28. Dezember 2006 Vom 1. Januar an muß man auch Rundfunkgebühren für PCs bezahlen - vorausgesetzt man hat keinen Fernseher und kein Radio. Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) in Köln erhebt ab 2007 eine so genannte Gebühr für neuartige Rundfunkgeräte. Dazu gehören Personalcomputer, Laptops, PDAs oder Handys mit Internetzugang. Die GEZ begründet dies damit, daß man viele Radio- und Fernsehprogramme mittlerweile auch über das Internet empfangen kann. Es sei deshalb nur gerecht, wenn man auch als PC-Besitzer eine Gebühr zahlen müsse, sofern man keinen Fernseher und kein Radiogerät habe. Es ist das erste Mal in der 30jährigen Geschichte der GEZ, daß eine Gebühr für eine neue Geräteart erhoben wird.
Die GEZ teilte mit, Privatleute werden von der neuen Gebühr in Höhe von monatlich 5,52 Euro kaum betroffen sein. Schließlich gebe es kaum einen Haushalt ohne Fernseher und Radio. Es gehe vor allem und kleinere und mittlere Unternehmen, etwa Arztpraxen, Handwerksbetriebe und Freiberufler. Bei einem Unternehmen mit mehreren Niederlassungen reiche aber zum Beispiel schon ein Fernseher in München aus, damit für PCs in Hamburg keine Gebühr gezahlt werden müsse.
Einnahmen von 30 Millionen Euro im Jahr
Nach einer Anlaufzeit von vier Jahren verspricht sich die GEZ von der PC-Gebühr Einnahmen von 30 Millionen Euro im Jahr. In den ersten Monaten des kommenden Jahres wird zunächst kein zusätzlicher Werbeaufwand getrieben, um über die neue Gebühr zu informieren. Erst Mitte 2007 soll damit begonnen werden.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderte am Donnerstag eine Neuordnung der Rundfunkgebühren. Das derzeitige geräteabhängige System sei angesichts der technischen Entwicklung nicht mehr zeitgemäß. PCs, Laptops oder UMTS-fähige Mobiltelefone seien oft unverzichtbare Arbeitsgeräte, die aber im Regelfall nicht als Empfangsgeräte für Radio- oder Fernsehprogramme genutzt würden, teilte der DIHK mit.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa
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