Kritik an Kabinettsbeschluss

Merkel rügt ihre Rentenpolitik

20 Millionen Rentner in Deutschland erhalten ab dem 1. Juli mehr Rente. Glücklich macht das aber weder die Kanzlerin noch den Wirtschaftsminister. Die Anpassung sei kein ordnungspolitisches Meisterstück, gestand Frau Merkel ein. Glos warnt, die kostenträchtigen Vorhaben der großen Koalition gefährdeten den Aufschwung.

Lesermeinungen zum Beitrag

10. April 2008 09:34

@Herrn Schneider: Das Sozialprodukt ist immer etwas wert

Paul Rabe (heidelpaul)

Das Sozialprodukt ist natürlich immer etwas wert, das ist ein Realwert.

Das Verhältnis von Nominalwert des Geldes zum Realwert sinkt natürlich mit der Inflation, aber das ist an sich kein Problem solange mit diesem Sinken des Nominalwertes nicht auch gleichzeitig eine Umverteilung des Sozialproduktes einhergeht (von Menschen mit Nominalansprüchen hin zu Menschen mit Realwert ansprüchen)

Wer also Realwerte besitzt (Aktien, Immobilien, Rohstoffe) der ist in der glücklichen Lage ein Gewinner hoher Inflation zu sein. Aber das war schon immer so.

An der Gesamtsumme des zu verteilenden Sozialproduktes ändert die Inflation nichts.

Die spannende Frage bleibt wie das, zum Glück auch zukünftig absolut steigende, Sozialprodukt unter der sinkenden Zahl der Menschen verteilt wird.
Das jeder deutlich mehr bekommt (in Realwerten!) wäre kein Problem sofern die Verteilung auch jeden berücksichtigen würde. Denn schließlich wächst die rechnerisch pro Mensch zur verfügung stehende Menge an Sozialprodukt in Zukunft ernorm.

Das ist aber unter rein kapitalistischen Bedingungen eher unwahrscheinlich, denn Märkte neigen nunmal systembedingt zu einer extremen Ungleichverteilung.


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09. April 2008 15:46

Deutschland, das Land der Bedenkentraeger und Blablas

Christian Roigk (Dubai1)

1,1 % ist nun nicht wirklich der Hammer, speziell nach den ganzen Nullrunden der letzten Jahre. Kein Rentner kann dafuer, dass in Deutschland nach wie vor der Generationsvertrag gilt, dass keine Alternative einer privaten Absicherung nach einem Fondssparmodell ( wie in anderen Laendern ) zugelassen ist.
Wir werden alle Rentner, und es ist das gute Recht der Rentner mindestens einen Inflationsausgleich zu erhalten, wenn schon der angesparte Betrag nicht nur nicht verzinst wird, sondern auch nicht vollumfaenglich and den Einzahler zurueckfliesst.

Hier in Dubai, wird mir 5% abgezogen, 12,5 % kommt von der Firma, nach 5 Jahren steigt das auf 15%. Ich kann jederzeit den Firmenbetrag matchen, mindestens jedoch 5% muss ich zahlen. Wenn ich das tue, habe ich nach 10 Jahren Dubai die gleich Rente, wie nach 30 Jahren Arbeit in Deutschland, vorausgesetzt ich werde nicht aelter als 93 Jahre. Aehnlich wie bei der Steuer, ist auch bei der Rente eine tiefgreifende Systemreform unerlaesslich, und den ganzen Mist mit Riester und Ruerup, und Besteuerungen derselben und Gegen- und Aufrechnerei, versteht doch sowieso keiner mehr. Die ewigen Bedenkentraeger sollen sich hinsetzen und daran arbeiten, als Volksvertreter werden sie dafuer eh bezahlt.

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09. April 2008 11:19

@PaulRabe

harald schneider (asklepion)

Die Frage ist nicht nur WIE verteilt wird sondern WAS es noch wert sein wird.

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08. April 2008 21:43

„Die Rentenformel war immer politisch. Sie ist politisch.“

Paul Rabe (heidelpaul)

Selten sprechen politiker so ehrlich.
Die CDU hat ja auch wirklich Recht ! Rente war schon immer politisch und wird es auch immer bleiben.
Zu allen Zeiten war es eine typisch politische Machtfrage wie das Sozialprodukt zwischen jung und alt verteilt wird. Noch nie konnte das per 'Formel' dauerhaft gelöst werden.

Es ist aber eine noch viel interessantere Frage wie es zukünftig zwischen 'arm' und 'reich' verteilt wird, denn es wird in Zukunft immer mehr 'arme Alte' aber auch eben auch (wenige) ganz besonders 'reiche Alte' geben.

Insgesamt sieht es aber gar nicht so schlecht aus. Denn alle Prognosen für das deutsche Sozialprodukt sagen vorraus, daß es trotz schwindender Bevölkerung weiter absolut wachsen wird, man also pro Mensch in Zukunft in Deutschland mehr Sozialprodukt verteilen kann.

Die spannende Frage ist WIE man es verteilt............

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08. April 2008 19:28

Es ist Zeit für eine neue Debatte

Christoph Braun (globalist08)

Die Berliner (ex-Bonner) Improvisationstragödie in Sachen Rente geht in die nächste Runde. Die Flickschusterei kann eines jedoch nicht übertünchen, nämlich die Tatsache, dass der Generationenvertrag in Deutschland gescheitert ist.

Rentenbeiträge um 20% des Brutto-Lohns für die Aussicht auf eine Grundsicherung in 30 Jahren (mit erheblichem Inflationsverlust) zahlen zu müssen, ist niemandem mehr zumutbar.

Diejenigen, die jetzt am lautesten schreien, so z.B. die Senioren-Union, die Jens Spahn das Bundestagsmandat entziehen will, bekommen jetzt die Rechnung für ihre Versäumnisse und Staatsgläubigkeit der letzten 40 Jahre.

Wir, die junge Generation und die Nachgeborenen, müssen uns mit einer horrenden Staatsverschuldung, einem miserablen Bildungssystem (Abhängigkeit des Erfolgs von der Bildung der Eltern) unter zunehmendem Globalisierungsdruck auseinandersetzen. Vom demographischen Wandel als Auslöser für die aktuelle Krise in Deutschland ganz zu schweigen...

Die Herrschaft der Schreier hat in den letzten Monaten führte zu einer Neiddebatte beispiellosen und gefährlichen Ausmaßes in Deutschland. Dabei wurden die Verantwortlichkeiten stets (populistisch) falsch verteilt.

Es ist Zeit für eine Debatte über die Verantwortlichkeiten!

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