein paar Pseudo-Imame zu installieren?
Auch wer kein Freund des Islam ist, und verlangt, daß die eigene Religion nicht nach politischem Belieben demontiert wird, muß dies auch anderen Religionen wie dem Islam zugestehen. Ob der im eigenen Land überhaupt etwas zu suchen hat, ist eine ganz andere Frage.

Interessant wie unser Bundespräsident es versteht sich mal wieder ins Rampenlicht zu bringen. Die Grundideen hinter seinen Vorschlägen mögen ja nicht schlecht sein, aber deren Umsetzung würde wieder in Chaos enden.
Das verpflichtende Kindergartenjahr sollte für diejenigen Pflicht werden, die es auch dringend nötig haben und nicht für alle als Zwang gelten.
Die Idee zum Religionsunterricht finde ich nur dann sinnvoll, wenn, wie schon erwähnt wurde, alle Religionen unter z.T. auch kritische Betrachtung genommen werden. Meine Erfahrungen mit Religionsunterricht während der Schulzeit war nämlich von eher nutzloser Natur.
Was die Idee mit dem sozialen Pflichtjahr betrifft fallen mir nur zwei Gründe für diesen Vorschlag ein: 1) Köhler möchte die kommenden Generationen zu mehr sozialem Engagement erziehen oder, und irgendwie spricht mich dieser Gedanke mehr an, 2) er ahnt bereits, dass irgendwann die Klagen und Beschwerden gegen den Wehrdienst ernster werden und arbeitet bereits jetzt an der Tatsache, dass der Staat es sich nicht leisten kann für alle Zivildienstleistenden in die Bresche zu springen. Warten wir's ab.

Ein solches Soziales Jahr finde ich sehr sinnvoll, entsprechend hoffe ich auf eine Umsetzung dieser Idee. Einen islamischen Religionsunterricht finde ich unpassend, weder auf deutsch und schon gar nicht auf türkisch oder arabisch. Dieser ganze Religionsmist ist langsam unerträglich. Man sollte das nicht fördern, viel mehr diese Religion genau untersuchen und hinterfragen. Sie steht auf Kriegsfuß mit unserer, das darf man nicht übersehen. Der Koran gehört höchstens ins Familienleben. Der Staat sollte die Finger davon lassen.

Die Auszüge der Berliner Rede in der ARD klangen verheißungsvoll und optimistisch. Sogar der Veranstaltungsort - eine Hauptschule - wurde als positiv und symbolisch hervorgehoben.
Sein Hinweis, dass von 61 Schulabgängern, lediglich einer einen Ausbildungsplatz erhielt, stellt das geforderte Pflichtjahr wieder in einen Zusammenhang mit dem Veranstaltungsort.
Die Bundesregierung ist bestrebt, das Humankapital effektiv und billig abzuschöpfen. Der Personalmangel im Gesundheitssystem, hervorgerufen durch die geringe Bereitschaft (auch bei privatisierten Kliniken), anständige Löhne zu bezahlen, sieht jetzt eine Möglichkeit, Schulabgänger zum Nulltarif (Sozialgeld) einzustellen.
Dieses Pflichtjahr soll natürlich die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz nicht trüben, denn Hoffnung braucht jeder als Motivation.
Um allen politischen Lagern und Wählern zu dienen, fordert er sogar den islamischen Religionsunterricht.
Gerade aber diese Aufteilung der Klassen in Konfessionen dient als Nährboden für Ideen religiöser Denkweisen und stachelt den Ehrgeiz der Gesellschaft in der Gesellschaft an.
Ethikunterricht anstatt Religionsunterricht wäre sinnvoller.

Der Dienst an der Waffe bei einer real existierenden externen Bedrohung, die nicht durch eine Berufsarmee abgewehrt werden kann, ist der EINZIGE Dienst zu dem der Staat junge Bürger verpflichten kann. Alles andere ist Freiheitsberaubung und zudem ökonomischer Unsinn:
Deutsche Realität:
Mit 7 in die Schule (ein Jahr länger spielen) 9 Jahre zum Abitur, Zivildienst, Bummelstudium der Geisteswissenschaften... Wenn der deutsche Durchschnitts-Absolvent fehl-qualifiziert mit 27-28 sich erstmals auf dem Arbeitsmarkt meldet, zahlen seine französischen und englischen Altersgenossen bereits seit Jahren Steuern und tragen sinnvoll, ihren Fähigkeiten entsprechend, zum Sozialprodukt ihrerer Länder bei.
Bisher hat Herr Köhler mehr ökonomischen Sachvestand bewiesen.
Sofern dieses zusätzliche "sozial Jahr" nicht noch zusätzlich zum Wehrdienst geleistet werden soll, so wird zumindest allen deutschen Mädchen auch noch ein zusätzliches Jahr ihrer Jugend genommen. Unter unseren 4 Millionen Arbeitslosen gibt es wohl kaum jemanden, der sich für einen Einsatz im sozialen Bereich eignen würde.
Mädels wehrt Euch!

Komisch, ich dachte die Ausbildungszeiten seien in Deutschland zu lang und junge Leute beginnen zu spät in die sozialen Sicherungssysteme einzuzahlen.
Also für alle noch ein Jahr mehr..... steht dem wohl entgegen.

Das gemeinsame Jahr im Kindergarten halte ich für sehr sinnvoll (auch weil damit endlich mal die Kinderbetreuung ausgebaut werden muss ...).
In der 5. Klasse Gymnasium hatten wir zwei Türkinnen in der Klasse, sie waren beide intelligent aber sie haben es nicht geschafft. Sie sind an der Sprache gescheitert. Und da muss etwas gemacht werden. Warum schaffen es so wenige ins Gymnasium und in die Uni? An kollektiver Dummheit liegt es sicher nicht aber dafür an der Sprache.
Dann finden sich vielleicht auch Freunde außerhalb der eigenen Religion bzw. der Sprache.
Warum also nicht?
Das Pflichtjahr halte ich nicht für sinnvoll, da extra schon Uni und Gymnasium zusammengekürzt werden, weil alle nach jüngeren Absolventen schreien. Dann lieber wieder die gute alte G9 oder etwas mehr Zeit zum Studieren.

Unser Schulsystem ist gar nicht reformierbar und erst recht nicht mit der Reformtruppe, welche wir in den letzten Jahren an der Regierung hatten und auch in den nächsten Jahren an der Regierung haben werden.
Die Jahrgangsklassen wiedersprechen jeglicher modernen pädagogischen Erkenntnis. Der Lehrplan beinhaltet eine starre Ordnung, in welcher die Kinder sich schon früh an bürokratische Mühlen gewöhnen können, welcher aber nichts mit den flexiblen Anforderungen des heutigen Arbeitsmarktes zu tun hat. Die Schulabschlüsse sind schon so schlecht, daß viele Arbeitgeber Eingangstest durchführen, statt sich auf die Zeugnisse zu verlassen. Leider dürfen das die Universitäten nicht.
Wer sich für die Abschaffung der Schule interessiert sollte das Buch von meinem Vater Eugen Füner lesen: "Ist die Schule noch zu retten? Vorschläge für ein ganz anderes Bildungssystem." Dies ist zwar ein wenig Werbung, aber ich stehe sehr hinter den Thesen, welche für die Abschaffung der schule stehen und den Übergang in ein neues Bildungssystem fordern. Es kann ja nur besser werden.

Bisher hatte ich den Bundespräsidenten für einen freiheitsliebenden, weloffenen Mann mit großem ökonomischen Sachverstand gehalten. Seine heutige Rede läßt mich daran erhablich Zweifeln, schlägt er doch allen Ernstes vor, alle jungen Menschen in ein sogenanntes "soziales Pflichtjahr" zu zwingen. Wenn ich das recht verstehe, sollen die bisher wehrpflichtbedingten und bei tatsächlicher Bedrohung wie während des Kalten Kriegs auch hinzunehmenden Eingriffe in grundlegende Freiheitsrechte, nämlich das Recht ,sein Leben selbst zu gestalten, auf alle jungen Männer und Frauen ausgeweitet werden. Denkt der Herr Bundespräsident womöglich daran, wie die vielen kinderlosen Alten künftig zu Billigsttarifen (aus eigener Wehrpflichterfahrung weiß ich, daß hier erzwungene Handlangerdienste für einen Apfel und ein Ei "entlohnt" werden) versorgt werden sollen oder ist das Ziel, die Menschen "von der wiege bis zur Bahre" staatlicherseits zu beaufsichtigen. Dazu paßt, ein zwangsweises Kindergartenjahr zu fordern, anstatt das den Eltern zu überlassen und den Religionsunterricht zwingend zu machen. Warum immer nur Zwang und Durchsetzung mit Staatsmacht?. P.S: Ich habe meine Kinder alle in einen Kindergarten und in die Kirche geschickt, aber freiwillig.

Ich möchte gerne etwas zum sozialen Pflichtjahr sagen. Ich halte davon nicht allzuviel. Warum ?
1. Wenn ein/e Schüler/in mit dem Gymnasium fertig ist besitzt die Person ein alter von 18-19 Jahren. Bis dann das Studium abgeschlossen ist beträgt das Alter 23. Die Person tritt also spät in das Berufsleben ein. ( Ab wo die Person die Sozialsysteme mitfinanziert) Kommt jezt noch ein Pflichtjahr dazu ist die Person 24. Die Lebensarbeitszeit veringert sich also. Daraus folgt: weniger Rente.
2. Man kann Leute nicht zwingen Dinge zu tun die Sie nicht wollen. Tut man es trotzdem, führen sie die entsprechende Arbeit mit Unlust aus. Das Ergebniss wird entsprechend sein. Ich zum Beispiel möchte nicht in der Situation eines alten Menschen im Seniorenheim sein, der von einr Person gepflegt wird, die dies mit Wiederwillen tut. Solche Arbeiten sollten freiwillig sein und von Herzen kommen. Herr Köhler hat meiner Meinung nach nicht ausreichend die Nachteile des Pflichtjahrs bedacht.
Grüße,
Berg11

Anstatt den unmöglichen Schulzwang endlich abzuschaffen soll die staatliche Freiheitsberaubung nun auch noch verlängert UND vorverlegt werden. Es ist nicht zu fassen.
Und ein "soziales" Pflichtjahr? Aufgrund welcher Schuldigkeit? Und sozial ist der Markt. Weiß das unser Mann aus der Wirtschaft nicht mehr? Wenn irgendwelche Leute, wahrscheinlich wieder Politiker und Bürokraten, womöglich in unheiliger Allianz mit "Sozialpädagogen" irgendetwas gut finden, können Sie dann die jungen Leute in ihren Dienst zwingen. Was ist daran "sozial"? Wo sind wir denn?
Unter der großen Koalition, so mein Eindruck, wird der Mensch im Staat immer mehr zum Untertan, der im Eigentum der Befehlshabenden ist. Mir graut und mir schwant nichts Gutes.

Schade nur, dass Herr Köhler zwar gute, längst überfällige Vorschläge macht, aber in der Politik wird ihm niemand zuhören und die Bevölkerung versteht wieder einmal nicht, worum es geht.
Ich fühle mich wie in einem Irrenhaus oder einem Albtraum...

Kostenloses obligatorisches Kindergartenjahr: Frommer Wunsch.
Religionsunterricht unverzichtbar: Seit wann denn das?
Soziales Jahr für alle (auch Frauen), wahlweise Wehrdienst/Zivildienst/Sonstiges: Sinnvoll.