Demoskopie

Schröder und Merkel Kopf an Kopf

Holt in der persönlichen Beliebtheit auf: Merkel

Holt in der persönlichen Beliebtheit auf: Merkel

24. Mai 2005 Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine wahrscheinliche Herausforderin Angela Merkel liegen nach einer Blitzumfrage für das ZDF in der Präferenz für das Amt des Regierungschefs erstmals Kopf an Kopf.

Auf die Frage, wer ihnen als Kanzler oder als Kanzlerin lieber wäre, nannten am Montag 45 Prozent der Befragten Schröder und 44 Prozent Merkel. Das teilte das ZDF am Dienstag mit. Während die Anhänger der SPD fast geschlossen hinter ihrem Kandidaten stünden, seien es bei der Union nur drei Viertel. Bei den Anhängern der Union sei sich jeder zehnte Befragte noch unschlüssig. Für die Blitzumfrage hatte die Forschungsgruppe Wahlen nach Angaben des ZDF 1049 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte befragt.

Noch am Sonntag hatte Merkel zehn Punkte Rückstand

Schröders Chance: Ein personalisierter Wahlkampf

Schröders Chance: Ein personalisierter Wahlkampf

Bisher hatten die Umfragen in der Frage nach der Kanzlerpräferenz Schröder klar vor der CDU-Vorsitzenden Merkel und anderen möglichen Unions-Kanzlerkandidaten gesehen. In einer Infratest-dimap-Umfrage vom Abend der Nordrhein-Westfalen-Wahl, an dem Schröder eine vorgezogene Bundestagswahl angekündigt hatte, antworteten 46 Prozent der Befragten, sie würden sich bei einer Direktwahl des Kanzlerkandidaten für Schröder entscheiden; nur 36 Prozent gaben an, sie würden Merkel wählen.

Bei der Sonntagsfrage liegt Schwarz-Gelb vorn

Bei der Sonntagsfrage liegt hingegen Schwarz-Gelb deutlich vor Rot-Grün. In einer Umfrage vom Montag sagten 46 Prozent der Befragten, sie würden der Union ihre Stimme geben, wie der WDR in Köln mitteilte. Damit könnte die Union mit der FDP regieren, die sieben Prozent erreichen würde. Die SPD würde nur 30 Prozent der Stimmen erhalten, und die Grünen sieben Prozent.

Die PDS würde mit fünf Prozent als Fraktion in den Deutschen Bundestag einziehen. Nach der Ankündigung der SPD, die Bundestagswahl von September 2006 auf den Herbst dieses Jahres vorziehen zu wollen, glaubt nur ein Viertel der Bundesbürger (25 Prozent), daß eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition nach der Wahl gut für Deutschland wäre. 43 Prozent der Deutschen spricht sich dagegen für ein schwarz-gelbes Bündnis aus. Eine Alleinregierung der Union würden 29 Prozent für gut halten, eine Große Koalition favorisieren 39 Prozent.

Kompetenz in Wirtschaftsfragen eher bei der CDU

Bei der Frage, welcher Partei am ehesten zugetraut wird, ausgewählte politische Aufgaben zu lösen, führt die Union in fast allen Feldern: Fast die Hälfte der Bundesbürger (49 Prozent) traut der Union eher zu, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Dies ist ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber der letzten ARD-Umfrage vom März dieses Jahres. Der SPD bescheinigen diese Kompetenz nur 18 Prozent.

Gleichwohl sind die Deutschen mehrheitlich skeptisch, ob eine unionsgeführte Bundesregierung die Arbeitslosigkeit tatsächlich verringern könnte: Mehr als zwei Drittel (65 Prozent) glauben nicht, daß sie dazu in der Lage wäre. 31 Prozent sind bei dieser Frage anderer Meinung. Auch bei der Wirtschaftskompetenz liegt die Union der Umfrage zufolge klar vor der SPD. Nur bei der Frage, welcher Partei am ehesten zugetraut wird, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, führt die SPD mit 37 Prozent vor der Union mit 28 Prozent.

Text: AP, Reuters
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb

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