Leserbrief

Im Fall Althaus die Wahrheit auf den Kopf gestellt

03. November 2008 Zu "Althaus verteidigt Brief zur Jugendweihe" (F.A.Z. vom 28. Oktober): Nachdem vor Jahren von Journalisten verschiedener Zeitungen intensiv nach den "Jugendsünden" des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus gesucht worden war und man schließlich ohne Erfolg abziehen musste, wird nun abermals versucht, seine Vergangenheit in einem schlechten Licht darzustellen. Ihr Beitrag ist im Vergleich mit Beiträgen in anderen Zeitungen moderat und wird dem damaligen Anliegen einigermaßen gerecht.

In den vielen Jahren meiner seelsorglichen Tätigkeit als Pfarrer in der DDR habe ich immer wieder versucht - auch im Namen vieler Eltern -, vom zuständigen damaligen "Rat des Kreises" (der Schulrat verweigerte jedes Gespräch) die Frage (möglichst schriftlich) beantwortet zu bekommen: welches denn der wahre Inhalt der aufoktroyierten "Jugendweihe" sei. Es ist im Prinzip dieselbe Frage, wie sie von Althaus gestellt wurde. Ständig kamen von Vertretern der damaligen Machthaber die umgarnenden Werbungsversuche: Alle Kinder sollten an der Jugendweihe teilnehmen, denn sie sei ein "Bekenntnis zum Frieden". Umgekehrt drohte die Peitsche: "Sie wollen doch, dass aus Ihrem Kind auch einmal beruflich etwas Gutes wird." Atheismus und marxistische Weltanschauung als wichtiger Bestandteil wurden verschwiegen. Natürlich erhielten weder ich noch die Eltern jemals eine schriftliche Antwort, auf die wir uns dann hätten beziehen können. Althaus, der selber die Jugendweihe abgelehnt hatte, wird nun in verschiedenen Zeitungen in "Systemnähe" gebracht. Dabei wird die Wahrheit nahezu auf den Kopf gestellt. Denn es gehörte Zivilcourage und Aufrichtigkeit dazu, überhaupt das Thema "Jugendweihe" zur Diskussion zu stellen. Althaus ist stets seinen aufrechten Gang gegangen, vor der friedlichen Revolution bis heute. Weil die "Linken" seine Beliebtheit in der Bevölkerung fürchten, versuchen sie nun mit allen Methoden, ihn persönlich zu bekämpfen.

Gerhard Sammet, Ilmenau

Text: F.A.Z.

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