Deutsch-Äthiopier Ermyas M.

Potsdamer Überfallopfer außer Lebensgefahr

Der Überfall hatte eine neue Diskusssion über Rassismus ausgelöst

Der Überfall hatte eine neue Diskusssion über Rassismus ausgelöst

28. April 2006 Fast zwei Wochen nach dem Überfall auf einen Deutsch-Äthiopier in Potsdam hat sich die Gesundheit des Opfers erstmals deutlich verbessert. Ermyas M. schwebe nicht mehr in Lebensgefahr, teilte das Ernst-von-Bergmann-Klinikum am Freitag mit. Er befinde sich nicht mehr im künstlichen Koma, sei aber wegen des erlittenen schweren Schädel-Hirn-Traumas noch immer bewußtlos.

Sein Zustand sei noch immer kritisch, sagte eine Sprecherin. „Er ist weder ansprechbar noch vernehmungsfähig.“ Nach wie vor sei unklar, welche langfristigen Folgen M. von der Schlägerei davontragen wird.

Zeitung: M. hat Auseinandersetzung begonnen

Der 37 Jahre alte Deutsche äthiopischer Abstammung war am frühen Ostersonntag von zwei Männern als „Scheiß Nigger“ beschimpft und niedergeschlagen worden. Wegen eines wahrscheinlich fremdenfeindlichen Hintergrundes der Tat ermittelt die Generalbundesanwaltschaft. Seit Ende vergangener Woche sitzen zwei Tatverdächtige in Haft. Der 30 Jahre alte Thomas M. und der 29 Jahre alte Björn L. bestreiten die Vorwürfe.

Laut einem Bericht der Zeitung „Berliner Morgenpost“ soll M. die körperliche Auseinandersetzung mit den beiden Männern entgegen bisherigen Darstellungen selbst begonnen haben. Das gehe aus der Vernehmungsakte hervor, in der drei Zeugen - zwei Taxifahrer und eine Frau - unabhängig voneinander den Sachverhalt so geschildert hätten. Die Zeitung beruft sich dabei auf Informationen aus nicht näher genannten „Sicherheitskreisen“.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, daß Details der Ermittlungen nicht kommentiert würden.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa/dpaweb

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