RAF-Terrorist Christian Klar: Neun Morde, elf Mordversuche

Siegfried Buback war eines von vielen Opfern: Die Liste der Verbrechen des früheren Terroristen erzählt die Geschichte der zweiten RAF-Generation.

Lesermeinungen zum Beitrag

30. April 2007 08:42
welche Relationen?  
Georg Rusbeck (austrot)

Der Bericht, so man es sehen will, läßt Klars Einstellung durch seine Taten deutlich werden. Er hat nicht nur in einem vermeintlich "heren" politischen Auftrag gemordet, sondern einfach auch um seine Brutalität zu unterstreichen. Warum sonst die Schüsse auf den Boden liegenden, schwer verletzten Menschen? Damit unterscheidet er sich in keiner Weise von den braunen Mördern unter Hitlers Führung.

Zugegeben, auch linke Terroristen überfielen in der Geschichte Banken und ermordeten Zivilpersonen, waren dann Politiker und Kriegsherren. Deswegen wird mir im Nachhinein ein Herr Stalin auch nicht sympathischer, eher im Gegenteil. Und die ach so übergroßen Ziele? Waren die Ziele Hitlers nicht auch "groß"? Überirdisch und Größenwahnsinnig?

Die Verlegung der Verantwortung ins "Jenseitige" ist zwar Spezialität der Kirchen - aber sie ist auch hier immer eine bequeme Ausrede um hier im Diesseitigen nicht die Konsquenzen zu tragen.

Klar unterscheidet sich in nichts von einem gemeinen 'Faschisten und schadet in Wahrheit einer jeden sozialen Gesinnung.

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26. April 2007 14:36
Ekelhaft, Herr von Briel!  
Thomas Schmitt (redfish)

Ich habe mich mit der Kommentierung der Worte von Briels bewusst einige Zeit zurückgehalten - sonst wären meine Worte nicht druckreif gewesen.

Nur so viel, von Briel: Wer dem Mörder-Gesindel der RAF "einzigartige, hohe moralische Werte" zuspricht, steht für mich beim Thema Menschenverachtung auf der gleichen Stufe wie Amon Goeth und Adolf Hitler.

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25. April 2007 17:25
was Herr von Bril beschreibt ist die Emanzipation....  
W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

.....des bösen,

na klar

auch eine Emanzipation

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25. April 2007 16:57
Kommentar von Briel  
Detlef Stark (wool-web)

Herrn von Briels Kommentar ist in einem freiheitlichen Rechtsstaat unerträglich!
Herr von Briel macht ungestraft maximalen Gebrauch von der Garantie der Meinungsfreiheit unseres Staates, von dem er glaubt, man müsse ihn mit Methoden à la RAF bekämpfen.
Diese Meinungsfreiheit gibt es in diesem Mass nur in wenigen Staaten, in allen anderen (siehe Russland), wäre er vor Gericht, im Gefängnis oder irgenwie abgeknallt.
Detlef Stark

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25. April 2007 14:35
Hafterleichterung für Christian Klar  
Detlef Stark (wool-web)

Hafterleichterung für Christian Klar - Gnade für Christian Klar?

Wir landen wieder bei den lapidaren Feststellungen:
Justizia ist blind und unser Staat kennt nur noch Täterschutz vor Opferschutz!
Detlef Stark

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25. April 2007 11:13
Kontext  
Rüdiger Kimpel (rkimpel)

Wieder mal ein hervorragender Artikel, der die Dinge um Christian Klar in den Kontext setzt. Wenngleich es sehr zu begrüssen ist, dass jetzt - möglicherweise - mehr Klarheit in einige der noch ungeklärten Morde der RAF kommt, so bleibt Christian Klar einer der kriminellsten Gestalten der Bundesrepublik Deutschland, unabhängig von der Frage, warum er diese Taten getan hat. RAF hin oder her, es waren die Personen, die die Taten begangen.

Hinzu kommt, dass Herr Klar ja gerade vor wenigen Wochen nochmals bewiesen hat, dass das Gedankengut, aus dem diese Horrortaten entstanden, immer noch ihn prägen und er sie gutheisst.

Wraum also die Hafterleichterung und die Prüfung des Gnadengesuchs?. Ein "normaler Mörder" würde keine Chance haben, dass der Bundespräsident sich mit diesem Fall befasst.

Der Kontext muss doch gewahrt werden.

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25. April 2007 10:36
Idealistische Morde ?  
Markus Teuber (arathorn)

Herr Müller sagt alles ,was zu dieser irrsinnigen Vorstellung,die RAF hätte "hehre ,aus demokratischer ,freiheitlicher und humaner Gesinnug nachvollziehbare und unterstützenswerte Ziele" gehabt ,zu sagen ist.

Die Bundesrepublik der 60er bis 80er Jahre mit dem 3. Reich gleichsetzen zu wollen,wird zwar -aus Gründen der Terrorrechtfertigung- immer wieder versucht,kann aber einem einigermaßen vernüftigen Menschen nur ein mitleidigsvolles Lächeln über so viel dümliche Unverfrorenheit hervorzaubern.

Im übrigen unterschieden und unterscheiden sich die RAF - Mörder vom "braunen Pack" nur in Marginalien.
Wie sonst könnte einer von der RAF -H. Mahler nämlich-
heute ein "Spitzenmann" der Rechtsradikalen sein ?
Nur bei gleich gearteter menschenverachtender Gesinnung kann einem soetwas gelingen .

Es ist diese widerwärtige Romatisierung der RAF,der vorgebeugt werden muß!
Geschichtsverfälschungen gab und gibt es in Deutschland mit Blick auf den Nationalsozialismus und Kommunismus schon mehr als erträglich ist.

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25. April 2007 10:05
Die Asimilation des Feindbildes  
carsten jung (cjung)

Herr von Briel: Ihr Beitrag ist in seiner Plattheit eine echte Zumutung und folgt schlicht dem Argument, man habe es bei der RAF mit einer Befreiungsarmee zu tun. Selbst wenn man bedächte, daß die Geschichte der RAF in unserer Gesellschaft eine Aneineanderkettung vieler fataler Überreaktionen beider Seiten war, so kann man in der Gesamtschau der RAF-Geschichte nur feststellen, daß sie einstmals anfing, die nationalsozialisitschen Überbelibsel dieser Gesellschaft abzuschaffen und letztendlich genau da landete, wo die Menschen standen, die von der RAF so stark kritisiert worden waren.
Die RAF schweigt heute genauso wie einst ihre Feindbilder über ihre - teilweise sinnlose - gewalttätigen Vergangenheit, ihre Anhänger glorifizieren diese wie ein Veteranenverein. Daher kommt es auch zu keiner Distanzierung vom gewalttätigen Kern ihres Tuns, genau wie es die in der deutschen Gesellschaft nach 45 unbehelligt weiterlebenden Nazis taten. Und schlußendlich hat die RAF eine ebenso antisemitische Vergangenheit, wie Ihre Feindbilder. Ich wäre also vor einer Glorifizierung, wie Sie sie hier betreiben etwas vorsichtiger.

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25. April 2007 09:51
2 Anmerkungen  
M. Krcmar (absolvent2)

A) Es ist überhaupt nicht angebracht, die "politischen" Gesinnungen von Mehrfachmördern als Ausgangspunkt für eine politische Debatte zu nehmen, selbst wenn diese Gesinnung demokratisch wäre! Die Gedanken von hochkriminellen und hinterhältigen Asozialen sollten einen so hohen Stellenwert, wie sie ihn momentan erhalten, gar nicht bekommen.
B) Eine Gnadengewähr ist überhaupt nicht angebracht. Wozu? Um Klar das unterwürfige und dümmliche Zeichen zu geben, dass er nach allem, was er getan und verantwortet hat, genau da weitermachen darf, wo er aufgehört hat? Was hat das mit Rechtstaatsprinzipien zu tun? Ich bin kein Jurist, aber sicher, dass die Juristen Kriterien aufgestellt haben, nach denen bemessen wird, ob Gnade gewährt werden sollte. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Klar nur ein einziges dieser Kriterien erfüllt. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass Klar vor Ende seiner regulären Haftzeit bereits verstanden hat, wofür er bestraft wurde, und das wäre doch das Hauptargument, eine Strafe vorzeitig zu beenden, und, für Opfer und potentielle weitere Opfer wichtig, dass er bereit ist, den "Klassenkampf", wie er seine Straftaten nennt, zu beenden.

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25. April 2007 09:38
an Herrn von Briel  
Christoph Rüdiger (Chris291074)

ich hoffe doch sehr, dass es sich bei ihrem kommentar um ironie handelt. ansonsten verteidigen sie das menschenverachtende kaltbluetige hinrichten von unschuldigen personen und begeben sich damit auf sehr sehr duennes eis. und bei auesserungen, dass die derzeitige regierung hellbraun ist und diese in einem atemzug mit hitler zu nennen, kann durchaus ein grund zu juristischen nachspielen haben.
vielleicht ist es ja noch moeglich es auf biegen und brechen ethisch zu verantworten, dass politische figuren getoetet werden muessen. doch ich kann nicht begreifen, dass jemand es versteht, dass unbeteiligte fuer diesen - ja fast heiligen - krieg gegen das establishment sterben sollen. und genau dies hat die ganze raf-riege bereitwillig in kauf genommen. ohne ruecksicht auf verluste. allein dies zeigt m.E. schon den geistigen zustand dieser leute.
und dann buback, ponto und schleyer mit hitler zu vergleichen und deren (der ersten drei) ermordung daher zu rechtfertigen ist ja wohl eine verhoehnung der opfer. hitler war verantwortlich fuer den tod von millionen von menschen. er selbst war also ein massenmoerder. solch jemanden aus dem weg zu raeumen (oder der versuch dazu) ist eine notwendigkeit. klar sollte bleiben wo er ist.

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25. April 2007 09:19
Auf dem linken Auge blind  
Thomas Schmitt (redfish)

Wer sich diesen Artikel durchliest und einigermaßen normal denken kann, muss sich zwangsläufig fragen, weshalb man diesem Mann nun Hafterleichterungen zugesteht. Christian Klar hat bis heute nichts bereut und nichts zur Aufklärung seiner Morde beigetragen - innerlich grinsend schweigt er weiter und verhöhnt dadurch seine Opfer bzw. deren Hinterbliebene noch mehr.

Diese Posse um einen feigen Mörder - mehr ist Klar nicht! - bestätigt mich wieder einmal in meiner Aussage: Dieser Staat, seine Justiz und diese gesamte Gesellschaft ist auf dem linken Auge völlig blind.

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25. April 2007 08:33
Idealisten...???  
Marc Müller (Krzyzak)

Herr v. Briel,

wie kann man von "hohen ethischen Werten" im Zusammenhang mit der RAF sprechen? In dem Artikel steht eindeutig, mit welcher Brutalität die RAF vorgegangen ist. Menschen aus nächster Nähe in den Kopf schiessen, Banküberfälle, wildes umhergeballere.
Die RAF in eine Reihe mit Graf Stauffenberg zu stellen, ist eine Frechheit. Wie kommen sie dazu?
Hier ein selbstloser Widerstandskämpfer (ich gebe zu, er wollte keine Demokratie für Deutschland, eher die Monarchie oder den Ständestaat) dort kriminelles Pack.
Was waren denn die Ziele der RAF? So unterschiedlich von den Vorstellungen der Braunen waren sie nicht. Abzug der Alliierten (Die Morde an US-Soldaten) das wollte auch die rechtsextreme Gruppe Hepp. Ist die RAF wirklich links oder hat die Querfronttheorie hier zugeschlagen?
Verzieh die Generation RAF ihren Eltern nicht, das sie den Krieg begannen oder eher, dass sie ihn verloren haben?
Ich zumindest kann mit diesen Mördern nichts anfangen.


Marc Müller

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25. April 2007 08:27
@Herrn von Briel  
Gregor Keuschnig (GregorKeuschnig)

"Hohe ethische Werte der RAF"? Verwechseln Sie da nicht etwas? Etwa in der Richtung, wie Sie "Ganz unten" Herrn Grass zuordnen statt Günter Wallraff.

Oder habe ich die feine Ironie, den leisen Sarkasmus, den beissenden Zynismus in diesem Beitrag nicht mitbekommen? Ist dieser Vergleich der RAF mit den Widerständlern des 20. Juli nur eine Humoreske oder schlichtweg "nur" eine Unverschämtheit??? Wer hilft?

Im übrigen stehe ich einer Begnadigung von Christian Klar sehr skeptisch gegenüber. Aber mit der blossen Aufzählung der Taten, die ihm zur Last gelegt werden, trägt man absolut nichts Substantielles zu dieser Diskussion bei.

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25. April 2007 08:00
Dumme Uneinsicht  
Hanspeter Bühler (Napoleon3)

Wer gemordet oder Beihilfe zu Morden geleistet hat und dieses nach wie vor sogar mit irgendeiner fadenscheinigen politischen Motivation rechtfertigt, muss zuerst echt bereuen, bevor allenfalls evaluiert werden kann, ob dieser Mensch wieder in die Gesellschaft aufgenommen werden kann. Ist das nicht der Fall, befindet sich ein solcher Mensch ausserhalb der Spannweite der Toleranz unserer zivilisierten Gesellschaft und muss weggeschlossen bleiben.

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24. April 2007 19:33
RAF  
Gerhard Wroblewski (gerhard3529)

der Zeitpunkt für die Medienkampagne lässt vermuten, das die Menschen auf den totalen Überwachungsstaat eingestimmt werden sollen.
Gerhard Wroblewski

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