Ich habe als Grünschnabel eine komplett andere Auffassung über die RAF als beispielsweise meine Eltern. Wenn das Thema "am Tisch" mal zur Sprache kommt, wird sofort unheimlich gewettert, was für grausame, erbärmliche Menschen das seien und in welchen Abgründen sie schmoren mögen.
Wenn hier in Thüringen in Blumentöpfen genauso viele Babies gefunden werden, wie die RAF Opfer gefordert hat, dann wird über "schwierige" soziale Verhältnisse palavert, nach zwei Wochen liegt der Fall - soweit aufgeklärt - ad acta.
Ich vergleiche nun die beiden Fälle und finde es nicht gerechtfertigt, sie nach dem Motiv der Tat zu unterscheiden. Mord an sich ist nicht gerechtfertigt, soweit schon einmal. Von meinem Standpunkt aus finde ich sogar das Kindsmordmotiv noch viel barbarischer als das politische, da politischer Terror meist nur durch die unmittelbare Umstände gespeist wird. Ein Kindsmord jedoch ist viel komplexer, erfordert viel mehr kranke Psyche, meiner Meinung nach.
Ich bin überrascht über den abgrundtiefen Hass gegenüber den Terroristen, weil der Hass (so scheint es mir) nicht nur die Wut über das vergossene Blut darstellt. Über Schuld werde ich, denke ich, erst urteilen können, wenn der Sachverhalt vollends geklärt ist.
und wieder zeigt sich, dass das mißtrauen der bürger gegenüber den ermittlungsbehörden/geheimdiensten gerechtfertigt ist und wieder einmal neue Nahrung erhält.
das sollte jeder im hinterkopf haben, gerade wo es jetzt im rahmen des "kampfes gegen den internationalen terrorismus" darum zu gehen scheint, allen gegenteiligen beteuerungen zum trotz, bürgerrechte immer weiter einzuschränken.
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