Trotzte den hitzigen Diskussionen: BKA-Präsident Jörg Ziercke

NS-Vergangenheit des BKA

Nach dem Vorbild des Reichskriminalamtes

Nach über 50 Jahren stellt sich das BKA seiner NS-Vergangenheit. Die Selbstauskünfte kommen, so sagte Ziercke letztens, „spät, aber nicht zu spät“. Man kann das anders sehen. Eine Analyse von Peter Carstens.

Lesermeinungen zum Beitrag

05. Oktober 2007 08:24

Im Namen des Staates

Percy Schmacht (e-Percy)

Ich empfinde diese Offenlegungen als eine richtige Aktion und ein Zeichen ehrlichen Demokratieverständnisses.
Nur, wenn auch solche Daten offen zugänglich sind, kann Demokratie überhaupt stattfinden. Wenn man als Bürger keine Ahnung hat, was stattfindet, welchen Sinn hat es dann, von demokratischen Wahlen und Demokratie zu reden? Eine "Demokratie der Ahnungslosen" ließe uns alle nur zu einer Art Lug und Trug-Gesellschaft verkommen.

In diesem Sinne möchte ich allen demokratisch orientierten Bürgern die Lektüre des Buches "Im Namen des Staates" (Piper, 2000) des ehemaligen Abgeordneten und Bundesministers, Andreas von Bülow, empfehlen. Hier findet sich eine Vielzahl derartiger "kleiner Familiengeheimnisse".

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
02. Oktober 2007 16:26

Kriegsverbrecher und Massenmörder

Alexander Kriegel (alejandrobatlleuy)

Wer Tausende oder gar Hundertausende
Menschenleben auf dem Gewissen hatte,
konnte sich in den goldenen 50er Jahren
einer fetten Staatspension und eines
unbehelligten Ruhestandes erfreuen.
(und bekam vielleicht noch einen Orden)

Wie der Artikel klar darlegt, wurde
jeder Versuch der Aufklärung solange
behindert, bis die Täter gerichtlich
nicht mehr zu belangen (also in der
Regel satt und zufrieden verstorben)
waren.

Soviel zum hier regelmäßig betrauerten
rechtsstaatlichen Paradies der Nachkriegsjahre.

Dass nun diese historischen Tatsachen von einigen
Leserbriefschreibern so uminterpretiert werden,
man habe die Täter, pardon die Patrioten,
absichtlich lebenslang geschont, um sie posthum
verleumden zu können, passt in die grassierende
(in Wahrheit immer präsente) Sehnsucht vieler
Deutscher nach der Nazizeit.

Eine Runde Mitleid also für jeden Mörder, der
frei herumläuft. Vermutlich lässt man ihn nur
deswegen frei, um ihn posthum zu verleumden.


Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. September 2007 20:09

Unsere Gerichtsbarkeit...

Klaus Zajac (crawler)

...der Nachkriegszeit für NS- Verbrechen waren eine einzige Farce.Bis heute hat man ca.40% der tatnahen Täter
Abgeurteilt,es sind die Täter welche die Verbrechen als
letzte in der Reihe tatsächlich zur Ausführung brachten.Die
Schreibtischtäter -fehlten sowie die hohe Ministerialbüro -
kratie u.die höheren u.höchsten Vertreter von Justiz,Polizei,
Wehrmacht,Industrie u.NSDAP in den deutschen Verfahren
dieses Zeitabschnitts fast völlig.
Die Berliner Euthanasiezentrale,das Reichssicherheitshaupt
amt, Herz eines auf Verbrechen schlimmster Art u.größten
Ausmasses ausgerichteten verbrecherischen Staates u.die
anderen zentralen Reichsbehörden glänzten in den Verfah
ren durch Abwesenheit.
Fast völlig fehlten Verfahren wegen Verbrechen,begangen
durch Angehörige des deutschen Heeres:seit 1967 gab es
Verfahren gegen vier Angeklagte die sämtlich unbestraft
blieben.Ähnliches gilt für Verfahren gegen ehemalige NS -
Richter u. - Staatsanwälte wegen Rechtsbeugung.
Die Vergangenheit unserer Justiz ist immer noch nicht be-
wältigt u.gesühnt.Es ist den Juristen wie keiner anderen
Berufsgruppe gelungen,ihre faschistische Vergangenheit
zu verschleiern u.zu beschönigen.



























Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. September 2007 00:08

Nichts anderes erwartet

Lutz Grellmann (Lumi1)

Ich habe nichts anderes erwartet.
Durch die Geschichte der Machtfaktoren der Bundesrepublik zieht sich immer wieder die braune Spur :
Wirtschaft, Justizwesen, Diplomatischer Dienst und jetzt eben wieder die Staatspolizei.
Diese Riege hat auch jahrzehntelang geschickt dafür gesorgt, daß sie unter sich bleiben. Viele Ihrer Nachkommen sind jetzt die aktuellen "Player".

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. September 2007 11:11

STASI-Verbrechen mit NAZI-Verbrechen verdecken?

Josef Bujtor (Mramorak)

Man kommt immer dann mit solchen Sachen hervor, wenn man glaubt man muss Linkes Verbrechen verdecken. Es ist überhaupt nich falsch die NAZI-Verbrechen aufzudecken. Aber es ist beschämend für unser Land, dass die Diskussion über das Mauer-Schiessen so schnell zum Schweigen gebracht wurde!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. September 2007 14:09

Was soll das ?

Bernd Hafenberg (Bernie0711)

Dieser Artikel ist höchst unredlich. Man wartet ab, bis die Genannten verstorben sind, um sie dann mit Dreck bewerfen zu können. Jetzt können sie sich ja nicht mehr wehren. Die Vorwürfe sind nicht einmal bewiesen, bisweilen sogar schon auf den ersten Blick falsch. So hat zum Beispiel die Feldpolizei keine Todesurteile zu verantworten gehabt, denn die wurden nur von Gerichten ausgesprochen, und zwar in allen kriegführenden Ländern, auch in den demokratischen Musterländern USA und Großbritannien.
Was soll der Artikel nun bezwecken ? Will man jetzt alle fünf Jahre eine neue Entnazifizierung durchführen ? Selbst die damals betroffenen Sinti und Roma sind inzwischen verstorben. Was will man denn nun tun ?
Ich selbst bin übrigens als Kind bei einem völkerrechtswidrigen britischen Bombenangriff auf die Zivilbevölkerung in Berlin schwer verletzt worden. Seitdem bin ich schwerbehindert. Bis heute hat sich niemand dafür interessiert.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. September 2007 12:22

Was ist mit der CDU?

Hans Müller (testo001)

Warum kommen solche Dinge eigentlich immer erst so spät ans Licht?
Hat die damalige CDU davon etwas gewußt? Wieviel?
Fragen über Fragen.

Angesichts dieser Tatsachen sind die Studentenrevolten, die Tötung Ohnesorgs durch einen Polizisten und die RAF völlig neu zubewerten.





Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. September 2007 11:37

es ist wirklich zu spaet, aber doch fuer die Nachwelt wichtig

Paul B. Steffen (Steffengalle)

dass es erst erst zu dieser Offenlegung kommt. Zuerst muesen auch heute die Verbechen dieser Menschen noch voll aufgeklaert werden. Dies sind wir uns selber und den Opfern der Gewalttaeter schuldig. Auch meine Generation (1954) und die schon naechste Generation Bedarf dieser Klar- und Richtigstellung und des Eingestehens der Schuld die von den Tatern im NZ-Regime begangen wurde, bzw. von deren kriminellen Machenschaften der Verhinderung und Verheimlichung von dne begangen Verbrechen bzw. auch Verstrickungen in solche Taten.
Von daher kann ich es nur begruessen dass der jetzige BDK-Leiter diesen mutigen Schritt getan hat und einen Aufarbeitungsprozess jezt auch offiziell beginnen kann.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. September 2007 22:38

Lückenhaft Darstellung des Zeitgeschehens......

wolf haupricht (emilgilels)

......Nach der Minderheit derjenigen, die ernsthaft Widerstand geleistet haben und dafür Ihr Leben lassen mussten, können ja so viele ohne Schuld im Sinne des Mittuns nicht überlebt haben, um nach 45 die Wende zu gestalten.
Das Ende mit Schrecken rief nach Wiederaufbau.
Auf wen sollte man denn zurückgreifen, wenn nicht auf die Überlebenden, die im Grunde die gleichen Tätigkeiten ausübten, nur unter einer neuen Flagge.
Ein Forumsteilnehmer bemerkt zu Recht, dass im Irak deswegen große Lücken in der Sicherheit mit fürchterlichen Folgen zu verzeichnen sind.
Dies blieb uns Gott sei Dank erspart.
Also, was soll das heutige Getue. Das ist nicht redlich und insofern unfair gegenüber denjenigen, die dann doch ihren Beitrag zum Wiederaufbau geleistet haben.
Wir sollten froh sein, diese Last von Millionen Menschen nehmen zu können. Sie haben geirrt und auch darunter gelitten.
Die Tatsachen bleiben als Erinnerung.
Aber der Blick muss nach Vorne gerichtet sein und nicht immer wieder alten Kaffe neu aufwärmen. Denn der schmeckt dann bitter.
Wichtig ist, dass aus vielen Saulusmenschen dann solche mit einem Charakter des Paulus das Geschick Deutschlands weiterführten.
Und das ist doch im Allgemeinen, glaube ich gelungen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 9 von 9 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche