
Es wird immer schierig, wenn hohe moralische Grundsätze auf die Wirklichkeit treffen und durchgehalten werden sollen. Die Grünen wurden zu Zeiten Fischers Quasiherrschaft aus einem basisdemokratischen Haufen zu einen Fischerjubelclub und Gerhard Schröder gab als Jusochef vor, gegen die Unterdrückung in der Welt zu kämpfen, um sich in verblendeter, unreflektierter Faszination für Revolutionsmythen für Leute wie Castro oder Putin, zu begeistern.
Auch Merkels Auffassung von Demokratie, wie übrigens auch die eines jeden anderen Spitzenpolitikers, weicht deutlich vom Idealtypus ab. Dennoch differenziert Frau Merkel in einer Weise, die Schröder mit Blick auf Putin nie leistete. Sie unterscheidet deutlich zwischen den notwendigen Interessen Deutschlands in Bezug auf die Nachbarschaft zu Rußland und dem was wünschenswert wäre, wenn es die Notwendigkeiten nicht gäbe. Dies ist Realpolitik und ihr nicht vorzuwerfen, zumal sie noch nie als Theoretikerin der hohen politischen Moral auftrat, sondern als Pragmatikerin der Macht.

Frau Merkel zutreffend einzuschätzen.
Aber eines ist Sie sicherlich nicht...
...eine „lupenreine Demokratin“ :-).