Bundeswehr

Die Rückkehr des Eisernen Kreuzes?

Bundeswehrsoldaten, die sich - zum Beispiel in Afghanistan - durch „außergewöhnlich tapfere Taten“ hervorgetan haben, sollen künftig besondere Ehrenzeichen erhalten. Das hat Bundespräsident Köhler grundsätzlich gebilligt. Es sei aber nicht geplant, die Tradition des Eisernen Kreuzes wiederaufleben zu lassen, lässt Verteidigungsminister Jung verlauten. Von Stephan Löwenstein

Lesermeinungen zum Beitrag

08. März 2008 17:39

Warum sich soviele darüber aufregen:

Hisako Garanda (Hisako)

Weil dieser Orden an Leute verliehen würde, die etwas GETAN haben - und das auch noch für das Wohl von anderen, im Namen einer guten Sache.
(Ja, im Ereignishorizont der auszeichnungswürdigen Tat ist das so! - ob der übergeordnete Rahmen des Einsatzes gut ist, ist eine andere Frage).

Sowas weckt natürlich Neid und Minderwertigkeitskomplexe, denn der gemeine Besserwisser wird daran erinnert dass sein altkluges Geschwafel ziemlich bedeutungslos ist und überschlaue Sätze, vom bequemen Sessel in die Welt hinausposaunt, gar nichts ändern.

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08. März 2008 16:50

Die Folgen einer geistig moralischen Wende

Winfried Frenzle (Euluna)

Es muss wohl mit der Umgebung des "Reichstages" zu tun haben. Mit politischer Intelligenz kann es wohl kaum erklärt werden, denn die habe ich, einst Hauptfeldwebel und Kompaniefeldwebel, zuletzt unter der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt verspürt. Zu dieser Zeit hätte man jemanden, der behauptet, dass Deutschland am Hindukusch verteidigt werden muss, in eine Zwangsjacke gesteckt. Danach gab es eine "geistig moralische Wende", "blühende Landschaften" und ein "Ruck" der durchs Land ging. Heute zeigt man einen verdienten Altkanzler an, weil er das Rauchen nicht lassen kann und verteilt wieder einmal Orden für verdienstvolle Krampfeinsätze. Bei stagnierenden Geburtenraten sollte man vielleicht auch wieder Mutterkreuze verteilen, damit der Nachschub an die Front auch funktioniert.
Winfried Frenzle, Merchweiler Saarland



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06. März 2008 23:52

Orden notwendig

Hanno Meissner (hanno_meissner)

Ich sehe die Notwendigkeit eine Tapferkeitsauszeichnung einzuführen, angesichts der Leistungen, die die Bundeswehrsoldaten heute vollbringen müssen.
Es wäre Ihnen gegenüber eine Pflicht!
Ich hielte es für falsch, einen "politisch korrekten" Orden zu kreieren. Das Eiserne Kreuz hat in Deutschland eine sehr alte Tradition, an die man anknüpfen könnte. Dass es in seiner zweihundertjährigen Geschichte auch während der 12 Jahre Nationalsozialismus eine große Bedeutung hatte, ändert nichts an dieser Tatsache.
Viele Dinge hatten im Nationalsozialismus eine Bedeutung. Deshalb dürfen sie aber nicht für alle Zeiten tabu sein.
Die Bundeswehr führt das Euserne Kreuz als ihr offizielles Symbol. Hat das noch niemand gemerkt?

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06. März 2008 18:27

Mit der Geschichte über Kreuz liegen

Lars Mischke (lars.mischke)

Der präsidiale Vorschlag von Ernst-Reinhard Beck ist nur zu begrüßen. Gleichzeitig eröffnet er den Raum für eine abermalige historische Auseinandersetzung mit vergangenen Ereignissen dieses Landes. Diese Diskussion ist immanent, aber sie muß nicht anhand dessen geführt werden, auf welches sich der ausgesprochene Vorschlag bezieht. Entscheidend ist die Frage, welche Last hat das Kreuz in den Jahren des Nationalsozialismus auf sich genommen. Dieses muß in einer historisch-kritischen Perspektive eine wohlbedachte Abwägung sein, denn soll das Verunglimpfte weiterhin als Mahnmal stehen oder kann ihm dieses genommen werden. Zumal das Kreuz bereits lange voher eine ihm selbst nicht vorhaltbare Funktion inne hatte und diese ausdrückte.
Die Bundeswehr und das Leitbild "Bürger in Uniform" sind in der förderalen Republik untrennbar miteinander verwoben, denn Idee und Begründung der Bundeswehr erfolgte auch im Gedenken an zuvor stattgefundene indoktrinative gesellschaftliche Prozesse.
Die Imlementierung eines nötigen Ordens und die Kriterien seiner Verleihung sollten Bundestag und -rat überantwordet werden, denn sie sind die Repräsentanzen der Bürger gegenüber den Uniformierten.
Dieses wäre Richtiges in der sukzessiven Zäsur nach 1945.

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06. März 2008 18:23

Ein Orden ja, aber auch für Zivilisten

Benedikt Aufermann (Bene66)

Der Einsatz in Kriesengebieten beschränkt sich nicht nur auf das Militär. Ich habe letztlich ein Radiointerwiew gehört, in dem ein Offizier den Anteil der Militärs an der Arbeit in Afganisthan auf 25% schätzte. Der rest wird von zivielen Organisationen erbracht.
Das Bild in der Öffentlichkeit ist daher bereits jetzt schon schief, da nur der militärische Einsatzt gewürdigt (und dikutiert) wird - dies hätte auch der ziviele Einsatz verdient.
Ein entsprechender Orden begrüße ich, wenn er nicht auf eine der Gruppen - Militärs oder Zivilisten - eingeschränkt ist.

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06. März 2008 17:21

@ Herrn Schammert: Ohne Waffen ...

Hermann Edler von Koch (joe_cool)

... wollen Sie unsere Soldaten in ein von Taliban und Warlords unterwandertes oder behrrschtes Land schicken? Ohne Waffen in ein Land, in dem traditionell jeder Mann eine Waffe sein Eigen nennt?
Diese Haltung führt bei mir zu einem Schaudern; einem Schaudern darüber, wie vom Wohnzimmersessel aus nichts anderes verkündet wird, als die eigenen Soldaten zu verheizen - nichts anderes ist es, sie wehrlos in ein Kriegs-/Krisengebiet zu schicken.

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06. März 2008 17:21

Etwas warten könnte man aber noch!

Markus Teuber (arathorn)

Wenn die vereinigte Linke bald das Land regiert ,wird sich auch in der sozialistischen Schatulle so manches Prunkstück finden lassen,welches die neuen "Volks-Generäle" den Soldaten "des Volkes" überreichen können,die sie dann sicher zahlreich zur "Friedenswacht" und zur "sozialistischen Befreiung der vom Kapitalismus geknechteten Völker " aussenden werden.

So mancher altgediente Haudegen der Volksarmee wird es schon noch wissen ,wie es geht,den Afghanen dann halt die "Werte der Internationalen" zu vermitteln.

Und wie eh und je natürlich im Einklang mit dem Völkerrecht ! Was denn sonst,wenn Sozialisten handel(te)n !

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06. März 2008 17:08

...und der Schreibstubensoldat ?

Robert Schrey (etiterum)

der kriegt den pour le merite.

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06. März 2008 16:48

Why not ??

Andreas Baustein (ABaustein)

Das Eiserne Kreuz ist aus meiner Sicht, wie die deutschen Farben schwarz-rot-gold erst einmal ideologisch unbelastet. Wenn man Militär per se ablehnt, dann erübnrigt sich die Diskussion über Helden und Orden von selbst. Wer aber Deutschland als auch militärische Macht, zu der es sich vor allem unter "rot-grün" entwickelt hat, akzeptiert , der sollte auch Auszeichnungen befürworten.
Und mal im Ernst: Welchen militärischen Orden kann, ja muss, Deutschland da u n b e d i n g t einführen ? Das kann n u r das Eiserne Kreuz sein. Und es wird eine neue Qualität der Auszeichnung sein, die es dann verkörpert. Aber nun ein irgendwie geartetes "Kunstgebilde" - möglichst noch in religiöser neutraler und politisch korrekter Form, ist Unsinn.

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06. März 2008 16:45

Der Vorsitzende des Reservistenverbandes sollte sich schämen und zurücktreten!

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Unsere Soldaten im Auslandseinsatz sind nicht zu beneiden. Schlechte Ausrüstung und oftmals fehlendes Personal (z.B. ausgebildete Notärzte) tragen dazu bei, dass unsere Jungs und Mädels in Uniform tagtäglich ein hohes, zum Teil sogar lebensgefährliches Risiko eingehen müssen. Und wenn ihnen dann tatsächlich auch noch etwas passiert, ist ihre Versorgung bzw. die ihrer Hinterbliebenen geradezu miserabel.

Die Politik hat nichts getan, um an diesen Missständen irgendetwas zu ändern. Und dem Vorsitzenden des Reservistenverbandes fällt auch nichts Besseres ein, als (dem) Blech (das Wort) zu reden; er sollte deshalb schleunigst zurücktreten! Wenn Verteidigungspolitiker und Reservistenverbandsfunktionäre, die offenbar stets mit ihren Hintern am warmen Ofen gesessen haben, meinen, dringend notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation unserer Streitkräfte, die nun mal Geld kosten, durch Lametta kompensieren zu können, sollten sie sich schämen. Unsere Truppe muss uns wesentlich mehr wert sein als ein Stück Blech - jedenfalls in einer Demokratie.

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06. März 2008 16:39

Eisernes Kreuz

Rainer Thesen (RainerThesen)

Herr Minister Dr. Jung und eine Reihe von Politikern wollen das EK nicht erneuern. Die Geschichte, Sie wissen schon. Historisch belastet sind diese Politiker, nicht das EK. Sie sind mit der bundesrepublikanischen ich-schäme-mich-Geschichte belastet. Solche Politiker kannste inne Tonne kloppen!
Rainer Thesen
Oberst der Reserve
Nürnberg

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06. März 2008 16:23

Richtig so

Frank Garbe (Frank_Garbe)

Klar, her mit einer Auszeichnung der Dummheit. Genauso etwas brauchen wir. Warum sollte man sich bemühen Kriege und Konflikte zu vermeiden - sie herbei zuführen ist um einiges einfacher. Und dann sollte man jenen die so dumm waren, dabei mitzumachen, auch dafür auszeichnen.
Respekt und Anerkennung für deutsche Soldaten im Auslandseinsatz? Warum? Weil siezu dumm sind oder unwillens mit ihrem Leben etwas produktives anzufangen?
Die Argumentation "das Kreuz ist doch eh schon das Hoheitszeichen der Bundeswehr" ist natürlich überzeugend. Wird ein Symbol schon mal an falscher Stelle verwendet, kann man es natürlich auch sofort an einer anderen Stelle falsch verwenden. Man sollte auch gleich noch den Gefrierfleischorden wiedereinführen.

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06. März 2008 16:23

Differenzierung Teil 2

Harry Hain (zx10)

Dies unter dem Verweis auf die Erfahrungen der Nazizeit zu unterlassen, zeigt Unreife und Angst vor der eigenen "demokratischen Courage" im sog. Ernstfall/Bedrohungsfall etc. demokratische und freiheitliche Werte (die wir auch in der UN-Charta finden) notfalls mit der Waffe und auch mit dem eigenen Leben zu verteidigen.
Wenn Soldaten in diesem Sinne besondere Leistungen (Tapferkeit etc.) zeigen, zolle ich ihnen Respekt und Anerkennung. Dieser ideele Wert ist unbezahlbar. Er stärkt die Identifikation mit unserem demokratischen Wertesystem und beläßt es nicht nur bei einem Lippenbekenntnis.
Und natürlich ist es nur ein Teil demokratischer Bekenntnisse, aber deswegen nicht unwichtig.

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06. März 2008 16:15

Differenzierung ist notwendig Teil 1

Harry Hain (zx10)

Mittlerweile sollte allen Trägern eines 3stelligen IQ´s klar sein, daß die Nationalsozialisten nicht nur die Ordensverleihung, sondern auch andere "gute Einrichtungen, Vorgänge" für ihre abscheuliche Politik mißbraucht haben. Sei es BDM/HJ im "Pfadfindergewand" oder Olympia 1936. Die Liste ist sehr lang. Niemand weigert sich auf einer deutschen Autobahn zu fahren, nur weil sie während der NAZI-Zeit gebaut worden ist.
Per se ist die Ordensverleihung richtig, auch und erst recht in einem demokratisch-freiheitlichen Gesellschaftssystem. Im zivilen Bereich kennen wir u. a. das Bundesverdienstkreuz, von dem auch rege Gebrauch gemacht wird. Das es bei der BW Orden für langjärige Diensttätigkeit (an der Papierfront) verliehen wird, war mir neu. Dies zeigt aber den inneren (hilflosen?) Zustand der BW. Jetzt, wo es für immer mehr Soldaten, der sog. soldatische "Ernst" Alltag wird, wird es auch öfters Ausnahmesituationen geben, die von jedem Charakter, Mut und Tapferkeit verlangen. Dafür einen "Papierorden" zu verleihen wäre ein Affront. Hierfür keinen Orden zu vergeben, ist einer starken Demokratie unwürdig.

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06. März 2008 16:12

Tapferkeitsorden für Arbeitslose...

Michael Fichtner (ebaristo)

wären wahrscheinlich sinnvoller, denn die stellen sich dem täglichen Kampf mit den Behörden und da muss man auch standhaft und tapfer sein, um diese Torturen und Willkür des Staates zu überstehen. Aber eine Tapferkeitsauszeichnung für Soldaten im Einsatz - ist ja fragwürdig. Vor allem stellt sich mir die Frage nach der Tapferkeit, wenn deutsche Politiker wieder willkürlich deutsche Soldaten in Kriegsgebiete schicken! Was macht Herr Jung bei gefallenen Soldaten, will der die Auszeihcnung den Hinterbliebenen Müttern, Vätern, Ehefrauen und Kindern persönlich vorbei bringen! Wenn er das macht und diesen Mut hat, dann sollte unserem Verteidigungsminister auch das Eiserne Kreuz verliehen werden.

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