26. Juni 2008 CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sieht bei den Grünen einen Sinneswandel in Sachen Atomenergie. Selbst die Grünen würden inzwischen unter vier Augen zugeben, dass der unter der rot-grünen Bundesregierung vereinbarte Atomausstieg unter den jetzigen Gegebenheiten falsch gewesen sei, sagte Pofalla am Donnerstag in der ARD.
Er appellierte an die Grünen, dies nicht nur hinter verschlossenen Türen, sondern auch öffentlich zu sagen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast wies die Darstellung umgehend zurück. Pofalla lügt! Wir Grüne halten ohne Wenn und Aber an der Notwendigkeit des Atomausstiegs fest, sagte sie in Berlin. Ihre Partei werde den Kampf für den Ausstieg aus der Atomenergie weiterführen. Die Vorfälle im Atommülllager Asse II zeigten, dass wir den atompolitischen Irrweg eher schneller beenden müssen.. Künast warnte Merkel, den Atomkonsens aufzukündigen.
Renaissance der Kernenergie in Europa?
Pofalla warb einmal mehr für längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke und sprach von einer Renaissance der Kernenergie in Europa. Finnen, Briten, Schweizer und Italiener planten neue Kernkraftwerke. Deutschland dagegen sei das einzige Land in Europa, das den Weg des Ausstieges gehe. Angesichts der steigenden Energiepreise, der Abhängigkeit vom Öl und des Klimawandels sei eine Verlängerung der Laufzeiten für die sichersten Kernkraftwerke Europas in Deutschland erforderlich.
Der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) plädierte unterdessen für den Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland. Verbandspräsident Anton Börner sagte der Bild-Zeitung, mit zusätzlichen Kernkraftwerken könne das Energieangebot steigen. So könne Strom wieder billiger werden.
Text: dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb