05. März 2004 IWF-Direktor Horst Köhler hat die Nominierung zum Kandidaten für das Bundespräsidentenamt angenommen.
Köhler sagte am Donnerstag abend in Washington, er fühle sich sehr geehrt und glaube, daß er der Aufgabe gewachsen sei. Köhler sagte, er wolle seine beruflichen Erfahrungen im nationalen wie im internationalen Bereich in das Amt einbringen. Deutschland brauche vor allen Dingen einen Diskussions- und Veränderungsprozeß nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in den Bereichen Bildung, Kultur und im Zusammenleben der Menschen.
Bescheidener, offener und neugieriger
Köhler sagte, das Amt des Bundespräsidenten sei kein Amt, daß man anstreben könne. Er habe bei seinen Tätigkeiten unter anderem für den Internationalen Währungsfonds mit Menschen unterschiedlichster Nationalität und Religion zusammengearbeitet. Dies habe ihn bescheidener, offener und neugieriger gemacht, und dies wolle er in das Amt nutzbringend einbringen. Köhler wies zugleich daraufhin, daß er zunächst nominiert sei, die Wahl selbst müsse zunächst abgewartet werden.
Zugleich trat er mit sofortiger Wirkung von der Spitze des IWF zurück. Seine Aufgaben im IWF werden kommissarisch von seiner bisherigen Stellvertreterin Anne Krueger wahrgenommen. Zu seiner Nachfolge wollte sich Köhler zunächst nicht äußern. Nach langem Streit hatten sich Union und FDP, die bei der Wahl am 23. Mai die Mehrheit haben, am Donnerstag auf den 61jährigen Finanzfachmann geeinigt. Rot-Grün schickt die Wissenschaftlerin Gesine Schwan in die Kampfabstimmung um die Nachfolge von Johannes Rau. Köhler wäre der erste Bundespräsident, der kein Berufspolitiker ist.
Text: AP, AFP, vwd
Bildmaterial: AP