Bundeswehr

„Bürokratismus von oben nach unten“

Ein halbes Jahr nach seiner Erstellung zitierten Medien aus dem sogenannten Heyst-Bericht, der die Auslandseinsätze der Bundeswehr auswertet: Angeblich offenbare er katastrophale, grundstürzende Missstände. Tatsächlich verzichtet der Bericht auf eine Generalkritik, fordert aber eine veränderte Führungskultur. Von Stephan Löwenstein, Berlin

Lesermeinungen zum Beitrag

24. Januar 2008 16:03

Änderung der Führungskultur.........

wolf haupricht (emilgilels)

...wenn der Heyst-Bericht eine veränderte Führungskultur anmahnt, hat das zunächst mit Bürokratismus wenig zu tun.
Führen will gelernt sein, sagt ein altes Sprichwort. Tatsächlich ist es ein ständiger Prozess, zunächst in der Ausbildung und dann in der Praxis. Die Grundprinzipien einer funktionierenden Führung stehen fest. Wenn diese auf allen Verantwortungsebenen beherzigt und vom jeweiligen Kommandeur vorgelebt werden, ist die richtige Orientierung für andere leichter. Das färbt ab und schafft Vertrauen und Respekt.
Daran scheint es zu fehlen, wenn das nunmehr eingefordert wird. Dafür können Seilschaften oder verschwommene Zuständigkeiten verantwortlich sein. Hier müsste durch Beispielgebung und eine gesunde Aufsicht Abhilfe möglich sein. Wer nicht pariert, ist seine Funktion schnell los. Das fruchtet.
Bürokratie wächst wie eine Krake. Einmal wird sie von oben vorgegeben oder unten ausgeweitet. Jeder weiss auch, dass Soldaten die schlimmeren Bürokraten sind. Ob das in der Natur des Soldatenseins angelegt ist?
Andererseits wird bei Vorfällen sofort die Spitze der Bw, i.d.R. der Minister sofort von der Öffentlichkeit gefordert. Das fördert jedoch Nebenwege, die man nicht will.
Fazit: Es wird sich nichts ändern.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Januar 2008 08:48

Generalstab

Otto Fragender (Fragender)

Aus dem erwähnten Artikel in der "Zeit" habe ich entnommen, dass die Bundeswehr unter dem Fehlen eines - funktionierenden - Generalstabs leidet (dieser ist seit 1945 verboten). Der fehlende Generalstab wird dann mehr schlecht als recht ersetzt durch vermischte "Kompetenzzentren" und mehrere daraus folgende, miteinander konkurrierende Befehlsstränge aus dem Verteidigungsministerium, Einsatzführungsstab in Potsdam, eigene untergeordnete Stäbe der Teilstreitkräfte sowie den scheinbar völlig separat existierenden Befehlsstrang zu den Spezialkräften.
M.E. muss man, wenn man die Bundeswehr in Kampfeinsätze befiehlt, ihr auch - wie bei anderen Armeen - die organisatorischen Mittel dazu an die Hand geben bzw. erlauben, in diesem Fall also klar getrennte Ebenen: Ministerium für polit.-administratives Steuern und EIN - natürlich vom Ministerium beaufsichtigter - Generalstab für die strategisch-operative Steuerung der nachgeordneten militärischen Stäbe und Einheiten.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 2 von 2 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche