Gutachten

Ohne Degussa würde Holocaust-Mahnmal 2,3 Millionen Euro teurer

Mahnmal im Bau

Mahnmal im Bau

13. November 2003 Bei einem Ausschluß der Chemiefirma Degussa vom Bau des Holocaust-Mahnmals würden die Kosten für den Graffiti-Schutz bei den Stelen um 2,34 Millionen Euro steigen. Wie die Vorsitzende des Bundestagskulturausschusses, Monika Griefahn (SPD), am Donnerstag sagte, wäre im Fall eines Degussa-Ausschlusses das gesamte Projekt gefährdet.

Griefahn sprach sich als Mitglied des Kuratoriums gleichzeitig für eine weitere Zusammenarbeit mit Degussa aus. Alle deutschen Unternehmen, die in der Bauchemie tätig seien, hätten historische Beziehungen zu der in den Holocaust verstrickten IG Farben. Andernfalls müsse das Denkmal ausschließlich mit ausländischen Firmen gebaut werden. Dagegen sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Alexander Brenner im DeutschlandRadio Berlin, eine weitere Beteiligung von Degussa wäre „Salz auf Wunden“.

Kuratorium entscheidet

Das Kuratorium der Mahnmal-Stiftung will am frühen Abend in Berlin entscheiden, ob der Bau des Mahnmals am Brandenburger Tors mit Degussa-Beteiligung fortgesetzt wird. Eine Tochter-Firma von Degussa, hatte das Giftgas Zyklon B produziert, mit dem Millionen Juden in den deutschen Vernichtungslagern ermordet wurden. Degussa sollte den Grafitti-Schutz und über ein Tochterunternehmen den Betonverflüssiger für den Mahnmal-Bau liefern.

Text: dpa
Bildmaterial: AP

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