Demoskopie

Rot-Grün weiter im Stimmungstief

18. März 2005 Die SPD verliert weiter in der Wählergunst.

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würden nur noch 31 Prozent der Deutschen für die Sozialdemokraten stimmen, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer ergab. Das ist ein Rückgang um einen Prozentpunkt gegenüber der letzten Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen.

In der Wählergunst vorn: Merkel und Westerwelle

In der Wählergunst vorn: Merkel und Westerwelle

CDU/CSU legten dagegen um einen Punkt auf 42 Prozent zu. Auch die Grünen konnten sich um einen Punkt auf zehn Prozent verbessern, während die FDP um einen Punkt auf sechs Prozent zurückfiel. Die PDS sieht die Umfrage derzeit bei fünf Prozent, andere Parteien bei sechs Prozent. Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und FDP derzeit eine knappe Mehrheit.

Große Unzufriedenheit mit der Arbeitsmarktpolitik

Nach der Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ist die Unzufriedenheit der Bundesbürger mit der Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung riesengroß: Mehr als drei Viertel der 1.237 Befragten warfen Rot-Grün vor, nicht genug zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu tun.

Nur 17 Prozent halten die Anstrengungen für ausreichend. Von einer CDU/CSU-geführten Regierung würden allerdings ebenfalls nur 25 Prozent erwarten, daß sie hier erfolgreicher wäre. 65 Prozent sehen in dieser Frage keinen Unterschied, und fünf Prozent würden eher von einer Verschlechterung ausgehen.

Hoffnungen ruhen auf großer Koalition

Größere Hoffnungen würden in diesem Zusammenhang in eine große Koalition gesetzt: 43 Prozent würden sich von einem Regierungsbündnis aus SPD und CDU/CSU eine effektivere Arbeitsmarktpolitik versprechen, fast ebenso viele würden auch in diesem Fall keine Unterschiede erwarten und acht Prozent sogar schlechtere Resultate.

Generell glauben 85 Prozent der Deutschen laut Politbarometer nicht, daß die Probleme auf dem Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren zu lösen sind. Nur 13 Prozent sind hier optimistisch.

Wenig Begeisterung für Maßnahmen des „Job-Gipfels“

Von den im Zusammenhang mit dem „Job-Gipfel“ diskutierten Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erwartet eine Mehrheit lediglich von einer Senkung der Unternehmenssteuern einen mehr (16 Prozent) oder weniger (51 Prozent) großen Rückgang der Arbeitslosigkeit, 28 Prozent sehen hier keine positiven Auswirkungen.

Eine Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung halten sechs Prozent für sehr viel versprechend, 40 Prozent erwarten davon einen geringen Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit und 45 Prozent gar keinen. Nur elf Prozent erhoffen sich von einer Lockerung des Kündigungsschutzes große Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt, 36 Prozent gehen davon aus, daß es dadurch zu geringen Verbesserungen kommen wird, und 47 Prozent glauben, daß diese Maßnahme zu keinerlei Entlastung führen wird.

Wulff wichtigster Politiker

Bei der Frage nach dem wichtigsten Politiker verteidigte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff erstmals den ersten Platz vor dem langjährigen Spitzenreiter, Außenminister Joseph Fischer (Grüne). Die Plätze getauscht haben CDU-Vorsitzende Angela Merkel auf Rang drei und der CDU-Politiker Friedrich Merz

Auf Platz fünf folgt Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vor dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Den drittletzten Platz hält der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering vor dem FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle und Schlußlicht Finanzminister Hans Eichel (SPD).

Bildmaterial: dpa, picture-alliance/ dpa/dpaweb

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