Nach Führungswechsel

Leichtes Umfrage-Plus für die SPD

12. September 2008 Nach dem Führungswechsel bei der SPD hat sich die politische Stimmung für die Sozialdemokraten etwas aufgehellt. Im am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ konnte die SPD von 25 auf 28 Prozent zulegen. Dagegen rutschte die CDU von 43 auf 42 Prozent ab. Damit schmolz der Abstand im Vergleich zum Vormonat von 18 auf 14 Punkte. Die Linke verbesserte sich von 10 auf 11 Prozent, während die Grünen von 10 auf 8 Prozent fielen. Die FDP verschlechterte sich von 8 auf 7 Prozent.

Weniger deutlich fällt der Aufschwung für die SPD allerdings aus, wenn längerfristige Überzeugungen und Bindungen der Wähler an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen berücksichtigt werden. Bei der entsprechenden „Politbarometer-Projektion“ könnte die SPD nur von 25 auf 26 Prozent zulegen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Union liegt stabil bei 40 Prozent. Es folgt die Linkspartei mit erneut 11 Prozent vor FDP (unverändert) und Grünen (minus 1) mit jeweils 9 Prozent.

Merkel vor Steinmeier

In der Kanzlerfrage liegt Frau Merkel mit 51 Prozent vor Steinmeier (36 Prozent)

In der Kanzlerfrage liegt Frau Merkel mit 51 Prozent vor Steinmeier (36 Prozent)

Dass Kurt Beck als SPD-Vorsitzender zurückgetreten ist, findet eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent der Befragten richtig. Knapp die Hälfte (46 Prozent) erwartet, dass Franz Müntefering ein besserer SPD-Vorsitzender wird als Beck, lediglich 6 Prozent rechnen damit, dass er dieses Amt schlechter wahrnimmt. Bei der Frage, wen die Deutschen lieber als Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin haben wollen, liegt Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) mit 51 Prozent deutlich vor ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier (SPD). Der Außenminister kommt auf 36 Prozent.

Nach dem Führungswechsel glauben deutlich weniger Befragte (43 Prozent) als noch vor einem Monat (57 Prozent), dass die SPD nach der nächsten Bundestagswahl zusammen mit der Linken die Regierung im Bund bilden wird. Die Forderung, Steinmeier solle in Hessen eine rot-rote Zusammenarbeit verhindern, wird von 46 Prozent geteilt, 40 Prozent halten sie dagegen nicht für richtig. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hatte für das ZDF-„Politbarometer“ in der Zeit vom 9. bis zum 11. September 1250 Wahlberechtigte befragt.

Text: FAZ.NET mit ddp
Bildmaterial: AP, dpa

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