
Ich kann diese Verteilungs(un)gerechtigkeitsleier nicht mehr hören.
Wenn meine Frau und ich uns hier jahrelang den Rücken krummbuckeln um in einer eigenen Wohnung zu wohnen und das dann nach unserem Dahinscheiden unseren Kindern hinterlassen, kommen Sie daher und finden das ungerecht.
Wie so eigentlich? Ich bewerte auch nicht, wie Sie Ihr Leben gestalten und was Sie für Ihre Kinder tun, wenn Sie denn welche haben bzw. ob ich Ihren Erfolg als gerecht empfinde.
Und noch ein Satz: unsere tollen sozialen Errungenschaften führen dazu, daß in zunehmendem Maße die Menschen weniger Bedeutung ihrer persönlichen Ausbildung, Qualifikation für ein erfolgreiches Erwerbsleben zumessen, aber es dann ungerecht finden, wenn andere einen anderen Weg wählen und damit erfolgreich sind.

Die Argumentation von Herr Herden kann ich verstehen, aber hier sollte doch das System als Ganzes betrachtet werden, wenn man schon auf die Suche nach den Schuldigen gehen will.
In den Anfängen der Rentenversicherung wäre alles wunderbar gelaufen, hätte sich nicht die Beamtenschar einschließlich Politiker, nur aus dem Pool bereichert, sondern auch eingezahlt. Eine parallele Privatversicherungswirtschaft war der nächste Fehler.
Die nächste Sünde war, in den 80er die Frührente, als Zuckerl für die Unternehmer und die Übernahme der fehlenden Jahre aus der ALV. Hier gingen ein großer Teil der Überschüsse verloren, die wir heute bräuchten.
Die Dritte Sünde war, dass dieses System schon über Jahrzehnte aufrecht erhalten wurde, obwohl bekannt war, dass es kollabiert. Man hat den Mob weiterhin zwangsversichert, um den Staatshaushalt zu sanieren.
Jetzt müssen wir dreifach bezahlen, denn wir können die Generationen vor uns nicht verhungern lassen. Die fehlenden Gelder stecken in der Wirtschaft und in der Infrastruktur.
Jetzt kommt sogar noch die FDP auf die Idee Verwaltungsgebäude zu privatisieren - aus Kostengründen, denn es ist keine geschriebene Pflicht des Staates/Landes zu beschäftigen.
Wenn ich es nicht besser wüßte, würde ich glauben, dass ich mich in einer Seifenoper befinde.
Die goldene Frage ist jetzt, was sollen wir tun? Alle Zeichen stehen dafür, dass wir einfach gegen die Wand laufen und neu anfangen, wenn der letzte Cent aus uns herausgepreßt wurde.

Herr Zöpf: Sie haben den Punkt genau getroffen,
nur leider verbietet uns unser System diese Wahl.
Ich zahle jeden Monat ähnliche Rentenbeiträge wie Sie,
aber dieses Geld wäre besser aufgehoben, würde ich es
zinslos unter meinem Kopfkissen horten. Stattdessen
landet es im schwarzen Loch der staatlichen Zwangs-
rente, die immer mehr zu einer "Rentensteuer" ohne
Gegenleistung degeneriert - denn mit meinem Geld
müssen ja die (überhöhten) Ansprüche der vorigen
Generation bezahlt werden.
Das funktioniert aber
schon heute nicht mehr, weil die meisten jungen Leute
(auch durchaus ohne dass es ihre Schuld wäre)
bestenfalls nicht sozialversicherungspflichtige Minijobs
haben, also keinen Cent einzahlen.
Das System lebt
seit Jahrzehnten auf Pump und wälzt einen immer
höheren Schuldenberg auf die jeweils nächste
Generation ab.

Ich finde, Neiddebatten hatten wir lange genug. Wie wäre es mal mit einer konstruktiven Analyse? Aber dazu braucht es natürlich eine gewisse Einsicht ....

Wenn ich das täglich lese bekomme ich den Eindruck, die 20 Millionen Rentner sind an allem Schuld. Hat man auch schon einmal an die Beamten gedacht. Von dieser Gruppe wurde niemals zwangsweise Geld angespart, sie leben aber sehr gut, auch als Pensionäre. Auch pensionierte Beamte sollten deshalb keine Erhöhungen erhalten, bis man wieder Geld zu verbraten hat. Aber da läßt man sich schon etwas einfallen, da man dann selbst betroffen ist.

Bei schrumpfendem Einkommen ist das zu verstehen, auch von mir als Rentner. Jetzt kommt das aber:
Warum redet man eigentlich immer nur über die Renten, auch für die Pensionen der Beamten ist kein Geld mehr da. Man stellt die 20 Millionen Rentner als diejenigen hin, die an allem Schuld sind. Mindestens Beamte im Ruhestand sollen dann auch keine Pensionserhöhungen bekommen, bis wieder Geld da ist.

Seit Ende der 60er Jahre gibt das deutsche Gemeinwesen mehr aus als es einnimmt. Alle Beteiligten, die Bürger der ehemaligen DDR eingeschlossen, haben daraus Nutzen gezogen, durch geringere Steuern und Gebühren, Nutzung der Infrastruktur, höhere Sozialleistungen und Subventionen. (Natürlich können wir "die Politiker" dafür verantwortlich machen, aber gewählt wurden sie von einer Mehrheit.) Wir können auch bedauern, dass wir dafür weder ein besonders leistungsfähiges Bildungswesen, noch ein erstklassiges und effizientes Gesundheitswesen bekommen haben. Ist es jetzt aber ungerecht, dass nun die Nutzniesser der unvernünftigen Grosszügigkeit der letzten 35 Jahre, also die, die nunmehr Renter und Pensionäre werden, ihren Teil der Kosten in Form niedriger Renten tragen? Wohl kaum.

Weder eine beitrags- noch ein kapitalgedecktes Rentensystem kann langfristig funktionieren in einer Volkswirtschaft, in der die Geldstörme sich im Laufe von Jahrzehnten zu einem "Nil in der Wüste" vereinigen. Wenn das Geld nicht in kleinen Rinnsalen und Bächen das ganze Land bewässert, sondern - wie der Nil in der Wüste - nur einen winzigen Bruchteil des Landes, dann wird das meiste Leben verdorren und vertrocknen. So ist es auch in unserer Geldwirtschaft. Das aktuell vorhandene Geld in Deutschland, 856 Mrd. Euro (M1 einschließlich umlaufendes Bargeld), liegt bei den wenigen Superreichen, die ihren Platz bildlich im Nil in der Wüste haben und sich vor Geld gar nicht retten können. Die restliche Bevölkerung (99,9%) hat ihren Platz auf dem Trockenen. Hierzu gehören auch die Rentner, die Rentenversicherungsträger und die Beitragszahler. Das faktisch erzwungene Absinken die Renten geht einher mit der Veränderung des volkswirtschaftlichen Geldstroms weg vom Gewässersystem Deutschlands hin zum Nil in der Wüste.
Private Vorsorge bei einem Versicherer? Unsinn! Denn damit passiert das gleiche.
Was hilft? Wenn die Nilpolitik der letzten 40 Jahre nicht beendet wird, landen wir in einer Weltwirtschaftskrise wie 1929, die letztlich erst 1945 mit der kriegerischen Zerschlagung der großen Vermögen endete. Und da ein Ende der Nilpolitik nicht in Sicht ist, müssen wir uns sehr "warm anziehen".

Mein Vorschlag:
Alles umstellen auf staatliche Pensionen!
Beamtenpensionen:
1. sind in der Regel deutlich höher als Renten,
2. steigen regelmäßig wie die Gehälter der aktiven Beamten,
3. brauchen von den Beamten nicht aufgebracht zu werden und
4. sind nicht ständig in aller Munde, machen also offenbar nicht so viele Probleme.
Alles spricht für flächendeckende Pensionen.

Was für eine Politik ist das, die zu Lasten der Jungen geht.
Sie zahlen die
- hohen Rentenbeiträge für die Rentner von heute
- die Zinsen für die Staatsschulden, die eben diese Generationen aufgehäuft haben
- bekommen weniger Lohn oder müssen mehr arbeiten um die Ansprüche der älteren zu zementieren
und haben keine Aussicht auf Besserung.
Hier liegt Sprengstoff für einen drohenden Generationenkonflikt.